VonLisa Kleinschließen
Steigt der Rentenbeitrag, bedeutet das für Arbeitnehmer höhere Sozialabgaben – das Gehalt schrumpft. Der neue Rentenbericht zeigt, wie sich der Rentenbeitrag bis 2039 weiter entwickeln könnte.
Wer festangestellt ist, hat keine Wahl: Arbeitnehmer in Deutschland müssen bis auf wenige Ausnahmen in die Rentenkasse einzahlen. Dabei wird die Hälfe des Rentenbeitrags vom Arbeitnehmer übernommen, die andere Hälfte zahlt der Arbeitgeber. Aktuell beträgt der Rentenbeitrag insgesamt 18,6 Prozent. Arbeitnehmern werden demnach 9,3 Prozent vom Bruttolohn abgezogen. Bereits ab 2027 soll der Rentenbeitrag steigen. echo24.de zeigt anhand einer Tabelle, wie viel dann vom Bruttolohn abgeht.
Je nachdem, wie sich der Arbeitsmarkt in den nächsten Jahren entwickelt, wird der Beitrag für die Rente stark oder weniger stark erhöht. Modellberechnungen in dem Rentenbericht 2025 des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zeigen, wie sich die Beitragssätze bis 2039 weiter entwickeln könnten.
Rentenbericht 2025 mit Prognosen bis 2039 zeigt, wie der Rentenbeitrag weiter steigen könnte
Auf über Hundert Seiten berichtet die Bundesregierung ausführlich über die Entwicklung der gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland. Neben Einblicken in die Finanzlage im Jahr 2024 gibt der Bericht außerdem einen Ausblick, wie sich die Rentenversicherung in den Jahren 2025 bis 2039 weiter entwickeln könnte. echo24.de hat einen genaueren Blick auf die Prognosen geworfen.
Dabei gibt es verschiedene Modellberechnungen und Szenarien, je nachdem, wie sich der Arbeitsmarkt in Deutschland in den nächsten Jahren weiter entwickelt. Tabellen zeigen neun verschiedene Berechnungskategorien. In den Prognosen wird einmal von einer unteren, mittleren und oberen Lohnvariante ausgegangen – die Kategorien sagen aus, wie der Durchschnittslohn der Versicherten steigt.
In den verschiedenen Kategorien gibt es jeweils drei Unterkategorien, mit Beschäftigungsvarianten – von niedrig über mittel bis hoch. Die Beschäftigungsvarianten wiederum sagen aus, wie sich die Zahl der beschäftigten Arbeiter und Angestellten ab 2026 entwickelt.
So gibt es etwa eine große Spanne, wie viel ein Rentenpunkt bis 2039 wert sein könnte. Anhand des Rentenpunkts kann außerdem berechnet werden, wie die Standardrente in den nächsten Jahren weiter steigt. Die Diskrepanz zwischen den verschiedenen Szenarien liegt bei rund 450 Euro bis 2035.
Tabellen zeigen: So könnte der Rentenbeitrag in den Jahren weiter steigen
Das beste Szenario für Arbeitnehmer ist die obere Lohnvariante mit einer hohen Beschäftigungsanzahl – denn dann würde der Rentenbeitrag über die nächsten Jahre am wenigsten steigen. Das für Arbeitnehmer schlechteste Szenario ist eine untere Lohnvariante mit niedriger Beschäftigungsvariante – dann würde der Rentenbeitrag am meisten steigen. echo24.de fasst in zwei Tabellen die pessimistischste und die optimistische Prognose zusammen.
Wird von einer unteren Lohn-Variante ausgegangen, mit einer niedrigen Beschäftigungsanzahl, würde der Rentenbeitrag bis 2039 wie folgt steigen:
| Jahr | Anstieg des Rentenwerts in Prozent Gesamtwert/ Arbeitnehmeranteil |
| 2027 | 19 Prozent / 9,5 Prozent |
| 2028 | 20,2 Prozent / 10,1 Prozent |
| 2029 | 20,2 Prozent / 10,1 Prozent |
| 2030 | 20,4 Prozent / 10,2 Prozent |
| 2031 | 20,6 Prozent / 10,3 Prozent |
| 2032 | 20,9 Prozent / 10,45 Prozent |
| 2033 | 21,2 Prozent / 10,6 Prozent |
| 2034 | 21,3 Prozent / 10,65 Prozent |
| 2035 | 21,4 Prozent / 10,8 Prozent |
| 2036 | 21,6 Prozent / 10,8 Prozent |
| 2037 | 21,6 Prozent / 10,8 Prozent |
| 2038 | 21,6 Prozent / 10,8 Prozent |
| 2039 | 21,6 Prozent / 10,8 Prozent |
Wird von einer hohen Lohn-Variante ausgegangen, mit einer hohen Beschäftigungsanzahl, würde der Rentenbeitrag bis 2039 wie folgt steigen:
| Jahr | Anstieg des Rentenwerts in Prozent Gesamtwert/ Arbeitnehmeranteil |
| 2027 | 18,6 Prozent / 9,3 Prozent |
| 2028 | 19,0 Prozent / 9,5 Prozent |
| 2029 | 19,8 Prozent / 9,9 Prozent |
| 2030 | 19,8 Prozent / 9,9 Prozent |
| 2031 | 19,9 Prozent / 9,95 Prozent |
| 2032 | 20,1 Prozent / 10,05 Prozent |
| 2033 | 20,4 Prozent / 10,2 Prozent |
| 2034 | 20,5 Prozent / 10,25 Prozent |
| 2035 | 20,6 Prozent / 10,3 Prozent |
| 2036 | 20,7 Prozent / 10,35 Prozent |
| 2037 | 20,7 Prozent / 10,35 Prozent |
| 2038 | 20,7 Prozent / 10,35 Prozent |
| 2039 | 20,7 Prozent / 10,35 Prozent |
Beispielrechnung zeigt: So viel Geld geht je nach Szenario 2039 vom Bruttolohn an die Rentenkasse
Steigt der Rentenbeitrag, macht sich das für Arbeitnehmer auf dem Konto bemerkbar. Der Rentenbeitrag wird vom Bruttolohn abgezogen, wodurch letztendlich auch das Nettogehalt geringer ausfällt. Nehmen wir für eine Beispielrechnung mal den Durchschnittslohn in Deutschland – der liegt 2025 bei monatlich 4.207,75 Euro brutto. Aktuell zahlt der Durchschnittsarbeitnehmer einen Rentenbeitrag von 9,3 Prozent und somit 391,32 Euro pro Monat in die Rentenkasse.
Steigt der Rentenbeitrag bis 2039 für Arbeitnehmer auf bis zu 10,8 Prozent, wären das schon 454,43 Euro, die pro Monat fällig werden. Steigt der Rentenbeitrag hingegen „nur“ auf 10,35 Prozent, liegt der monatliche Betrag bei 435,5 Euro.
Wichtig: Die beiden Tabellen zeigen einmal die Prognosen für eine schlechte Entwicklung und für die optimale – dazwischen gibt es einige Abstufungen. Wie hoch der Rentenbeitrag in den nächsten 14 Jahren wirklich sein wird, zeigt sich.
Rubriklistenbild: © IMAGO / Bihlmayerfotografie

