Krebs vorbeugen

Prostatakrebs: Eine Maßnahme kann Risiko drastisch senken

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Der Lebensstil hat maßgeblich Auswirkungen auf die Gesundheit und auch das Krebsrisiko. Wie Männer Prostatakrebs am besten vorbeugen sollten.

Neben Lungenkrebs und Darmkrebs zählt Prostatakrebs laut Informationen der Deutschen Krebsgesellschaft zu den am häufigsten auftretenden Krebserkrankungen bei Männern. Auf das Prostatakarzinom sind zudem 11,6 Prozent der männlichen Todesfälle durch Krebs zurückzuführen. Es weist damit nach Lungenkrebs die zweithöchste Sterberate durch Krebs bei Männern in Deutschland auf. Dabei können Männer durch einen gesunden Lebensstil ihr eigenes Risiko für Prostatakrebs senken. Wie Wissenschaftler herausfanden, kommt es dabei vor allem auf einen Faktor an.

Prostatakrebs: Mit einer Maßnahme können Männer ihr Risiko drastisch senken

Sportliche Aktivität spielt bei der Prävention von Prostatakrebs eine entscheidende Rolle.

Für ihre im Fachmagazin British Journal of Sports Medicine veröffentlichten Studie analysierten die Forscher Daten aus einer schwedischen Datenbank zur Bewertung des Gesundheitsprofils am Arbeitsplatz. Dabei konzentrierten sie sich auf Informationen zum Lebensstil, zur körperlichen Aktivität und zum selbst wahrgenommenem Gesundheitszustand sowie zu der gemessenen Körpergröße und -masse der Teilnehmer. Außerdem wurde zweimal die kardiorespiratorische Fitness der Probanden auf einem stationären Fahrrad getestet. Gemessen wurde dabei der sogenannte VO2max (maximal mögliche Sauerstoffaufnahme bei Belastung). Dieser Wert zeigt bei Ausdauersportlern die Ausdauerleistung an.

Was ist die kardiorespiratorische Fitness?

Bei der kardiorespiratorischen Fitness handelt es sich laut Informationen des Fachmagazins Deutsche Zeitschrift für Sport Medizin um einen wichtigen Gesundheitsmarker. Diese wird vom Zusammenspiel von Lunge, Herz, Gefäßen und Muskulatur bestimmt. Nach Angaben der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement kann die kardiorespiratorische Fitness durch Ausdauertraining effektiv gesteigert werden.

Die teilnehmenden Männer wurden schließlich in drei Gruppen (niedrige, mäßige, hohe kardiorespiratorische Fitness) unterteilt, damit die Forscher den möglichen Einfluss der Ausgangsfitness auf das Prostatakrebsrisiko beurteilen konnten. Für die Studie wurden insgesamt etwa 57.700 Männer ab dem Datum der letzten Bewertung bis zum Datum ihrer Prostatakrebsdiagnose, ihres Todes oder bis zum 31. Dezember 2019  beobachtet.

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Prostatakrebs: Kardiorespiratorische Fitness kann Risiko reduzieren, laut Studie

Um die Daten auszuwerten und die Werte der kardiorespiratorische Fitness in einen Zusammenhang mit dem Prostatakrebsrisiko zu bringen, wurden die Teilnehmer jährlich in weitere drei Gruppen unterteilt:

  1. Steigerung der absoluten und relativen VO2max um mehr als drei Prozent
  2. VO2max blieb gleich
  3. VO2max sank um mehr als drei Prozent

Laut den Studienergebnisse zeigten diejenigen Männer, deren Fitnesslevel um mehr als drei Prozent zunahm, ein um 35 Prozent geringeres Prostatakrebsrisiko – im Gegensatz zu denjenigen, deren Fitness sich reduzierte. Laut den Forschern sollte eine Verbesserung der kardiorespiratorischen Fitness bei erwachsenen Männern daher gefördert werden.

