Liste gibt Länder-Überblick

Rentenniveau in Deutschland bei 48 Prozent: In welchem Land es fast doppelt so hoch ist

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Im Schnitt gibt es in Deutschland eine Rente in Höhe von 48 Prozent des Durchschnittslohns. In anderen europäischen Ländern liegt das Niveau deutlich höher.

Das Rentenniveau beschreibt, wie hoch die Durchschnittsrente im Vergleich zum Durchschnittsgehalt in Deutschland ausfällt. Aktuell liegt das Rentenniveau bei 48 Prozent – die Merz-Regierung hat es sich zum Ziel gesetzt, das Niveau zu sichern. Doch es gibt auch Kritik: Das Rentenniveau sei zu niedrig. Ein Blick auf das Rentenniveau in anderen Ländern zeigt: Anderswo gibt es auch deutlich niedrigere Werte. Doch manche europäische Länder stehen deutlich besser da als Deutschland.

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Merz-Regierung will Standardrentenniveau in Deutschland bei 48 Prozent halten

Die Merz-Regierung hat ein Gesetz für ein stabiles Rentenniveau bis 2031 und bessere Renten für Millionen Mütter auf den Weg gebracht, wie die dpa am Mittwoch (6. August) mitteilt. Das Bundeskabinett billigte einen Entwurf von Sozialministerin Bärbel Bas (SPD), den der Bundestag bis Jahresende beschließen soll.

Das Rentenniveau ist nur eine Rechengröße. Sie setzt Renten nach 45 Beitragsjahren mit Durchschnittsverdienst ins Verhältnis zum aktuellen Durchschnittslohn. Das sagt nichts über die eigene Rente, ist aber ein Orientierungswert.

Das Rentengesetz ist der erste von mehreren geplanten Reformschritten. Das Rentenniveau soll bis 2031 bei 48 Prozent gehalten werden. Damit fallen die Renten dauerhaft etwas höher aus als ohne die Reform. Das Sozialministerium rechnet konkret vor: „Durch die Stabilisierung des Rentenniveaus bei 48 Prozent fällt eine Rente von beispielsweise 1.500 Euro zum 1. Juli 2031 um etwa 35 Euro pro Monat höher aus. Das ist ein Plus von 420 Euro im Jahr.“

So hat sich das Rentenniveau in Deutschland entwickelt.

Standardrentenniveau in Deutschland bei 48 Prozent: In diesen Ländern ist es deutlich höher

In anderen europäischen Ländern ist das Rentenniveau deutlich höher als in Deutschland, wie aus dem Jahresbericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) für das Jahr 2023 hervorgeht und die Mainpost berichtet:

  • Niederlande: rund 90 Prozent
  • Österreich: 87 Prozent
  • Frankreich: 72 Prozent
  • Schweden: 65 Prozent
  • Norwegen: 55 Prozent

So kritisiert etwa die Nürnberger Zeitung: „ Schon die derzeitigen rund 50 Prozent sind im europäischen Vergleich unterdurchschnittlich und in vielen Ballungsräumen im Vergleich zum Mietniveau unzumutbar.“

Rentenhöhe im Vergleich zum letzten Nettoeinkommen – hohes Niveau bedeutet nicht gleich viel Geld

Andere Werte ergeben sich, wenn man nicht die Durchschnittsrente mit dem Durchschnittslohn in Deutschland vergleicht, sondern einen Blick darauf wirft, wie hoch die Rente (nach 45 Jahren Beitrags) im Vergleich zum letzten Nettolohneinkommen vergleicht. Das Rentenniveau liegt dann in Deutschland laut buerger-geld.org bei 52,9 Prozent – Nettolohn: 2.870 Euro, Durchschnitts-Netto-Rente nach 45 Beitragsjahren bei 1517 Euro. Für andere Länder ergeben sich folgende Werte:

  • Portugal: 90,3 Prozent – allerdings: Hohes Rentenniveau, niedriges Lohnniveau: Nettolohn bei 1294 Euro, Rente bei 1168 Euro
  • Niederlande: 89,2 Prozent – gewinnt mit starken Zusatzrenten: Nettolohn bei 3463 Euro, Rente bei 3089 Euro
  • Luxemburg; 88,7 Prozent – sehr hohe Renten, aber auch hohe Lebenshaltungskosten: Nettolohn bei 3970 Euro, Rente bei 3521 Euro
  • Österreich: 87,1 Prozent: –Nettolohn bei 2986 Euro, Rente bei 2600 Euro
    Dänermark: 84 Prozent – Nettolohn bei 3378 Euro, Rente bei 2837 Euro
  • Italien: 81,7 Prozent – Nettolohn bei 2009 Euro, Rente bei 1640 Euro
  • Spanien: 80,3 Prozent – Nettolohn bei 1858 Euro, Rente bei 1493 Euro
  • Frankreich: 74,4 Prozent – Nettolohn bei 2504 Euro, Rente bei 1864 Euro

In diesen europäischen Ländern hat die Rente die höchste Kaufkraft

Die Zahlen zeigen: Nur weil die Rente im Vergleich zum letzten Lohn prozentual hoch ausfällt, bedeutet das nicht gleich, dass viel Geld auf dem Konto landet. buerger-geld.org vergleicht deshalb die Rentenhöhe mit den Kaufkraftstandards, wodurch sich eine neue Liste ergibt, welche Länder am besten abschneiden. Die höchste „Rentenkaufkraft“ haben:

  1. Luxemburg
  2. Niederlande
  3. Dänemark
  4. Österreich
  5. Deutschland
  6. Frankreich
  7. Spanien
  8. Italien

Die Vergleiche zeigen: Egal welche Werte verglichen werden – in einigen anderen europäischen Ländern stehen Rentner deutlich besser da als in Deutschland. Immerhin bei der „Rentenkaufkraft“ landet Deutschland auf Platz fünf. Der Kaufkraftverlust im Alter ist ein Punkt, den viele bei der Altersvorsorge vergessen.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Zoonar.com/Klaus Ohlenschlaeger

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