VonKai Hartwigschließen
Die Urlaubsfreude kann im Fall einer Flugstornierung schnell getrübt werden. Im ersten Halbjahr 2023 waren besonders deutsche Airlines betroffen.
München – Auch im Sommer 2023 herrscht wieder Urlaubshochsaison. Wer es sich leisten kann, verreist mit dem Flugzeug, um Sonne, Strand und Meer genießen zu können. Doch nicht immer verläuft die Reise nach Plan – besonders dann, wenn der Flug von der Fluggesellschaft kurzfristig gestrichen wird.
Flug gestrichen oder unpünktlich – drei deutsche Airlines in Negativ-Ranking ganz vorn dabei
Ein Ranking, das von dem Portal für Fluggastrechte Flightright erstellt wurde, hat nun das erste Halbjahr 2023 zusammengefasst. Und ausgewertet, welche Fluggesellschaften bezüglich Unpünktlichkeit und Stornierungen besonders häufig auffielen. „Nach einem chaotischen Flugjahr 2022 haben Flugreisende auf eine deutliche Verbesserung der Lage an deutschen Airports gehofft“, meinte Claudia Brosche, Expertin für Fluggastrecht bei Flightright: „Beim Blick in die Datenauswertungen der letzten Monate zeigt sich jedoch, dass Flugreisende auch in diesem Jahr mit langen Wartezeiten und Flugstreichungen zu kämpfen haben.“
Das Ranking erfasste alle Abflüge der 25 Airlines, die europaweit die meisten Starts durchführen. Als Bemessungsgrundlage diente der Zeitraum von 1. Januar bis 30. Juni 2023. Das Ergebnis: Vor allem auf deutsche Fluggesellschaften war mitunter kein Verlass. So finden sich mit Lufthansa CityLine (2. Platz/2,62 Prozent), Eurowings (3. Platz/2,46 Prozent) und Lufthansa (5. Platz/1,99 Prozent) gleich drei Fluggesellschaften aus Deutschland unter den fünf Airlines mit den prozentual meisten Flugstreichungen. Lediglich British Airways kann mit einer noch höheren Stornierungsquote (3,31 Prozent) aufwarten, als die drei Airlines der Lufthansa Group.
Billigairlines easyJet und Ryanair sind verlässlicher als Lufthansa, British Airways und Air France
Trotz mitunter eher schlechtem Ruf waren einige Billigairlines durchaus sehr zuverlässig. Vor allem easyJet (1,8 Prozent) und Ryanair (0,6 Prozent) konnten ihre Quote an gestrichenen Flüge im ersten Halbjahr des Jahres niedriger halten, als die großen Airlines wie Lufthansa, British Airways und Air France (6./1,87 Prozent).
Dabei waren aus deutscher Sicht im Jahr 2023 auch einige Warnstreiks für die Stornierungen verantwortlich. Doch Brosche schränkt ein: „Zwar basiert ein Teil der Annullierungen auf Streiks an deutschen Flughäfen – insbesondere eine Vielzahl an Eurowings-Flügen geht auf diese Streiks zurück – allerdings ist auch klar erkennbar, dass Airline-interne Prozesse noch nicht wie gewünscht ablaufen.“ Die Fluggastrechtexpertin sieht auch „erheblichen Personalmangel“ als elementaren Teil des Problems.
Wenn Passagiere nicht von einer Annullierung ihres Fluges betroffen waren, mussten sie aber auch häufig Verspätungen hinnehmen. Satte 20 Prozent aller Flüge der 25 Airlines des Flightright-Rankings hoben im ersten Halbjahr 2023 nicht pünktlich hab. Als verspätet galt hier ein Flug, sobald die Startzeit sich um mindestens 15 Minuten verzögerte. Wie bei den Stornierungen ist auch hier British Airways unrühmlicher Spitzenreiter: 37 Prozent aller British Airways Flüge starteten erst mit Verspätung. Dagegen konnte Eurowings hier punkten - nur 2,6 Prozent aller Flüge hoben nicht pünktlich ab. (kh)
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