Heikle Mietverhältnisse

Reddit-Thread sorgt für Aufruhr: „Darf mein Vermieter von mir verlangen, einen Nachmieter zu stellen?“

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Ein Reddit-Thread erregt Aufmerksamkeit. Was darf ein Vermieter von seinem Mieter bei einem Auszug erwarten? Ein Experte liefert die Fakten.

München – Das Verhältnis zwischen Mieter und Vermieter kann gerade in Sachen Auszug unbequem werden. So wie bei einem User der sozialen Plattform Reddit, der mit einem Post zum Thema Nachmieter für Aufregung sorgte. In seinem Post erklärt der User, dass er zum 31. Juli fristgerecht gekündigt habe. Sein Vermieter verlange nun aber von ihm, einen Nachmieter zu stellen. Schließlich sei das so in einer Anlage im Mietvertrag festgehalten. In seinem Beitrag stellt der Nutzer diese Frage: „Kann von mir verlangt werden, einen Nachmieter vorzuweisen, obwohl ich fristgerecht gekündigt habe?“

Experte klärt auf: Das hat es mit der Nachmieterklausel auf sich

Die Aufregung ist groß und unter den insgesamt 188 Kommentaren (Stand: Freitag, 2. August) lässt sich schnell eine gemeinsame Meinung bei den anderen Nutzern herauslesen: Die Antwort ist „Nein“. Während sich der eine oder andere Nutzer über weitere Punkte, die in der Mietvertragsanlage festgehalten stehen, amüsieren (“‘Bei Auszug ist der Teppich des Zimmers zu shampoonieren‘, ist eins der lustigsten Dinge, die ich in einem Mietvertrag je gelesen habe!“). Sprechen sich andere User deutlich gegen die Forderung des Vermieters aus. „Nur weil was im Vertrag steht, heißt das noch lange nicht, dass die Klausel rechtsgültig ist“, schreibt beispielsweise ein Reddit-Nutzer.

Darf mein Vermieter von mir verlangen einen Nachmieter stellen zu müssen?
byu/Haselnussmilch inwohnen

Rechtlich pflichtet Rolf Janßen, Geschäftsführer des Deutschen Mieterschutzvereins in Frankfurt am Main, den Nutzern bei. Eine Nachmieterklausel, wie in diesem Fall, sei gesetzlich ein Recht, das dem Mieter zustehe, wenn es denn vertraglich individuell vereinbart ist. „Wenn das im Vertrag steht, ohne dass der Mieter darauf Einfluss hat, dann ist die Klausel unwirksam.“ Damit würde der Vermieter dem Mieter nämlich Verwaltungskosten auferlegen. Also Aufgaben übergeben, die eigentlich Sache eines Vermieters sind. Auch Haustierverbote zählen zu unwirksamen Klauseln, die ein Vermieter nicht von seinen Mietern fordern darf.

Viele Klauseln in Mietverträgen unwirksam: Unterschrift heißt nicht gleich rechtskräftig

Eine Nachmieterklausel diene in erster Linie dem Vorteil eines Mieters, der aufgrund von Härtefällen, wie eine unvorhergesehene und nicht beeinflussbare Versetzung in eine andere Stadt, das Mietverhältnis frühzeitig beenden muss. Der Vermieter habe durch diese Klausel, wenn sie nicht individuell vertraglich ausgehandelt wurde, keinen Anspruch darauf, den Mieter mit der Suche nach einem Nachmieter zu verpflichten. Individuell ausgehandelt heißt laut Janßen, wenn diese Klausel speziell für diesen Mietvertrag unter Einwilligung des Mieters festgehalten wurde und der Vermieter diese nicht grundsätzlich bei allen Mietern voraussetzt.

Schluss mit klassischem Wohnen und Hausbau: Acht alternative Wohnformen in Bayern

