VonJuliane Reyleschließen
Mit wie viel Rente zählen Senioren zur Unterschicht in Deutschland? Ein Blick auf die Einkommenssituation von Ruheständlern gibt die Antwort.
Viele Rentner fragen sich: Gehören wir mit unserer Rente zur Unterschicht? Eine aktuelle Liste zeigt, ab welchem Einkommen Senioren zu den unteren Einkommensgruppen zählen. Doch dafür gilt auch zu klären: Was bedeutet „Unterschicht“ in Deutschland eigentlich?
Wer gehört zur Unterschicht? 14 Prozent der Deutschen – auch Rentner
Der Begriff „Unterschicht“ ist primär ein soziologischer Begriff und keine exakt definierte statistische Kategorie wie beispielsweise die Armutsgefährdungsschwelle, die sich am Medianeinkommen orientiert. Doch um die Unterschicht zu beschreiben, wird ein Gehalt unter der Grenze gerne als Orientierung genutzt.
In Deutschland gelten Personen als Teil der unteren Einkommensgruppen und als armutsgefährdet, wenn ihr Nettoeinkommen unter 60 Prozent des Medianeinkommens liegt, wie das Statistische Bundesamt erklärt. Laut Hans-Böckler-Stiftung gehören rund 14 Prozent der Einwohner Deutschlands der Unterschicht in Deutschland an – darunter auch einige Ruheständler.
Mit welchem Netto-Einkommen gehören Rentner zur Unterschicht?
Wie das ifo-Institut (Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München) schreibt, gilt als niedriges Jahreseinkommen für Singles in Deutschland weniger als 17.475 Euro netto. Paare gehören zur Unterschicht, wenn sie gemeinsam weniger als 26.212 Euro jährliches Netto-Einkommen haben und Paare mit zwei Kindern, wenn sie weniger als 36.698 Euro Netto-Einkommen pro Jahr erhalten.
Das hieße, dass ein allein lebender Ruheständler mit einer Rente von weniger als 17.475 Euro netto im Jahr zur Unterschicht gehört. Umgerechnet auf das Monatseinkommen bedeutet das, dass Rentner mit einer geringeren monatlichen Netto-Rente als 1456,25 Euro zur Unterschicht gehören. Wer mehr Netto-Einkommen im Ruhestand erhält, könnte entweder mit seiner Rente zur Mittelschicht gehören oder zur Oberschicht.
Welche Rente gehört laut ifo-Institut zur Unterschicht?
- Jahreseinkommen von weniger als 17.475 Euro netto
- Monatliche Rente von weniger als 1456,25 Euro netto
Eine Tabelle zeigt, wann Rentner genau zur Unter-, Mittel- oder Oberschicht gehören.
Welche Rentner in Deutschland gehören zur Unterschicht?
Laut einer Regierungsanfrage im Sommer 2024 lag die durchschnittliche Rente in Deutschland für Rentner mit mindestens 45 Versicherungsjahren im Jahr 2023 bei 1.604 Euro monatlich, wie die WirtschaftsWoche schreibt. Berücksichtigt man jedoch alle Altersrenten, liegt die durchschnittliche Renten-Auszahlung nur bei rund 1.100 Euro, wie echo24.de bereits berichtete. Demnach würden wesentlich mehr Ruheständler zur Unterschicht zählen, als bisher angenommen.
Denn das Medianeinkommen liegt laut dem internationalen Personaldienstleister SD Worx im Jahr 2025 bei 45.800 Euro, das heißt bei 3816,67 Euro brutto pro Monat. Wer weniger Rente als 60 Prozent des Medianeinkommens, also weniger als 2290 Euro Rente bekommt, würde laut dem Statistischen Bundesamt zur Unterschicht gehörten.
Unterschicht der Rente laut Statistischem Bundesamt:
- Weniger als 2290 Euro Brutto-Rente pro Monat
- Weniger als 27.480 Euro Brutto-Rente im Jahr
Die Höhe der Rente hängt mit den Entgeltpunkten, auch Rentenpunkte genannt, zusammen. echo24.de erklärt, wie viele Rentenpunkte es 2025 je nach Gehalt gibt.
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