Crashtest des ADAC

Reifen als gefährliches Geschoss: ADAC-Crashtest zeigt, was bei einem Unfall passiert

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Ein Crashtest des ADAC offenbart, wie gefährlich ungesicherte Reifen im Auto sein können. Worauf Autofahrer beim Transport achten sollten.

Immer mehr Fahrzeugbesitzer entscheiden sich laut einer Untersuchung für Ganzjahresreifen. In einem kürzlich durchgeführten Test schnitten Allwetterreifen auch gar nicht schlecht ab. Dennoch sind Sommer- oder Winterreifen bei bestimmten Witterungsbedingungen den Allroundern überlegen. Ein großer Nachteil – neben den Kosten für zwei Reifen- und Felgensätze – ist der saisonale Wechsel im Herbst und Frühling. Einige lassen ihre Reifen direkt in der Werkstatt einlagern, während andere die nicht benötigten Reifen in Keller oder Garage aufbewahren. Wenn es dann an der Zeit für den Wechsel ist – oder neue Reifen auf die Felgen gezogen werden müssen – muss man die Reifen transportieren. Und hier ist Vorsicht geboten.

Reifen als Geschoss: Ein Crashtest des ADAC mit ungesicherten Pneus im Innenraum zeigt, was bei einem Unfall passiert.

Crashtest mit 50 km/h: Ungesicherter Reifen schießt gegen Kopfstütze des Fahrers

Um zu demonstrieren, wie gefährlich die nicht korrekte Sicherung von Reifen im Auto ist, führten ADAC-Experten einen speziellen Crashtest durch. In einem Golf V klappten sie die Rücksitzlehnen um und legten die Reifen ungesichert im Fahrzeug ab. Nicht wenige Autobesitzer transportieren ihre Reifen womöglich genau so – doch laut dem Automobilclub ist dies ein „fataler Fehler“. Bei einem Aufprall mit 50 km/h auf eine starre Barriere mutierten die Pneus zu gefährlichen Geschossen. Ein Reifen prallte gegen die Kopfstütze des Fahrers, die aus ihrer Verankerung gerissen wurde. Laut dem ADAC hätten die Insassen durch die Reifen schwere Verletzungen am Oberkörper und Kopf erlitten. Je nach Fahrzeug und Lagerung der Pneus im Fahrzeug könnte der Kopf noch härter getroffen werden, so die Experten. Es sei auch möglich, dass ein Reifen bei einem Unfall durch die Windschutzscheibe fliege.