Der Wohnraum wird knapper und teurer. Hinzu kommt das steigende Bedürfnis der Menschen nach Nachhaltigkeit und Autarkie. Als Lösung entstehen die verschiedensten alternativen Wohnformen – auch in Bayern. Von den auf Nachhaltigkeit und Autarkie ausgelegten Ökodörfern und Earthships über schnell aufgebaute Fertighäuser bis hin zu Tiny House Siedlungen, die Wohnraum maximal effizient nutzen: Hier finden Sie eine Reihe alternativer Wohnformen, die auch im Freistaat am Kommen sind.
Der Wohnraum wird knapper und teurer. Hinzu kommt das steigende Bedürfnis der Menschen nach Nachhaltigkeit und Autarkie. Als Lösung entstehen die verschiedensten alternativen Wohnformen – auch in Bayern. Von den auf Nachhaltigkeit und Autarkie ausgelegten Ökodörfern und Earthships über schnell aufgebaute Fertighäuser bis hin zu Tiny-House-Siedlungen, die Wohnraum maximal effizient nutzen: Hier finden Sie eine Reihe alternativer Wohnformen, die auch im Freistaat am Kommen sind. © Rolf Poss / teamwork / Stephan Görlich / Westend61 / IMAGO / Merkur-Collage
Im Jahr 2022 kam fast jedes vierte Einfamilienhaus vorgefertigt aus der Fabrik (Quelle: Statistisches Bundesamt).
Im Jahr 2022 kam fast jedes vierte Einfamilienhaus vorgefertigt aus der Fabrik (Quelle: Statistisches Bundesamt). Der Trend der Fertighäuser ist damit unverkennbar, er disqualifiziert sie fast für diese Fotostrecke der kuriosen Wohnmöglichkeiten. Aber eben nur fast – denn kurios mutet es noch immer an, wenn das Eigenheim für die Familie aus der Fabrik kommt und zusammengesetzt wird wie die Legosteine in den Kindheitstagen. Doch genau darum geht es bei den Fertighäusern: Sie werden in Einzelteilen zum gewünschten Ort gebracht, dort fix zusammengesetzt – von Vertragsunterzeichnung bis Montage dauert es gerade einmal sechs bis acht Monate – und fertig ist das Haus. Günstiger als die klassische Variante ist es auch noch. Schnell, preiswert und unkompliziert: die beliebten Stichworte des heutigen Wohnungsmarktes. © Rolf Poss / IMAGO
Dieses Haus ist noch schneller fertig als das Fertighaus – denn es kommt direkt aus dem 3D-Drucker. Im schwäbischen Weißenhorn stand 2021 das erste Mehrfamilienhaus Europas, das aus dem 3D-Drucker kam – inzwischen wohnen Menschen darin. Der Vorteil eines Hauses aus dem Drucker ist vor allem, dass es deutlich schneller geht als beim klassischen Bau. Hinzu kommt, dass umständlichere Designs leichter umzusetzen sind und die Isolation für gewöhnlich deutlich besser ist: In Zeiten hoher Energiekosten ein nicht unwichtiger Faktor. Nur beim Preis scheiden sich die Geister – zwar stimmt es, dass ein Haus aus dem 3D-Drucker grundsätzlich kostengünstiger wäre, nur die hohe Nachfrage nach den so notwendigen wie raren Fachkräften treibt die Preise in die Höhe.
Dieses Haus ist noch schneller fertig als das Fertighaus – denn es kommt direkt aus dem 3D-Drucker. Im schwäbischen Weißenhorn stand 2021 das erste Mehrfamilienhaus Europas, das aus dem 3D-Drucker kam – inzwischen wohnen Menschen darin. Der Vorteil eines Hauses aus dem Drucker ist vor allem, dass es deutlich schneller geht als beim klassischen Bau. Hinzu kommt, dass umständlichere Designs leichter umzusetzen sind und die Isolation für gewöhnlich deutlich besser ist: In Zeiten hoher Energiekosten ein nicht unwichtiger Faktor. Nur beim Preis scheiden sich die Geister – zwar stimmt es, dass ein Haus aus dem 3D-Drucker grundsätzlich kostengünstiger wäre, nur die hohe Nachfrage nach den so notwendigen wie raren Fachkräften treibt die Preise in die Höhe. © teamwork / IMAGO
Earthships (hier am Beispiel eines Fotos aus Puerto Rico) ist ein Konzept, wonach die Gebäude völlig autark sind. Sie bestehen ausschließlich aus natürlichen und recycelten Materialien (zum Beispiel Autoreifen) und sind in Bezug auf Wärme, elektrische Energie, Wasser und Abwasser völlig autark. Das Konzept, ursprünglich in den USA aufgekommen, gibt es inzwischen in immer mehr Ländern. Auch im mittelfränkischen Erlangen befinden sich Earthships in Planung.
