Ohne Werbung? Kostet ab jetzt

Ungefragte Änderung bei Amazon Prime: Darum sollten Kunden jetzt reagieren

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Ab Februar spielt der Streaming-Riese Amazon Prime in seinem Standard-Abo Werbung aus. Verbraucherschützer sind verärgert.

Kassel – Ab Februar treten bei verschiedenen Streaming-Anbietern einige Änderungen für Verbraucher in Kraft. So schaltet Netflix seinen Dienst auf einigen alten Geräten ab, Spotify erhöht den Abopreis und Amazon Prime spielt Werbung ab. Für die Prime-Änderung müssen Kunden keine neuen Bedingungen akzeptieren, das Abo wird automatisch angepasst.

Amazon Prime spielt jetzt Werbeclips im Standard-Abo

Im Klartext bedeutet das: Wer derzeit das Standard-Abo für 8,99 Euro im Monat bezieht, bekommt jetzt Werbung ausgespielt. Bevor der ausgewählte Film oder die gewünschte Serie startet, werden automatisch zwei Werbespots zwischen 20 und 40 Sekunden ausgespielt. Damit aber nicht genug, denn die Clips können auch mittendrin noch einmal in ähnlicher Länge auftauchen. Laut dem Wall Street Journal belaufe sich die Werbezeit insgesamt etwa auf drei Minuten pro Stunde. Amazon aber das Ziel „deutlich weniger Werbung zu zeigen als traditionelle Fernsehsender und andere Videostreaming-Anbieter“

Wer die störenden Unterbrechungen umgehen will, muss draufzahlen und sein Abo ändern. 2,99 Euro zusätzlich kostet die werbefreie Option, also 11,98 Euro. Laut Amazon sollen die zusätzlichen Einnahmen dann in noch mehr exklusive Inhalte investiert werden.

Verbraucherzentralen sehen „Missachtung von Verbraucherrecht“ bei Amazon Prime Werbung

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen ist skeptisch, ob diese Änderung eventuell gegen die AGBs verstößt. Für sie sind die Werbeclips eine „wesentliche Vertragsänderung“, für die eigentlich die Zustimmung der Kunden notwendig gewesen wäre. Verbandschefin Ramona Pop erklärte dazu gegenüber der Bild-Zeitung: „Amazon darf seine Prime-Video-Kunden nicht einfach vor vollendete Tatsachen stellen. Das ist eine Missachtung von Verbraucherrecht.“

Ab Februar kostet werbefreies Amazon Prime zusätzlich.

Wer weder draufzahlen möchte, noch Werbung in Kauf nehmen möchte, dem bleibt erst einmal immerhin auch die Option zu kündigen. Vorausbezahltes wird dann zurückerstattet.

„Übereinstimmung mit geltendem Recht“: Amazon verteidigt Werbeänderungen

Auf eine Anfrage der Bild erklärte Amazon: „Wir haben Kund:innen über dieses Update bei Prime Video transparent, im Voraus und in Übereinstimmung mit geltendem Recht informiert.“

Prime ist auch nicht der einzige Streaming-Anbieter, der inzwischen Werbung einblendet. Auch die beiden großen Konkurrenten Disney+ und Netflix testen Werbeclips zwischen den Inhalten.

Nicht nur bei Streaming-Diensten gibt es seit Februar grundlegende Änderungen. Auch in anderen Bereichen müssen sich Verbraucher umstellen. Beim Fleisch greift nun eine neue Pflicht zur Herkunftsangabe und bestimmte Generationen können erstmals die Rente für langjährig Versicherte beantragen. (jh)

Rubriklistenbild: © Rafael Henrique/SOPA Images/IMAGO

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