Von Audi bis Jaguar: Diese Autos wurden 2024 bereits eingestellt

Renault Megane in Blau
Renault Mégane: Seit knapp 30 Jahren bauen die Franzosen den Kompaktwagen. Er ist damit ein absoluter Dauerbrenner. Doch für den Verbrenner ist nun Schluss! Die elektrische Version mit dem Namenszusatz E-Tech darf jedoch weiterleben. © Renault
Ein Renault Zoe.
Renault Zoe: Obwohl der Kleinwagen rein elektrisch unterwegs ist, sind seine Tage nach knapp zehn Jahren gezählt. Damals war der Zoe eines der ersten elektrischen Massenmodelle. In seine Fußstapfen tritt Ende des Jahres der 5. Damit verabschiedet Renault ein Modell und holt den Namen eines anderen sehr erfolgreichen Pkw wieder zurück. © Renault
Kia e-Soul.
Kia e-Soul: Und auch ein weiterer Wegbereiter der Elektromobilität verschwindet vom deutschen Markt. Und auch hier füllt ein anderes Modell die Lücke. Der Kia EV3 soll den e-Soul beerben. Die Gründe liegen auf der Hand: Der EV3 ist günstiger und bietet mehr Leistung als der e-Soul. Mit der veralteten Technologie und dem unkonventionellen Design war der e-Soul in Deutschland nie besonders beliebt. 2023 wurden lediglich 556 Einheiten in Deutschland verkauft. © Kia
Smart ForTwo EQ.
Smart ForTwo EQ: Der Abschied des Kleinstwagen kommt alles andere als unvorbereitet. Er ist die Folge der Neuausrichtung der Marke an sich. Nach 25 Jahren ist seit Ende März endgültig Schluss. Ein neuer Zweisitzer ist aber in Planung und könnte 2026 auf den Markt kommen. © Mercedes-Benz
Mitsubishi Space Star.
Mitsubishi Space Star: Mit dem Japaner stirbt ein weiterer Kleinwagen den Modelltod. Mitsubishi begründet das Aus des Space Star mit steigenden Anforderungen an Assistenzsysteme und Cybersicherheit. © Mitsubishi
Volvo S60
Volvo S60: Ein kompletter Abschied ist das eigentlich nicht. Denn der S60 soll ab 2025 in China und der Türkei weiter angeboten und gebaut werden. In Deutschland ist er dann jedoch nicht mehr erhältlich. Der Kombi V60 hingegen vermutlich schon. © Volvo
Ein Peugeot 508 Hybrid lädt an einer Wallbox
Peugeot 508: Und auch bei den Franzosen muss ein Mittelklassemodell gehen. Mit dem 508 trat Peugeot gegen den VW Passat und den Audi A4 an. Anfang 2023 spendierte man dem 508 noch einmal ein Facelift. Hier erwischt es neben der Limousine aber auch den Kombi. Diese gibt es schon jetzt nur noch als Plug-in-Hybride. Ende des Jahres ist dann Schluss. © Peugeot
Maserati Levante
Maserati Levante: Im Jahr 2016 war der Levante der erste SUV der Nobelmarke aus Italien. Sieben Jahre später heißt es frei nach Andrea Bocelli: Time to say Goodbye. Die Produktion lief bereits im März aus. Einen Nachfolger soll es ab 2027 geben. Natürlich rein elektrisch! © Maserati
Ein Jaguar F-Type.
Jaguar F-Type: Mit einem finalen Sondermodell schicken die Briten den Sportwagen in seinen wohlverdienten Ruhestand. Das letzte Exemplar wird im Markenmuseum ausgestellt. Doch auch andere Modellreihen werden nur noch abverkauft. Jaguar stellt nämlich konsequent auf Elektro um und verkauft vorerst keine Neuwagen mehr. © Jaguar
Audi R8
Audi R8: Sportwagen kann man auch in Ingolstadt. Das hat Audi mehrfach beweisen und mit dem R8 im GT-Bereich zahlreiche Rennen und Titel gewonnen. Und auch auf der normalen Straße war der Sportwagen eine Ikone. Im März 2024 verließen die letzten Exemplare die Manufaktur Böllinger Höfe in Heilbronn. Insgesamt wurde der R8 seit 2006 45.949 Mal gebaut.  © Audi

Aufprall mit gesicherten Reifen: Risiko schwerer Verletzungen sinkt deutlich

In einem zweiten Crashtest mit einem baugleichen Fahrzeug waren die Reifen gut gesichert. Ergebnis: Die Pneus flogen nicht mehr durch das Auto, aber die enormen Kräfte zeigten dennoch Wirkung. Ein Gurt im Kofferraum riss, die Rücksitzlehne wurde durch die Reifen stark verformt. Obwohl Fahrer und Beifahrer keine zusätzlichen Verletzungen erlitten hätten, wäre es laut den ADAC-Experten in diesem Fall besser gewesen, nicht auf der Rückbank zu sitzen.

Ungesicherte Reifen sind jedoch nicht nur bei einem Unfall gefährlich. Auch bei Brems- und Ausweichmanövern können kritische Situationen entstehen.

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Reifentransport im Auto: Darauf müssen Sie achten

Der ADAC empfiehlt folgende Maßnahmen, um Reifen im Auto sicher zu transportieren:

  • Sichern Sie die Reifen im Kofferraum mit Spanngurten oder – noch besser – einem speziellen Ladungssicherungsnetz.
  • Stecken Sie die Dreipunktgurte auf der Rücksitzbank in die diagonal gegenüberliegenden Gurtschlösser ein – das stabilisiert die Lehne bei einem Aufprall zusätzlich.
  • Wenn nicht alle Reifen in den Kofferraum passen, klemmen Sie die übrigen Räder hinter den Vordersitzen ein.
  • Lassen Sie die Reifen nach Möglichkeit einlagern, um den Transport zu vermeiden.

Der Automobilclub weist außerdem darauf hin, dass bei ungesicherter Ladung ein Bußgeld von bis zu 200 Euro und ein Punkt in Flensburg drohen. Sollten bei einem Unfall Insassen verletzt werden, können im schlimmsten Fall Strafen wegen fahrlässiger Körperverletzung verhängt werden.

Rubriklistenbild: © Uwe Rattay/ADAC

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