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In der Schweiz haben die Preise für Schokolade deutlich angezogen. Rewe und Lidl äußern sich, ob auch in Deutschland bald mehr gezahlt werden muss.
München – Schon bald steht Ostern wieder vor der Tür. Das wird einem spätestens dann bewusst, wenn man seinen Wocheneinkauf im Supermarkt macht. Dort stehen die Schokohasen und -ostereier vielerorts bereist in den Regalen. Wer viele Osternester zu füllen hat, tut eventuell gut daran, dieses Jahr frühzeitig zuzuschlagen. Denn in der Schweiz musste der Einzelhandel die Preise der süßen Versuchungen bereits deutlich anziehen. Produkte von Marken wie Ferrero haben Preiserhöhungen von bis zu 12 Prozent erlebt.
Die überproportionalen Preiserhöhungen für Schokoladenprodukte sind laut Blick.ch auf die steigenden Rohstoffpreise für Kakao zurückzuführen. Diese sind nach einem Anstieg im Jahr 2023 in diesem Jahr nochmals um etwa 50 Prozent gestiegen. Müssen auch deutsche Verbraucher für Schokolade bald tiefer in die Tasche greifen? Um die Frage zu beantworten, hat IPPEN.MEDIA diesbezüglich bei der Rewe Group, zu der auch die Discountermarke Penny gehört, sowie bei Lidl nachgefragt.
Deutlich gestiegener Kakao-Preis sorgt für heftige Preiserhöhungen bei Schokolade in der Schweiz
Seitens Lidl gibt es zumindest teilweise Entwarnung. „Es ist stets unser Anspruch, eine große Vielfalt an Produkten des täglichen Bedarfs zum gewohnt günstigen Lidl-Preis anzubieten. Daher geben wir, wenn möglich, nicht alle Preiserhöhungen an unsere Kunden weiter und senken die Preise, wenn sich die Rohstoffmärkte entspannen.“, so Gloria Funke, Pressesprecherin von Lidl, gegenüber IPPEN.MEDIA.
Auch Rewe gibt an, dass kein allgemeiner Preisanstieg aller Schokoladen-Produkte zu erwarten sein. Aus der aktuellen Situation lasse sich „aus unserer Perspektive des Lebensmitteleinzelhandels nicht per se ableiten, dass jede Schokolade oder alle kakaohaltigen Produkte teurer werden“, so Thomas Bonrath, Pressesprecher der Rewe Group. Auch andere Faktoren hätten Auswirkungen auf die Preise. Etwa der intensive Preiswettbewerb in der Branche, laufende Verträge, Bevorratungen der Hersteller sowie der tatsächliche Kakaoanteil der Produkte. Vor diesem Hintergrund wolle man sich nicht an Preisspekulationen beteiligen
Steigende Rohstoffpreise sorgen für Preiserhöhungen – Grund sind Ernteausfälle und steigende Nachfrage
Das Problem der steigenden Kakao-Rohstoffpreise ist kein neues, weiß der Pressesprecher. „Wir erleben seit vielen Jahren deutliche Preissteigerungen an den Rohstoffbörsen für Kakao. Das liegt insbesondere daran, dass die weltweite Nachfrage deutlich größer ist als das Angebot. Darüber hinaus leiden die Anbaugebiete wie Ghana und die Elfenbeinküste immer öfter unter Ernteausfällen aufgrund des Klimawandels – die Kakaoplantagen trocknen aus.“, so Bonrath.
Die saisonalen Harmattan-Winde sind laut Bonrath derzeit die Hauptursache für diese Situation. Diese Winde, ähnlich dem El-Niño-Phänomen, bereiten den Schokoladenbauern große Sorgen. „Folglich wächst die Sorge um die anstehende Zwischenernte in den Anbauländern“, so der Pressesprecher der Rewe Group .Als Reaktion darauf hat die Elfenbeinküste Anfang Februar sogar „das Handeln von Terminkontrakten für die nächste Ernte ausgesetzt“. Dies betrifft alle geplanten Lieferungen ab Oktober 2024.
Wo es definitiv Preissteigerungen gibt, ist beim Strom. Ab April müssen viele Verbraucher hier mehr zahlen. Manch einer muss seinen Schokoladenkonsum als Sparmaßnahme dann wohl ohnehin einschränken. Dabei kann Schokolade, in Maßen genossen, sogar gut fürs Herz sein – wenn es die richtige Sorte ist. (ls/sp)

