VonNatascha Bergerschließen
Rewe warnt vor dem Verzehr einer bestimmten Obstsorte, nachdem ein schädliches Pestizid nachgewiesen wurde. Wer das Obst zu Hause hat, sollte es auf keinen Fall essen.
München – Obst-Liebhaber aufgepasst: Rewe warnt mit einem Rückruf derzeit vor dem Verzehr einer Obstsorte aus dem Sortiment der Supermarkt-Kette. Wer zuletzt bei Rewe Trauben gekauft hat, sollte diese lieber erst gründlich checken, bevor sie abends vor dem Fernseher genascht oder ins Frühstücksmüsli gemischt werden. Denn in einer Trauben-Charge wurde nun ein Insektengift nachgewiesen, das für Menschen beim Verzehr gefährlich werden kann.
Rückruf bei Rewe: Trauben enthalten gesundheitsschädliches Insektengift
Über den Rückruf der Fresh Solutions Netherlands BV, deren Trauben bei Rewe verkauft wurden, berichtet produktwarnungen.eu. Demnach wurde in einer Charge des Produkts „Tafeltrauben Mix – Süß & Kernlos“ eine Überschreitung des Rückstandhöchstgehalts des Wirkstoffs Fenpropathrin nachgewiesen.
Der Wirkstoff wird im Anbau von Obst und Gemüse als Insektizid und Akarizid zur Bekämpfung von Schädlingen wie Insekten oder Milben angewandt. Er fungiert hier als Nervengift, das die Natriumkanäle der Nervenzellen der Insekten blockiert. In der EU ist Fenpropathrin nicht in Pflanzenschutzmitteln zugelassen. Nicht selten haben Obstsorten jedoch noch Pestizid-Rückstände – sind diese zu hoch, wie nun bei den Rewe-Trauben, muss das Produkt zurückgerufen werden.
Trauben von Rewe gekauft? So erkennen Sie, ob Ihr Produkt vom Rückruf betroffen ist
Besonders aufpassen sollten Käufer der dunklen Tafeltrauben der Sorte Sharad. Ob sich das Rückruf-Produkt bei Ihnen in der Küche befindet, können Sie an folgenden Eckdaten an der Packung der Weintrauben feststellen.
| Artikel | Artikel: „Tafeltrauben Mix - Süß & Kernlos“ von Fresh Solutions Netherlands BV |
| Inhalt | 500 Gramm |
| Ursprung | Indien |
| GTIN Barcode | 4053702010071 |
| weitere Erkennungsdaten | GTIN Barcode 4053702010071; GGN 4056186948243; MH06093654401; Lcode 1104 |
Wer befürchtet, eine betroffene Trauben-Packung gekauft zu haben, kann diese zurück zu Rewe bringen und sich das Geld erstatten lassen. Das funktioniere auch ohne Vorlage eines Kassenzettels.
Verzehr von Trauben kann gefährlich werden: Pestizid sorgt für neurologische Ausfallerscheinungen
Der Verzehr von Fenpropathrin, dem Pestizid auf den Rewe-Trauben, kann laut der GESTIS-Stoffdatenbank chronische oder akute Gesundheitsgefahren auslösen. Von dem Verzehr wird im Rückruf also „dringend abgeraten“. Bereits beim Einatmen oder bei Hautkontakt entfaltet das Pestizid seine giftige Wirkung. Wer das Pestizid verschluckt hat, sollte demnach sofort einen Arzt oder ein Giftinformationszentrum kontaktieren, sowie den Mund gründlich ausspülen.
Symptome einer Vergiftung können, wie das Medizinische Labor Bremen mitteilt, von Schwindel über Übelkeit bis hin zu Kopfschmerzen reichen. Bei schweren Vergiftungen könnten die „neurologischen Ausfallerscheinungen bis hin zu groben Muskelfaszikulieren, Krampfanfällen, Bewusstseinsstörungen und Koma“ reichen, so das Labor. Immer wieder kommt es zu Lebensmittel-Rückrufen – zuletzt war ein beliebtes Gewürz, das Gesundheitsschäden verursachen kann. (nbe)
Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd/dpa

