VonSebastian Oppenheimerschließen
Bei zu vielen Punkten in Flensburg wird Verkehrssündern die Fahrerlaubnis entzogen. Wir erklären, wann der Fall eintritt – und wann die Punkte automatisch gelöscht werden.
Manchmal passt man kurz nicht auf, fährt ein paar km/h zu schnell – und genau dann löst die Radarfalle aus. Wer das Tempolimit nur geringfügig überschritten hat, hat in der Regel auch nicht viel zu befürchten. Mit der Bezahlung des Bußgelds ist der Fall normalerweise erledigt. Wird man allerdings deutlich zu schnell geblitzt oder überfährt beispielsweise eine rote Ampel, dann gibt es (mindestens) einen Punkt in Flensburg. Bei gravierenderen Verstößen können es bis zu drei sein. Doch: Ab wie vielen Punkten in Flensburg wird die Fahrerlaubnis entzogen? Und: Nach welcher Frist verfallen die Punkte?
„Fahreignungs-Bewertungssystem“ und „Fahreignungsregister“: Das ist der Unterschied
Im offiziellen Behördendeutsch heißt das Flensburger Punktekonto eigentlich „Fahreignungs-Bewertungssystem“ – im Alltag sprechen viele Autofahrer auch von der „Verkehrssünderkartei“. Daneben gibt es auch noch das sogenannte „Fahreignungsregister“ (FAER) – dort wird zum Beispiel festgehalten, wenn einem Autofahrer die Fahrerlaubnis entzogen wird. Auch Entscheidungen über Straftaten – wie beispielsweise eine Nötigung im Straßenverkehr – und Ordnungswidrigkeiten, die die Sicherheit im Verkehr beeinträchtigen, werden hier eingetragen.
Punktestand in Flensburg abfragen: Diese Möglichkeiten gibt es
Sollten Sie bereits wiederholt Punkte in Flensburg kassiert haben, ist es wichtig zu wissen, wie viele es aktuell insgesamt sind. Inzwischen lässt sich der Punktestand beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) auch online abfragen. Voraussetzung ist allerdings ein Personalausweis mit aktivierter Online-Funktion. Auch eine Abfrage per Post ist möglich, dann muss man allerdings eine Kopie des Personalausweises oder des Reisepasses mitschicken. Wer zufällig gerade in der Nähe des KBA in Flensburg ist, kann sich innerhalb der Öffnungszeiten auch persönlich nach dem Punktestand erkundigen.
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Punkte in Flensburg abbauen: nur sehr eingeschränkt möglich
Entzogen wird die dem Verkehrssünder die Fahrerlaubnis bei acht oder mehr Punkten auf dem Flensburger Konto. Besonders, wenn man berufsmäßig auf seinen Führerschein angewiesen ist, möchte man das unbedingt vermeiden. Tatsächlich gibt es die Möglichkeit, Punkte abzubauen – genauer gesagt: einen einzigen Punkt. Und selbst das geht nur unter bestimmten Voraussetzungen. Laut KBA kann man bei einem Punktestand von bis zu fünf Punkten freiwillig an einem sogenannten „Fahreignungsseminar“ teilnehmen. Möglich ist das jedoch nur einmal innerhalb von fünf Jahren – und auch nicht bei mehr als fünf Punkten auf dem Konto.
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Automatische Löschung der Punkte in Flensburg: Das sind die Fristen
Die Punkte im „Fahreignungs-Bewertungssystem“ werden auch automatisch wieder gelöscht, doch hierbei unterscheiden sich die Fristen:
- 2 Jahre und 6 Monate: Bei Entscheidungen wegen verkehrssicherheitsbeeinträchtigenden Ordnungswidrigkeiten (beispielsweise Handynutzung am Steuer)
- 5 Jahre: Bei Entscheidungen wegen besonders verkehrssicherheitsbeeinträchtigenden Ordnungswidrigkeiten – etwa Alkoholdelikten. Außerdem bei Entscheidungen wegen Straften ohne Entziehung der Fahrerlaubnis oder ohne isolierte Sperrfrist für die Erteilung einer Fahrerlaubnis.
- 10 Jahre: Bei Entscheidungen wegen Straften mit Entziehung der Fahrerlaubnis oder mit einer isolierten Sperrfrist für die Erteilung einer Fahrerlaubnis.
Wiedererlangung der Fahrerlaubnis: Oft ist eine MPU Voraussetzung
Wichtig zu wissen: Ein Entzug der Fahrerlaubnis ist etwas völlig anderes als ein Fahrverbot. Ein Fahrverbot ist zeitlich begrenzt: Nach Ablauf der Frist darf man wieder hinter das Steuer eines Fahrzeugs. Ist die Fahrerlaubnis entzogen, muss diese wieder neu beantragt werden – das ist allerdings erst nach einer Sperrfrist möglich, die in aller Regel nicht weniger als sechs Monate beträgt. Auch der Aufwand für die Wiedererlangung der Fahrerlaubnis ist nicht zu unterschätzen: Zumeist ist unter anderem das erfolgreiche Absolvieren einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU) Voraussetzung – diese kostet viel Zeit und vor allem auch Geld.
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