Studie zeigt Unterschiede

Italien schlägt Espresso-Alarm: Preise steigen enorm – eine Stadt absoluter Spitzenreiter

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Italien kämpft mit extrem gestiegenen Kaffee-Preisen. Eine Studie enthüllt nun, wo der Espresso am teuersten und die Teuerungsrate besonders hoch ist.

Rom – Für viele Deutsche ist es schon beim ersten Autogrill-Stopp auf der Brenner-Autobahn der Start in den Italien-Urlaub: die erste Espresso-Pause. Das geröstete Gold gehört zum Dolce-Vita-Land wie kaum etwas anderes. Besonders erfreulich ist dabei, dass der kleine Schwarze in Italien im Vergleich zu Deutschland deutlich günstiger ist. Doch das ändert sich: Die Espresso-Preise steigen rapide.

In Italien wird aktuell Espresso-Alarm geschlagen. Basis dafür ist eine Studie des Forschungsinstituts Centro di Formazione e Ricerca. Darin wird klar: Die Kaffee-Preise in Italien sind seit 2021 stetig gestiegen. Lag der durchschnittliche Preis für einen Espresso im Jahr 2021 in den großen Städten Italiens noch bei 1,03 Euro, landet man im Jahr 2025 demnach schon bei einem Durchschnittspreis von 1,22 Euro. Eine enorme Preissteigerung von 19 Prozent also. Dabei gibt es natürlich große regionale Unterschiede.

Italien ächzt unter Kaffee-Preisen: Heftiger Trend zeigt sich

Beim genaueren Blick sticht eine Stadt heraus: Bozen. Nirgends in Italien ist der Kaffee so teuer, wie in der Alpen-Stadt in Südtirol. 1,43 Euro kostet der Espresso laut der Studie in Bozen im Schnitt. Doch auch andere Städte können teuer: Hinter Bozen rangieren Trient, Pescara und Triest auf der Teuer-Skala. Am günstigsten ist der Espresso dagegen in Catanzaro in Kalabrien. Hier zahlt man der Studie nach unter einem Euro für einen Espresso. Es zeigt sich hier also das für Italien typische Nord-Süd-Gefälle in Sachen Preisen.

Die Espresso-Preise in Italien sind drastisch gestiegen. Doch es gibt große regionale Unterschiede. (Symbolfoto)

Spannend ist jedoch der Blick auf die Teuerungsraten. Denn Pescara liegt 2025 nicht nur auf Platz drei der teuersten Kaffeepreise, es ist auch die Stadt mit der höchsten Preissteigerung im Vergleich. Ganze 34 Prozent mehr muss man in der Hafenstadt in Mittel-Italien im Vergleich zum Jahr 2021 zahlen. Dahinter folgen die südlichen Metropolen Bari (+32 Prozent) und Neapel (+32 Prozent). In der Maradonna-Stadt Neapel zahlt man demnach aktuell knapp 1,20 Euro für den Kafee.

Italiens Kaffee-Preise steigen drastisch – das hat Gründe

Was der Espresso in Italien für eine Wirtschaftsmacht ist, zeigt sich erst, wenn man das große Bild betrachtet. Ganze sechs Milliarden Espressi werden jedes Jahr von Italiens Baristas ausgegeben. 2021 gaben die Italiener dafür 6,18 Milliarden Euro aus. 2025 stieg die Summe laut einem Bericht von Rai dann auf 7,32 Milliarden.

