Tiere nach dem Winterschlaf unterstützen

Gärten für Igel optimieren: Warum Sie den Rasen nicht zu kurz halten sollten

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Bei milderen Temperaturen sieht man wieder viele Igel durch die Gärten laufen. Tipps, wie Sie die Tiere im eigenen Garten unterstützen können.

In einem naturnahen Garten können Igel nach ihrem Winterschlaf Nahrung und Unterschlupf finden. Mit einem stets kurz gemähten Rasen, versiegelten Flächen und immergrünen Pflanzen können Igel dagegen nichts anfangen, so der Hinweis von Naturschutzbund (Nabu) in Niedersachsen. Nach und nach erwachen die Igel aus ihrem Winterschlaf, der sich den Fachleuten zufolge in der Regel über einen Zeitraum von November bis spätestens Mitte April erstreckt. 

Bei den milden Temperaturen laufen wieder vermehrt Igel durch die Gärten. (Symbolbild)

Für „wilde Ecken“ mit Ästen, Laub und Reisig im Garten sorgen

Hausbesitzer sollten den Stacheltieren zuliebe auf Vielfalt im Garten achten: „Dazu gehören heimische Sträucher und Stauden, mit Laub bedeckte Beete und eine wilde Ecke aus Totholz, Ästen, Laub und Reisig“, teilte der Nabu mit. Aber auch eine für den Igel zugängliche, sichere Wasserstelle dürfe in einem igelfreundlichen Garten nicht fehlen. „Wer eine Wasserschale aufstellt, sollte aber darauf achten, dass diese regelmäßig, am besten täglich, ausgespült und mit frischem Wasser aufgefüllt wird.“

Neben ausreichend Nahrung benötigt der Igel einen Unterschlupf, den er als Nest für seinen Nachwuchs und später im Jahr als Überwinterungsplatz nutzen kann. Hierfür bevorzugt er einen natürlichen Laubhaufen. Aber auch eine Igelburg, die mit Geäst und etwas Laub abgedeckt wird, eignet sich. Wichtig ist allerdings, dass der Standort der Igelburg niemals in einer regenwassergefährdeten Senke liegt, wie der Nabu betont, sondern auf etwas erhöhtem Terrain unter Sträuchern aufgestellt wird. Ein wetter- und katzensicheres Igelfutterhaus eignet sich zudem für den Igel besser als eine Futterschale im Freien.

Gefahrenstellen für Igel im Garten beseitigen

Im Garten können zudem Kellertreppen, offene Lichtschächte und Regensammelgefäße „gefährliche Fallen“ für Igel bedeuten, wie der Nabu Niedersachsen berichtet. Man sollte den Garten stattdessen so schützen, dass die Stacheltiere hier nicht hineingeraten können und zum Beispiel Teiche abdecken. Bei der Gartenarbeit mit spitzen Geräten sollte man sich vorher zudem immer vergewissert haben, dass sich unter dem Laubhaufen oder der Hecke keines der Tiere versteckt hat. Zudem sollte der Garten „unbedingt giftfrei“ sein, betont der Nabu in der Mitteilung, „also frei von Schneckenkorn, Rattengift und Pestiziden“ gehalten werden. Denn fresse der Igel damit vergiftete Tiere, könne das auch für ihn sehr gefährlich werden.

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Auf heimische Gewächse und Naturwiesen setzen

Damit es den Igeln nicht an Nahrung mangelt, ist generell die naturnahe Gestaltung des Gartens gefragt. Naturwiesen bieten sich dabei genauso an wie einheimische Büsche oder Hölzer wie Eberesche, Vogelbeere oder Schneeball. Denn ein solcher naturnaher Garten bietet Insekten, Schnecken und Würmern eine Heimat. Und das wiederum hilft den Igeln bei der Futtersuche. „Auf ihrem Speiseplan stehen Regenwürmer, Käfer, Spinnen, Raupen, Schnecken und anderes Kleingetier, aber auch schon mal ein Ei einer bodenbrütenden Vogelart“, sagt Frederik Eggers vom Nabu Niedersachsen laut der Mitteilung. „Der Garten sollte also so gestaltet sein, dass sich Insekten wohlfühlen. Denn nur so findet der Igel ausreichend Nahrung.“

Rubriklistenbild: © blickwinkel/Imago

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