Kakao immer teurer

Droht kurz vor Ostern der Preis-Schock im Supermarkt für Schokolade? Rewe und Lidl äußern sich

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Schoko-Hase und -Eier gehören für viele Menschen zu Ostern dazu. Doch das könnte dieses Jahr ein teures Vergnügen werden. Supermärkte sind in „Sorge“.

München – Kurz vor dem Osterfest haben die Supermärkte im Nachbarland Schweiz die Preise für Schoko-Eier, Häschen und Co. deutlich angezogen. Produkte von beispielsweise Ferrero verzeichneten einen Preisanstieg von bis zu 12 Prozent. Grund genug knapp drei Wochen vor Ostern bei den Lebensmittelanbietern hierzulande einmal nachzuhaken: Erwartet den deutschen Konsumenten ein ähnlich teures Ostern wie in der Schweiz?

Der überdurchschnittliche Preisanstieg für Schokoladen-Produkte liegt laut Blick.ch am Höhenflug der Rohstoffpreise für Kakao, der auch Deutschland betrifft. Die Kakao-Preise gingen nach einem Anstieg 2023 im laufenden Jahr nochmals um rund 50 Prozent nach oben. Grund für die Teuerung ist die Versorgungskrise in Westafrika.

Droht kurz vor Ostern der Preis-Schock im Supermarkt für Schokolade? Rewe nennt Gründe und Ursachen

Auf Nachfrage von IPPEN.MEDIA bestätigt Thomas Bonrath, Pressesprecher der Rewe Group, zu der auch die Discountermarke Penny gehört: „Zu den wichtigsten Ländern für den Kakaoanbau zählen die Elfenbeinküste, Ghana (aus beiden Ländern kommen allein schon knapp 70 Prozent der weltweiten Kakaoernte) und Ecuador, aber auch Brasilien.“

Gehören für viele Menschen zu Ostern dazu: Schoko-Eier und -Hasen. Doch 2024 könnten diese zum teuren Vergnügen werden.

Bonrath weiter: „Wir erleben seit vielen Jahren deutliche Preissteigerungen an den Rohstoffbörsen für Kakao. Das liegt insbesondere daran, dass die weltweite Nachfrage deutlich größer ist als das Angebot. Darüber hinaus leiden die Anbaugebiete wie Ghana und die Elfenbeinküste immer öfter unter Ernteausfällen aufgrund des Klimawandels – die Kakaoplantagen trocknen aus.“

Aufgrund des Klimawandels haben Kakao-Produzenten zu geringe Ernteerträge

Thomas Bonrath sieht aktuell vor allem die saisonalen Harmattan-Winde dafür verantwortlich. Die treiben wie das El-Niño-Phänomen Schokoladenbauern die Sorgenfalten auf die Stirn. „Folglich wächst die Sorge um die anstehende Zwischenernte in den Anbauländern“, so der Pressesprecher der Rewe Group.

Aufgrund dessen habe die Elfenbeinküste Anfang Februar sogar „das Handeln von Terminkontrakten für die nächste Ernte ausgesetzt“. Das betrifft alle geplanten Lieferungen ab Oktober 2024.

Preisanstiege zu Ostern? Lidl will „nicht alle Preiserhöhungen an unsere Kunden weitergeben“

Aber was bedeutet das nun für die Lebensmittel in Deutschland und kurzfristig für das Osterfest? Bonrath erklärt: „Daraus lässt sich aus unserer Perspektive des Lebensmitteleinzelhandels nicht per se ableiten, dass jede Schokolade oder alle kakaohaltigen Produkte teurer werden. Gründe dafür sind u.a. der intensive Preiswettbewerb in der Branche, laufende Verträge, Bevorratungen der Hersteller und der tatsächliche Kakaoanteil der Produkte. Vor diesem Hintergrund möchten wir uns an Preisspekulationen nicht beteiligen.“

Discounter Lidl macht zumindest Hoffnung, dass die Erhöhung der Rohstoffpreise nicht an den Konsumenten weitergegeben werden: „Es ist stets unser Anspruch, eine große Vielfalt an Produkten des täglichen Bedarfs zum gewohnt günstigen Lidl-Preis anzubieten. Daher geben wir, wenn möglich, nicht alle Preiserhöhungen an unsere Kunden weiter und senken die Preise, wenn sich die Rohstoffmärkte entspannen.“, so die Lidl-Pressesprecherin Gloria Funke gegenüber IPPEN.MEDIA.

Unterdessen gab es auch in einem weiteren Nachbarland Deutschlands eine regelrechte Preisexplosion in Supermärkten und Discountern. In Österreich verteuerten sich Lebensmittel um bis zu 71 Prozent. (ls)

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