VonJulian Mayrschließen
Kriminelle nutzen derzeit das Vorteilsprogramm Rewe Bonus, um mit einem fiesen Trick die Guthaben ahnungsloser Kunden zu plündern. Was Sie tun können.
München – Kaum ein Supermarkt kommt derzeit ohne Bonusprogramme aus. Kunden sollen dabei langfristig gebunden werden, selbst aber auch einen Vorteil haben und beim Einkauf sparen können. Rewe etwa stieg erst kürzlich aus dem Bonussystem Payback aus und schuf mit Rewe Bonus ein eigenes Vorteilsprogramm. Dabei können Kunden ihr gesammeltes Guthaben auch mit einer zweiten Person teilen, was in der Regel Partner, Mitbewohner oder Freunde betrifft. Doch wie nun bekannt wurde, verschaffen sich wohl auch Kriminelle Zugang zur Funktion „Gemeinsam Sammeln“.
Rewe Bonus Ziel von fieser Betrugsmasche: Betrüger ergaunern binnen kurzer Zeit Bonus-Guthaben
Wie Nutzer auf Reddit und gegenüber dem Onlineportal heise.de schilderten, seien mehrere Rewe-Bonus-Konten mit denen fremder Personen verbunden worden. Die Betrüger ließen sich das Guthaben in Rewe-Filialen auszahlen. Auf der Social-Media-Plattform beschreibt ein Nutzer, wie Kriminelle es in weniger als 20 Minuten schafften, sich am Guthaben zu vergreifen und eine Paysafecard zu erwerben. Diese sind kaum rückverfolgbar und können laut heise.de auf dem Schwarzmarkt einfach zu Bargeld gemacht werden.
Betroffenen fällt der Betrug meist erst spät auf, wie ein Geschädigter im Internet teilt: „Heute Morgen, als mir das ganze aufgefallen ist, habe ich direkt beim Rewe-Kundenservice angerufen und gefragt, was da vorgefallen ist, die Dame wusste anscheinend schon von solchen Problemen.“ Tatsächlich dürfte es sich um keinen Einzelfall handeln, wie Berichte weiterer mutmaßlich Geschädigter zeigen.
Nach Betrugsfällen in eigenem Bonusprogramm: Rewe schließ Sicherheitslücke aus
Anfänglich fiel bei Nutzern der Verdacht auf eine Sicherheitslücke bei Rewe und dem Bonusprogramm selbst. Die Presseabteilung von Rewe reagierte gegenüber heise.de bereits auf die Vorwürfe und bestätigt auch unserer Redaktion: „Rewe Bonus ist sicher! Es gibt keine Sicherheitslücke oder ein Leak in unserem System, vielmehr setzen die Betrüger auf Phishing und Datensammlungen im DarkWeb – illegale Methoden, die es seit vielen Jahren gibt, vielfältig kommuniziert und im Grunde allgemein bekannt sind.“ Betroffene sollten „unverzüglich“ Strafanzeige erstatten.
Zum Schutz des eigenen Kontos verweist man seitens der Lebensmittelkette auf die Zwei-Faktor-Authentisierung (2FA). Diese könne in der Webanwendung sowie der App unter „Daten und Sicherheit“ aktiviert werden. Man wolle Kunden in Zukunft nun auch vermehrt darauf hinweisen, versichert der Rewe-Pressesprecher auf Anfrage von IPPEN.MEDIA.
Dem Techportal zufolge sei es durchaus realistisch, dass Kriminelle geleakte Zugangsdaten von Nutzern auf bestimmten Internetseiten oder zum Teil im Darknet gefischt und schlicht durchprobiert haben, um sich Zugang zu Rewe-Konten ahnungsloser Nutzer zu verschaffen. Ganz auszuschließen sei eine sicherheitskritische „Hintertür“ für Cyber-Kriminelle bei Rewe heise.de zufolge aber doch nicht.
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Betrugsmasche mit Rewe Bonus: So können sich Kunden schützen
Aus Kulanz seien manchen Betroffenen verlustig gegangene Geldbeiträge erstattet worden. Bei Eigenverschulden können Nutzer jedoch nicht in jedem Fall darauf hoffen. Doch was können Rewe-Kunden und auch Nutzer anderer Bonusprogramme tun, um sich besser vor derartigen Betrugsmaschen zu schützen? Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik rät zu folgenden Schritten:
- Verwenden Sie ein sicheres Passwort, das aus mindestens acht Zeichen und vier unterschiedlichen Zeichenarten besteht (Groß-/Kleinbuchstaben, Zahlen, Sonderzeichen); ein simples Passwort am Anfang oder Ende mit Zahlen oder Sonderzeichen zu ergänzen, sei nicht empfehlenswert.
- Nutzen Sie dasselbe Passwort nicht für mehrere Dienste und verwenden Sie wenn möglich einen Passwort-Manager.
- Nutzen Sie auch nicht dieselben Nutzernamen auf verschiedenen Plattformen, um es Kriminellen zu erschweren, „ein Gesamtprofil über Sie zu erstellen“.
- Aktivieren Sie, wo möglich, die Zwei-Faktor-Authentifizierung.
- Verraten Sie auf Onlinediensten, wie etwa Apps von Supermärkten und Treueprogrammen, nicht mehr persönliche Informationen, als nötig.
Auch seitens Rewe heißt es: „Bei verdächtigen Aktivitäten/Vorkommnissen empfehlen wir, alle wesentlichen Online-Passwörter zu ändern, um zu verhindern, dass Unbefugte auf Zugangsdaten zugreifen können.“ Zudem wird im Verdachtsfall auf den Leak Checker der Universität Bonn verwiesen. Dort können potenziell Geschädigte ihre E-Mail-Adresse auf Datenklau überprüfen lassen.
Nutzern droht auch an anderer Stelle im Internet Gefahr. Beim Erwerb des Deutschlandtickets sollten Nutzer unbedingt die Seriosität der Verkaufsstelle prüfen. Und auch beim Öffnen des E-Mail-Postfachs ist Vorsicht geboten. Autofahrer erhalten derzeit E-Mails, die angeblich vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) stammen sollen, jedoch Teil einer perfiden Betrugsmasche sind. (jm)
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