Zehn Krebsarten mit den geringsten Überlebenschancen

Menschliche Körper
Das Mesotheliom zählt zu den tödlichsten Krebsarten. Laut Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) liegt die 5-Jahres-Überlebensrate bei nur knapp über zehn Prozent. Beim Mesotheliom handelt es sich um einen seltenen Tumor des Weichteilgewebes. Überwiegend Männer im höheren Lebensalter sind davon betroffen. Diagnostiziert wird er meistens im Brustfell, seltener im Bauchfell.  © Zoonar.com/ersin arslan/IMAGO
Menschlicher Körper mit Bauchspeicheldrüse
Bauchspeicheldrüsenkrebs oder Pankreaskrebs gilt als eine der tödlichsten Krebsarten überhaupt. Nur etwa sieben bis acht Prozent der Patienten überleben die ersten fünf Jahre nach einer Diagnose. Häufig wird der Tumor zu spät erkannt und bildet Metastasen. Zudem kommt er oftmals nach einer Therapie wieder zurück. © Zoonar.com/ersin arslan/IMAGO
Leber
Auch wenn Leberkrebs relativ selten ist, so gehört er dennoch wegen seiner schlechten Prognose zu den häufigsten Krebstodesursachen. In Deutschland treten rund 9.500 neue Fälle im Jahr auf, bei ungefähr 8.000 Todesfällen. Das relative 5-Jahres-Überleben sowohl bei Männern als auch bei Frauen liegt bei etwa 15 Prozent. Die Prognose hängt dabei vom Zustand der Leber und vom Stadium der Krebserkrankung ab. © Science Photo Library/IMAGO
Person hält Zigarette in der Hand
Rauchen bzw. Tabakkonsum ist der Hauptrisikofaktor für Lungenkrebs, dessen Prognose in der Regel ebenfalls ungünstig ist. Laut RKI liegt die relative 5-Jahres-Überlebensrate bei Frauen bei rund 21 Prozent, bei Männern bei rund 15 Prozent. Auch hier unterscheiden sich die Überlebensaussichten jedoch deutlich nach dem Stadium der Krebserkrankung. Allerdings wird Lungenkrebs meist spät entdeckt, da er im frühen Stadium meist keine Beschwerden verursacht.  © ETfoto/IMAGO
Frau hält Modell von Gehirn in Händen
Das zentrale Nervensystem (ZNS) befindet sich im Schädel und im Wirbelkanal in der Wirbelsäule. Es umfasst alle Nerven und Nervenbahnen im Gehirn und Rückenmark. Krebserkrankungen des ZNS betreffen zu 95 Prozent das Gehirn, während sich die restlichen fünf Prozent auf vier Bereiche verteilen: das Rückenmark, Hirn- und Rücken­marks­häute und Hirn­nerven. Krebserkrankungen des ZNS zählen zu den gefährlicheren Krebsarten. Bei Männern liegt demnach die relative 5-Jahres-Überlebensrate für bösartige ZNS-Tumore bei 21 Prozent, für Frauen bei 24 Prozent. Trotz Forschung sind die genauen Ursachen für die verschiedenen Hirntumore weitgehend unklar. Über die Risikofaktoren ist deshalb wenig bekannt.  © Mareen Fischinger/IMAGO
Person hält sich Hände an Bauch
Gallenblasenkrebs und Gallengangkrebs kann sich unter anderem durch Bauchschmerzen im oberen Bauch bemerkbar machen. Schuld daran sind bösartige Tumore in der Gallenblase beziehungsweise in den Gallenwegen. Nur wenige Patienten mit der Krebserkrankung sind fünf Jahre nach der Diagnose noch am Leben. Die relativen 5-Jahres-Überlebensraten bei bösartigen Tumoren der Gallenblase und der Gallenwege betragen bei Männern 20 Prozent und für Frauen 17 Prozent und sind damit relativ niedrig. © Iordache Magdalena/IMAGO
Speiseröhre
Auch der Speiseröhrenkrebs zählt zu den Krebsarten mit ungünstigen Überlebensaussichten. Mit einer Rate von circa 90 Prozent ist er bezogen auf die Mortalitätsrate (Anzahl der Gestorbenen im Verhältnis zu den Erkrankten) mit am tödlichsten. Jedoch ist die Anzahl der Erkrankten bei dieser Krebsart auch niedriger. Die relative 5-Jahres-Überlebensrate liegt für Männer bei 22 Prozent, für Frauen bei 24 Prozent. Alkohol, Rauchen und Übergewicht zählen zu den wichtigsten Risikofaktoren. © Science Photo Library/IMAGO
Frau bekommt Magenspiegelung
Die wichtigste und aussagekräftigste Untersuchung, um einen Magentumor feststellen zu können, ist die Magenspiegelung (Gastroskopie). Da die Krebserkrankung häufig erst spät erkannt wird, ist sie meist nicht mehr heilbar. Das macht die Prognose der Lebenserwartung bei Magenkrebs relativ ungünstig. Fünf Jahre nach der Diagnose lebt etwa nur noch ein Drittel der Betroffenen. Zwar haben sich laut RKI die Überlebensaussichten in letzter Zeit verbessert. Allerdings bleiben sie im Vergleich zu anderen Krebsarten immer noch ungünstig. Bei Frauen liegt die relative 5-Jahres-Überlebensrate demnach bei 37 Prozent, für die Männer bei 34 Prozent. © Kzenon/IMAGO
Eierstock
Eierstockkrebs ist um ein Vielfaches tödlicher als beispielsweise Brustkrebs. Laut RKI sind die Überlebensaussichten von Patientinnen mit Eierstockkrebs relativ schlecht. Aktuell liegt die relative 5-Jahres-Überlebensrate bei 42 Prozent. Je früher die Krankheit jedoch erkannt wird, desto besser sind die Überlebenschancen. Da die Symptome allerdings unspezifisch sind, ist eine Früherkennung des sogenannten Ovarialkarzinoms kaum möglich. So überleben nur knapp 50 Prozent der betroffenen Frauen nach fünf Jahren mit dem Krebs. © Zoonar.com/ersin arslan/IMAGO
Knochenmark
Eine bösartige Erkrankung des Knochenmarks wird als Multiples Myelom bezeichnet. Dabei stellt es eine bösartige Vermehrung Antikörper produzierender Plasmazellen dar. Die Erkrankung tritt meist zuerst im Knochenmark auf, wo sie häufig mehrere Erkrankungsherde (z.B. Knochenbrüche, Blutbildveränderungen) bildet. Mit einer relativen 5-Jahres-Überlebensrate von 54 Prozent bei Frauen und 56 Prozent bei Männern ist auch ihre Prognose eher ungünstig. So ist mit einer dauerhaften Heilung in der Regel nicht zu rechnen. © Zoonar.com/ersin arslan/IMAGO

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Dolores Giraldez Alonso/IMAGO

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