Kaffee: Welche 8 gesundheitlichen Vorteile als wissenschaftlich erwiesen gelten

Frau trinkt Kaffee und lächelt in die Kamera.
Kaffee macht wach und wirkt auf manche sogar euphorisierend. Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, dass der Trank aus der Kaffeebohne sogar Depressionen vorbeugen kann. Zwei bis drei Tassen täglich verringerten bei Frauen das Erkrankungsrisiko um 15 Prozent. Tranken sie mehr als drei Tassen, war das Risiko sogar um 20 Prozent geringer, heißt es vonseiten der Apotheken Umschau.  © Joseffson/Imago
Frau trägt Kaffeetasse.
Kaffee wird mit einem niedrigeren Diabetes-Risiko in Verbindung gebracht. Professor Chahan Yeretzian, Leiter des Coffee Excellence Centers an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften erklärt im Interview mit der Apotheken Umschau, dass die gesundheitsfördernde Wirkung vor allem auf die in Kaffee enthaltenen Substanzen Koffein und Antioxidantien zurückzuführen ist. Letztere schützen vor freien Radikalen, die unsere Zellen angreifen und so sogar das Krebsrisiko erhöhen. Doch warum schützt Kaffee vor Diabetes? Woran genau das liegt, ist noch nicht völlig geklärt, informiert die Apotheken Umschau. Kaffee verbessere offenbar die Empfindlichkeit für das Hormon Insulin, infolge könne der Körper Zucker besser verarbeiten. Bestimmte Stoffe, die der Körper nach dem Genuss ausschüttet, wirken zudem gefäßschützend und entzündungshemmend, heißt es weiter.  © Imago
Mann sitzt am Arbeitsplatz, eine Kaffeetasse steht auf dem Tisch.
Kaffee hemmt sogar die Aktivität von Coronaviren – allerdings bislang nur im Laborversuch. Trotzdem sollen die potenziell antiviral wirksamen Effekte von Kaffee in dieser Aufzählung einen Platz finden. Professor Nikolai Kuhnert von der Jacobs University und sein Team hatten im Labor untersucht, wie Inhaltsstoffe von Kaffee und Coronaviren miteinander interagieren. Sie fanden dabei heraus, dass eine chemische Verbindung in der Kaffeebohne die Fähigkeit des Spike-Proteins von Coronaviren hemmt, an die sogenannten ACE-2-Rezeptoren in menschlichen Zellen anzudocken. Die Schlussfolgerung der Forschenden: Kaffee könnte Corona-Infektionen verhindern. Um diese These zu beweisen, fehlt allerdings noch ein klinischer Versuch am Menschen.  © Jose Luis Carrascosa/Imago
Tasse Kaffee und Gebäck
Kaffee wirkt sich positiv auf Herz und Kreislauf aus: so das Ergebnis einer Studie von ungarischen Forschern. Ein Team der Semmelweis-Universität in Budapest um Dr. Judit Simon vom Herz- und Gefäßzentrum der Universität untersuchte, ab wie vielen Tassen Kaffee pro Tag eine lebensverlängernde Wirkung einsetzt. Die Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, dass bis zu drei Tassen Kaffee täglich mit einem geringeren Risiko für Schlaganfälle und tödliche Herzkrankheiten verbunden sind.  © Annie Hall/Imago
Frau trinkt Kaffee
Kaffee ohne Zucker habe sich in einer großen Metaanalyse als effizienter Schutzfaktor für die Leber erwiesen, wird Professor Dr. Christian Trautwein, Direktor der Medizinischen Klinik III der RWTH Aachen, von der Pharmazeutischen Zeitung (PZ) zitiert. Eine Menge von drei bis fünf Tassen Kaffee täglich gilt als besonders empfehlenswert, so die PZ. Sie vertragen Koffein nicht sonderlich gut? Dann greifen Sie zur koffeinfreien Alternative: Auch diese Art von Kaffee entfaltet leberschützende Wirkung.  © Julia Bradley/Imago
Zwei Frauen frühstücken.
Ein Espresso zum Frühstück? Ja, gerne – wenn es nach der leberschützenden Wirkung von Kaffee geht. Eine groß angelegte italienische Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Substanzen im Kaffee vor Leberkrebs schützen können. Ein Team um Carlo LaVecchia vom pharmakologischen Forschungsinstitut „Mario Negri“ in Mailand hatte untersucht, wie sich Kaffeetrinken auf das Leberkrebs-Risiko auswirkt. Wie das Ärzteblatt berichtete, kam es in der Gruppe der Kaffeetrinker ganze 40 Prozent seltener zu Leberkrebs. Der Erklärungsansatz der Forschenden: Eine Reihe von bioaktiven Substanzen in Kaffee wirkt sich in Summe protektiv auf die Leber aus.  © William Perugini/Imago
Zwei Tassen Kaffee von oben, Milchschaum ist verziert
Das Demenzrisiko soll durch regelmäßigen Kaffeegenuss sinken. Zu diesem Ergebnis kommt ein Forscherteam um Yuan Zhang von der School of Public Health an der Tianjin Medical University in Tianjin, China. „Wir fanden heraus, dass Kaffee- und Teekonsum einzeln oder in Kombination mit einem geringeren Schlaganfall- und Demenzrisiko verbunden sind“, so eine Erkenntnis der chinesisch-US-amerikanischen Forschergruppe. Das Demenzrisiko war bei Menschen, die zwei- bis dreimal täglich Kaffee tranken, sogar um bis zu 28 Prozent geringer als bei Studienteilnehmern, die keinen Kaffee tranken. © Manfred Segerer/Imago
Frauen prosten sich mit Kaffeetassen zu.
Bei Kopfschmerzen kann ein Espresso wahre Wunder wirken. Denn das enthaltene Koffein hat schmerzstillende Wirkung. Daher wird Koffein in Kombipräparaten gegen Kopfschmerzen genutzt. Darin enthalten, steigert Koffein den schmerzlindernden Effekt von ASS und Paracetamol um bis zu 70 Prozent, informiert die Apotheken Umschau.  © Jake Jakab/Imago

Doch was sind die Gründe für die teils drastischen Preissteigerungen? Laut der Verbraucherschutzorganisation Assoutenti liegt das an den gestiegenen Preisen, die die Bars selbst bezahlen müssen. So seien einerseits auch in Italien die Energiepreise enorm gestiegen. Andererseits stiegen auch die Preise für Kaffeebohnen enorm. Der Preis für Arabica-Bohnen liegt demnach aktuell nahe am historischen Höchststand.

Kaffee-Preise in Italien: Expertin macht düstere Prognose

Und der Ausblick? Die Preise für Kaffee werden weiter steigen, meint Cristina Scocchia, Geschäftsführerin von Illy-Kaffe zu Rai. Sie sieht weitere Preissteigerungen von bis zu 20 Prozent und nennt Spekulationen auf dem Rohstoffmarkt als Hintergrund. Ihre Analyse: Von 2015 bis 2021 sei der Preis für Kaffee relativ stabil geblieben. Dann habe er sich in zwei Jahren verdoppelt. Aktuell koste der Kaffe sogar vier Mal so viel wie Ende 2021.

Rubriklistenbild: © Ulrich Perrey/dpa

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