VonPeter Kieferschließen
Das alte Ost-West-Thema steckt nicht nur nach wie vor in den Köpfen vieler Deutscher, sondern macht sich auch bei der Rente finanziell bemerkbar. Wer wo mehr erhält.
Frauen in Westdeutschland bekommen im Schnitt weiterhin weniger als 1000 Euro Rente pro Monat. In Ostdeutschland dagegen lag die durchschnittliche Rentenhöhe für Frauen im Jahr 2023 in keinem Bundesland mehr unter 1100 Euro. Im Durchschnitt erhalten Rentnerinnen im Osten 1218 Euro – das sind 357 Euro mehr als im Westen. Das zeigen Berechnungen des Prognos-Instituts und des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).
Höchste Frauenrenten in Potsdam, niedrigste in der Eifel
Den bundesweit höchsten Wert erreichten Frauen in Potsdam (Brandenburg) mit durchschnittlich 1314 Euro im Monat. Am unteren Ende der Skala liegt der Eifelkreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz: Hier erhalten Frauen im Schnitt nur 668 Euro monatlich – fast halb so viel wie in Potsdam.
Familiäre Auszeiten beeinflussen Rentenhöhe im Westen
Der deutliche Unterschied zwischen Ost und West hat vor allem familiäre Gründe. In den alten Bundesländern waren viele Frauen lange Zeit hauptsächlich Hausfrauen und arbeiteten auch nach der Kindererziehung häufig nur in Teilzeit.
„Das führt dazu, dass Frauen weniger in Rentenkassen und Altersvorsorge einzahlen und im Alter dann finanziell schlechter dastehen als Männer“, erklärt Moritz Schumann, stellvertretender GDV-Hauptgeschäftsführer gegenüber der dpa. Dementsprechend beziehen Männer in Westdeutschland im Schnitt eine um zwei Drittel höhere Rente.
Mehr Erwerbstätigkeit bei Frauen im Osten
In Ostdeutschland ist die Erwerbstätigkeit von Frauen traditionell höher – ein Erbe aus vergangenen DDR-Zeiten, wo ihnen dank umfangreicher staatlicher Kinderbetreuung eher Vollzeitjobs möglich waren, als Müttern im Westen. Und dennoch sind Millionen Rentnerinnen in Deutschland von Altersarmut bedroht, wie echo24.de berichtet.
Bei Männern hingegen sind die Rentenunterschiede zwischen Ost und West kaum noch spürbar. Laut Auswertung lag die durchschnittliche Männerrente im Westen bei 1430 Euro, im Osten bei 1416 Euro. Somit beziehen Frauen in Deutschland noch immer deutlich weniger Rente als Männer.
Höchste Männerrenten im Ruhrgebiet – Landkreis im Südwesten Schlusslicht
Auch bei den Männern gibt es regionale Unterschiede. Die niedrigsten Männerrenten wurden im Landkreis Waldshut im Südschwarzwald gezahlt – durchschnittlich 1201 Euro im Monat. Damit lag dieser Wert sogar unter dem Durchschnitt vieler Frauenrenten in Brandenburg, Sachsen oder Mecklenburg-Vorpommern.
Am besten stehen männliche Rentner im Ruhrgebiet da: Spitzenreiter ist der Kreis Bottrop mit einer durchschnittlichen Monatsrente von 1686 Euro.
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