Earthships (hier am Beispiel eines Fotos aus Puerto Rico) ist ein Konzept, bei dem die Gebäude völlig autark sind. Sie bestehen ausschließlich aus natürlichen und recycelten Materialien (zum Beispiel Autoreifen) und sind in Bezug auf Wärme, elektrische Energie, Wasser und Abwasser völlig autark. Das Konzept, ursprünglich in den USA aufgekommen, gibt es inzwischen in immer mehr Ländern. Auch im mittelfränkischen Erlangen befinden sich Earthships in Planung.  © Pond5 Images / IMAGO
Auch in Bayern gibt es sogenannten Ökodörfer (Foto zeigt die Gemeinde Beetzendorf in Sachsen Anhalt), zum Beispiel die Gemeinschaft Sulzbrunn. Hier bilden Menschen eine Wohngemeinschaft, bei der Nachhaltigkeit im Vordergrund steht. Bei einem Ökodorf ist es zudem wichtig, dass die meisten Lebensbereiche – wenn nicht gar alle – im Rahmen des Gemeinschaftslebens stattfinden. Also zum Beispiel Arbeit, Bildung, Freizeit, soziale Absicherung, Produktion usw. Fast immer sind Ökodörfer daher landwirtschaftlich ausgerichtet und unterscheiden sich stark von den etablierten arbeitsteiligen Gesellschaften der westlichen Welt.
Auch in Bayern gibt es sogenannten Ökodörfer (Foto zeigt die Gemeinde Beetzendorf in Sachsen-Anhalt), zum Beispiel die Gemeinschaft Sulzbrunn. Hier bilden Menschen eine Wohngemeinschaft, bei der Nachhaltigkeit im Vordergrund steht. Bei einem Ökodorf ist es zudem wichtig, dass die meisten Lebensbereiche – wenn nicht gar alle – im Rahmen des Gemeinschaftslebens stattfinden. Also zum Beispiel Arbeit, Bildung, Freizeit, soziale Absicherung, Produktion usw. Fast immer sind Ökodörfer daher landwirtschaftlich ausgerichtet und unterscheiden sich stark von den etablierten arbeitsteiligen Gesellschaften der westlichen Welt. © Wolfram Weber / IMAGO
In den letzten Jahren waren sie so oft in den Medien vertreten, wie kaum eine andere alternative Wohnform: Tiny Houses. Meist gibt es sie im Rahmen ganzer Siedlungen. Sinn und Zweck des Ganzen sind platzsparendes und damit vor allem preiswertes Wohnen, oft verbunden mit weitgehender Energie-Autarkie, beispielsweise durch installierte Solarpanel auf dem Dach. Tiny Houses biten flächenmäßig nur wenig Wohnraum, durch eine effiziente, oft mehrstöckige Aufteilung sowie mittels multifunktionaler Möbel, die sich im Handumdrehen verstellen oder verschieben lassen, holen die Bewohner das Maximum aus dem Platz heraus. Für viele Experten stellen Tiny Houses daher das Wohnen der Zukunft dar.
In den letzten Jahren waren sie so oft in den Medien vertreten, wie kaum eine andere alternative Wohnform: Tiny Houses. Meist gibt es sie im Rahmen ganzer Siedlungen. Sinn und Zweck des Ganzen sind platzsparendes und damit vor allem preiswertes Wohnen, oft verbunden mit weitgehender Energie-Autarkie, beispielsweise durch installierte Solarpanele auf dem Dach. Tiny Houses bieten flächenmäßig nur wenig Wohnraum, durch eine effiziente, oft mehrstöckige Aufteilung sowie mittels multifunktionaler Möbel, die sich im Handumdrehen verstellen oder verschieben lassen, holen die Bewohner das Maximum aus dem Platz heraus. Für viele Experten stellen Tiny Houses daher das Wohnen der Zukunft dar. © Stephan Görlich / IMAGO
Auch ein Trend, der gerade auf der Überholspur unterwegs ist: Kleingärten, beziehungsweise Schrebergärten. Die Flucht ins Grüne, auch mitten in der Stadt, ist für viele Menschen verlockend. Hinzu kommt, dass der Garten rund um die Laube feines, selbst angebautes Gemüse ermöglicht. Ein Stück Autarkie im konsumgeprägten Leben. Die Nachfrage nach den Lauben in Kleingartensiedlungen ist daher enorm hoch, da die Pachtkosten meist sehr niedrig sind. Einen Haken gibt es aber: Dauerhaft wohnen dürfen die Besitzer und Mieter in den Schrebergärten nicht – das verbietet das Gesetz. Wie viele Menschen sich daran halten, steht allerdings auf einem anderen Blatt Papier.
