VonSebastian Oppenheimerschließen
Ein Crashtest des ADAC offenbart, wie gefährlich ungesicherte Reifen im Auto sein können. Worauf Autofahrer beim Transport achten sollten.
Immer mehr Fahrzeugbesitzer entscheiden sich laut einer Untersuchung für Ganzjahresreifen. In einem kürzlich durchgeführten Test schnitten Allwetterreifen auch gar nicht schlecht ab. Dennoch sind Sommer- oder Winterreifen bei bestimmten Witterungsbedingungen den Allroundern überlegen. Ein großer Nachteil – neben den Kosten für zwei Reifen- und Felgensätze – ist der saisonale Wechsel im Herbst und Frühling. Einige lassen ihre Reifen direkt in der Werkstatt einlagern, während andere die nicht benötigten Reifen in Keller oder Garage aufbewahren. Wenn es dann an der Zeit für den Wechsel ist – oder neue Reifen auf die Felgen gezogen werden müssen – muss man die Reifen transportieren. Und hier ist Vorsicht geboten.
Crashtest mit 50 km/h: Ungesicherter Reifen schießt gegen Kopfstütze des Fahrers
Um zu demonstrieren, wie gefährlich die nicht korrekte Sicherung von Reifen im Auto ist, führten ADAC-Experten einen speziellen Crashtest durch. In einem Golf V klappten sie die Rücksitzlehnen um und legten die Reifen ungesichert im Fahrzeug ab. Nicht wenige Autobesitzer transportieren ihre Reifen womöglich genau so – doch laut dem Automobilclub ist dies ein „fataler Fehler“. Bei einem Aufprall mit 50 km/h auf eine starre Barriere mutierten die Pneus zu gefährlichen Geschossen. Ein Reifen prallte gegen die Kopfstütze des Fahrers, die aus ihrer Verankerung gerissen wurde. Laut dem ADAC hätten die Insassen durch die Reifen schwere Verletzungen am Oberkörper und Kopf erlitten. Je nach Fahrzeug und Lagerung der Pneus im Fahrzeug könnte der Kopf noch härter getroffen werden, so die Experten. Es sei auch möglich, dass ein Reifen bei einem Unfall durch die Windschutzscheibe fliege.
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Aufprall mit gesicherten Reifen: Risiko schwerer Verletzungen sinkt deutlich
In einem zweiten Crashtest mit einem baugleichen Fahrzeug waren die Reifen gut gesichert. Ergebnis: Die Pneus flogen nicht mehr durch das Auto, aber die enormen Kräfte zeigten dennoch Wirkung. Ein Gurt im Kofferraum riss, die Rücksitzlehne wurde durch die Reifen stark verformt. Obwohl Fahrer und Beifahrer keine zusätzlichen Verletzungen erlitten hätten, wäre es laut den ADAC-Experten in diesem Fall besser gewesen, nicht auf der Rückbank zu sitzen.
Ungesicherte Reifen sind jedoch nicht nur bei einem Unfall gefährlich. Auch bei Brems- und Ausweichmanövern können kritische Situationen entstehen.
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Reifentransport im Auto: Darauf müssen Sie achten
Der ADAC empfiehlt folgende Maßnahmen, um Reifen im Auto sicher zu transportieren:
- Sichern Sie die Reifen im Kofferraum mit Spanngurten oder – noch besser – einem speziellen Ladungssicherungsnetz.
- Stecken Sie die Dreipunktgurte auf der Rücksitzbank in die diagonal gegenüberliegenden Gurtschlösser ein – das stabilisiert die Lehne bei einem Aufprall zusätzlich.
- Wenn nicht alle Reifen in den Kofferraum passen, klemmen Sie die übrigen Räder hinter den Vordersitzen ein.
- Lassen Sie die Reifen nach Möglichkeit einlagern, um den Transport zu vermeiden.
Der Automobilclub weist außerdem darauf hin, dass bei ungesicherter Ladung ein Bußgeld von bis zu 200 Euro und ein Punkt in Flensburg drohen. Sollten bei einem Unfall Insassen verletzt werden, können im schlimmsten Fall Strafen wegen fahrlässiger Körperverletzung verhängt werden.
Rubriklistenbild: © Uwe Rattay/ADAC

