Neun Bundesländer betroffen

Dringender Mehl-Rückruf gestartet: Hersteller warnt vor krebserregendem Stoff

  • schließen

Ein Weizenmehl befindet sich wegen eines verbotenen Zusatzstoffes im Rückruf. Das Ordnungsamt gibt weitere Informationen zu der Warnung.

München – Backfans sollten aufpassen: Aktuell warnt das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) vor dem „KITE Weizenmehl – All Purpose“ in der ein Kilogramm Packung. Dieser enthält den Lebensmittelzusatzstoff Benzoylperoxid, der in der EU nicht zugelassen ist. Verbraucher sollten den Rückruf dringend beachten.

Wie das Import- und Exportunternehmen As Ropa Food GmbH aus Glinde (Schleswig-Holstein) über das Portal lebensmittelwarnung.de in einer Mitteilung informiert, gilt die Lebensmittelwarnung für den Artikel mit den Mindesthaltbarkeitsdaten 11.08.2025, 25.12.2025 und 24.01.2026.

Dringender Mehl-Rückruf: Mehrere Bundesländer betroffen

Nach derzeitigem Stand (11. Juli) wurde das Mehl in folgenden Bundesländern verkauft:

  • Baden-Württemberg
  • Berlin
  • Bremen
  • Hamburg
  • Hessen
  • Niedersachsen
  • Nordrhein-Westfalen
  • Rheinland-Pfalz
  • Schleswig-Holstein

Kundinnen und Kunden, die das Produkt bereits gekauft haben, können dieses in den jeweiligen Verkaufsstellen gegen Erstattung des Kaufpreises zurückgeben.

Benzoylperoxid – Verwendung in Lebensmitteln verboten

Benzoylperoxid ist, wie NanoLab informiert, ein „Zusatzstoff, der im Allgemeinen beim Bleichen von Mehl verwendet wird“. Die Verwendung sei in Lebensmitteln aber verboten, „da in Tierversuchen eine krebserzeugende Wirkung festgestellt wurde“, wie das Unternehmen unter Bezugnahme auf eine vom Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Viehzucht herausgegebene Pressemitteilung schreibt.

In Arzneimitteln hingegen wird Benzoylperoxid weiterhin verwendet. Wie die Deutsche Apotheker Zeitung berichtet, wird Benzoylperoxid aufgrund seiner antibakteriellen Wirkung schon seit Jahren zur Behandlung von Akne, Pickel und Hautunreinheiten eingesetzt. Doch wie das unabhängige US-Labor Valisure kürzlich warnte, könne in bestimmten Akneprodukten mit Benzoylperoxid der Marken wie Clerasil oder Clinique hohe Konzentrationen des krebserregenden Stoffes Benzol auftreten. Das Labor forderte daher die US-Arzneimittelbehörde FDA auf, die Produkte zurückzurufen.

Hersteller macht keine Angaben zu Verkaufsstätten von Mehl-Produkt

Auf Anfrage von IPPEN.MEDIA, in welchen Supermärkten das zurückgerufene Produkt verkauft wurde, wollte der Hersteller keine Auskunft geben und verwies stattdessen auf das Veterinäramt. Wie das Ordnungsamt der Stadt Frankfurt am Main gegenüber unserer Redaktion mitteilte, führen zwei Betriebe in Frankfurt das Produkt.

„Wir überprüfen dort, ob die Meldekette funktioniert hat, das Produkt aus dem Sortiment genommen wurde und ein entsprechender Verbraucherhinweis angebracht wurde. Zu den Betrieben an sich geben wir keine weiteren Auskünfte“, sagte der Pressesprecher. Daten zu den Verkaufspunkten liegt der BVL nach eigenen Angaben nicht vor.

Hersteller startet dringenden Mehl-Rückruf – es sind mehrere Bundesländer betroffen.

Rückrufe von Lebensmittelprodukten keine Seltenheit

Nach Angaben des BVL gab es im Jahr 2022 rund 311 Rückrufe. „So viel wie nie zuvor“, so Dr. Georg Schreiber, Leiter der Abteilung Lebensmittelsicherheit des Bundesamts. Ob Fremdkörper im Bio-Gewürz oder unerwünschter Inhaltsstoff in Saftflaschen – Gründe für einen Rückruf sind vielfältig.

Nachfolgend die genauen Eckdaten des zurückgerufenen Mehls im Überblick:

Hersteller/ InverkehrbringerAs Ropa Food GmbH
ArtikelKITE Weizenmehl – All Purpose
Verpackungseinheit1 Kg
Betroffenes MHD11.08.2025, 25.12.2025, 24.01.2026
Artikelnummer74223

Trotz strengen Regeln und Kontrollen in Deutschland und EU zur Lebensmittelsicherheit, kommt es regelmäßig vor, dass Produkte zurückgerufen werden müssen, die bereits in den Supermarktregalen zu finden waren. Momentan sind auch Edeka, Rewe und Kaufland von einem Obst-Rückruf betroffen. (vw)

Rubriklistenbild: © Martin Wagner/ Imago

Kommentare