Auch ein Trend, der gerade auf der Überholspur unterwegs ist: Kleingärten, beziehungsweise Schrebergärten. Die Flucht ins Grüne, auch mitten in der Stadt, ist für viele Menschen verlockend. Hinzu kommt, dass der Garten rund um die Laube feines, selbst angebautes Gemüse ermöglicht. Ein Stück Autarkie im konsumgeprägten Leben. Die Nachfrage nach den Lauben in Kleingartensiedlungen ist daher enorm hoch, da die Pachtkosten meist sehr niedrig sind. Einen Haken gibt es aber: Dauerhaft wohnen dürfen die Besitzer und Mieter in den Schrebergärten nicht – das verbietet das Gesetz. Wie viele Menschen sich daran halten, steht allerdings auf einem anderen Blatt Papier. © Westend61 / IMAGO
Quadratmeter und Besitz reduzieren und ab auf den Campingplatz – für viele Menschen in Bayern wird dieser Schritt regelmäßig zur Realität. Als Dauercamper leben sie dann neben anderen Dauercampern und Touristen. Auf der einen Seite hat man so das ganze Jahr über ein vielfältiges Freizeitangebot, eine oft eingeschworene Nachbarschaft und lebt meist nah an der Natur. Auf der anderen Seite steht natürlich der Verzicht auf verschiedene Komforts, im Winter gibt es zum Beispiel oft kein fließendes Wasser auf Campingplätzen. Im Gegensatz zum Wohnen im Schrebergarten ist das Dauercamping aber – wenn auch bürokratisch kompliziert – ganz legal.
Quadratmeter und Besitz reduzieren und ab auf den Campingplatz – für viele Menschen in Bayern wird dieser Schritt regelmäßig zur Realität. Als Dauercamper leben sie dann neben anderen Dauercampern und Touristen. Auf der einen Seite hat man so das ganze Jahr über ein vielfältiges Freizeitangebot, eine oft eingeschworene Nachbarschaft und lebt meist nah an der Natur. Auf der anderen Seite steht natürlich der Verzicht auf verschiedene Komforts, im Winter gibt es zum Beispiel oft kein fließendes Wasser auf Campingplätzen. Im Gegensatz zum Wohnen im Schrebergarten ist das Dauercamping aber – wenn auch bürokratisch kompliziert – ganz legal. © Kickner / IMAGO
Auch Hausboote gibt es in Bayern – zwar nicht so verbreitet, wie beispielsweise in Hamburg oder den Niederlanden, doch an den meisten größeren Gewässern sind auch im Freistaat welche zu finden. Meistens werden sie aber als Übernachtungsmöglichkeiten für Urlauber angeboten. Vereinzelt gibt es aber auch Menschen, die dauerhaft in einem Hausboot wohnen. Für sie sind die Nähe zu Natur und Wasser, die gute Luft und die meist preiswerten Miet-/Wohnkosten die Hauptgründe für das Leben im Hausboot.
Auch Hausboote gibt es in Bayern – zwar nicht so verbreitet, wie beispielsweise in Hamburg oder den Niederlanden, doch an den meisten größeren Gewässern sind auch im Freistaat welche zu finden. Meistens werden sie aber als Übernachtungsmöglichkeiten für Urlauber angeboten. Vereinzelt gibt es aber auch Menschen, die dauerhaft in einem Hausboot wohnen. Für sie sind die Nähe zu Natur und Wasser, die gute Luft und die meist preiswerten Miet-/Wohnkosten die Hauptgründe für das Leben auf dem Hausboot. © imagebroker / IMAGO

„Es gibt ganz viele Klauseln, die zwar unterschrieben, aber nicht wirksam sind“, erklärt Janßen. Darunter fallen beispielsweise sogenannte Schönheitsreparaturklauseln, die den Mieter verpflichten wollen, die Wohnung bei einem Auszug zu streichen. In vielen Fällen stünden keine Einschränkungen dabei, zum Beispiel ab wie vielen Jahren oder ab welchem Abnutzungsgrad diese Klausel greift. Solche Endrenovierungsklauseln, ähnlich wie bei der Nachmieterklausel, treten also trotz Unterschrift nicht in Kraft.

Vermieter tragen Verantwortung gegenüber ihren Mietern und müssen gewissen Pflichten nachkommen. Dazu zählen auch gesetzliche Verpflichtungen. Bei Verstößen drohen ihnen saftige Bußgelder in Höhe von bis zu 50.000 Euro oder sogar das Gefängnis. (gel)

Rubriklistenbild: © Screenshot/Reddit r/wohnen

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