VonAdrian Kilbschließen
Im Sommer 2026 landet bei den Rentnern erneut mehr Geld auf dem Konto. Die Erhöhung ist fast exakt so hoch wie dieses Jahr und soll Kaufkraftverluste auffangen.
Die Merz-Regierung ging in einem Entwurf des Rentenversicherungsberichts noch von einer Rentenanpassung von etwa 3,7 Prozent aus. Jetzt ist es dank der zweiten Nachkommastelle sogar etwas mehr: Die Altersbezüge der rund 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner in Deutschland sollen im kommenden Juli um 3,73 Prozent steigen! Fast um den gleichen Wert, nämlich um 3,74 Prozent, stieg erst in diesem Sommer die gesetzliche Rente.
Rentenerhöhung im Sommer 2026 bringt 21 Millionen Ruheständlern mehr Geld
Die genaue Rentenerhöhung wurde von Alexander Gunkel, dem Vorsitzende des Bundesvorstands der Deutschen Rentenversicherung (DRV) am Dienstag, dem 11. November 2025 bestätigt. Den Ausschlag für die Steigerung geben die Bruttolöhne der Arbeitnehmer in der Bundesrepublik, die sich ebenfalls um 3,6 Prozent erhöhen, schreibt die Deutsche Presseagentur (dpa).
Jeder einzelne Ruheständler dürfte die Botschaft mit Freude vernehmen, bedeutet sie doch höhere monatliche Überweisungen auf das Bankkonto. Bei einer Rente von 1500 Euro hätten die Senioren damit rechnerisch künftig 56 Euro mehr und damit knapp 1556 Euro im Geldbeutel. „Sollte die Inflationsrate wie erwartet bei 2,1 Prozent liegen, wird die Kaufkraft der Renten auch im kommenden Jahr spürbar steigen“, sagte Gunkel weiter.
Deutliche Kritik an Finanzierungsplänen der Rente durch die Merz-Regierung
Beim Versicherungsträger selbst sieht es hingegen weniger rosig aus: Die Ausgaben übersteigen die Einnahmen dieses Jahr voraussichtlich um vier Milliarden Euro übersteigen, wie Gunkel, der im Sozialbeirat die Bundesregierung in Rentenfragen berät, erklärt.
In zentralen Details übte Gunkel deutliche Kritik an den Rentenplänen der Bundesregierung, mit denen unter anderem das Absicherungsniveau der Rente bis 2031 bei 48 Prozent gehalten werden soll – in einem Land ist das Rentenniveau fast doppelt so hoch. Der Beitragssatz soll dagegen angehoben werden, voraussichtlich um 1,2 Prozentpunkte von aktuell 18,6 auf dann 19,8 Prozent im Jahr 2028 - „der erste Beitragsanstieg seit 2007“, wie Gunkel erläuterte.
Beitragszahler müssen für den Rentenpuffer laut Koalition blechen
Hintergrund ist, dass mit dem Rentenpaket die Rentenkasse finanziell auch etwas besser ausgestattet werden soll. Angehoben werden soll die untere Grenze für ihre Reserve, die Nachhaltigkeitsrücklage. Gunkel begrüßte die geplante Vergrößerung dieses Puffers. Besser ausgeglichen werden sollen so Schwankungen bei der Liquidität.
Der Arbeitgebervertreter der Renten-Selbstverwaltung forderte, die Zusatzkosten für die Anhebung der Mindestrücklage müssten zwischen Bund und Beitragszahlern aufgeteilt werden. Die Pläne sollten vor dem erwarteten Beschluss des Rentenpakets im Bundestag im Dezember noch korrigiert werden, verlangte Gunkel. Grundsätzliche Reformen will die Koalition im kommenden Jahr ferner von einer Rentenkommission anstoßen lassen.
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