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Rheumaschmerzen: Eine frühe Behandlung lindert Schmerzen

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Wer unter Rheumaschmerzen leidet, sollte schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen. Die Symptome auszuhalten verschleppt die Krankheit nur.

Rheuma kann unterschiedliche Gesichter haben. Unter den Begriff fallen mehr als 100 Krankheiten, bei denen die Betroffenen alle unter starken Schmerzen leiden. Damit diese Schmerzen nicht zu einem chronischen Problem werden, hat die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie eine klare Botschaft: Je früher Patienten rheumatische Schmerzen behandeln lassen, desto besser.

Rheumaschmerzen: Frühe Behandlung lindert Schmerzen

Wer Gelenkschmerzen hat, sollte einen Arzt aufsuchen. (Symbolbild)

Unter den Rheuma-Krankheiten ist rheumatoide Arthritis besonders weit verbreitet. Von 100 Erwachsenen ist in Deutschland einer von dieser Krankheit betroffen, Frauen sogar dreimal so häufig wie Männer. Bis heute ist nicht geklärt, welche Ursachen die Krankheit hat. Expertinnen und Experten haben unter anderem genetische Faktoren, bestimmte Viren und Bakterien und andere Umwelteinflüsse im Verdacht. Rauchen erhöht beispielsweise das Risiko, von dieser Rheuma-Krankheit im Laufe des Lebens betroffen zu sein.

Bei einer rheumatischen Arthritis greift das Immunsystem, das den Körper eigentlich vor Krankheiten schützen sollte, das körpereigene Gewebe an. Daraufhin entzünden sich die Gelenke und es entstehen starke Schmerzen. Besonders betroffen sind beispielsweise Finger- oder Zehengelenke. Da sich das Immunsystem des Körpers gegen sich selbst wendet, zählen Rheumaerkrankungen zu den Autoimmunkrankheiten.

Weitere verbreitete Rheumaerkrankungen sind zum Beispiel:

  • Kollagenosen
  • Vaskulitiden
  • Juvenile idiopathische Arthritis

Obwohl bisher noch keine eindeutige Ursache für Rheumaerkrankungen gefunden ist, gibt es Therapien, die die Schmerzen der Betroffenen deutlich lindern können.

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

Eine mit Coronaviren befallene Zelle
Ende 2019 wurde zum ersten Mal über das Coronavirus Sars-CoV-2 berichtet. Zuerst nur in China diagnostiziert, breitete sich die durch Coronaviren ausgelöste Krankheit Covid-19 weltweit aus. Die Pandemie hat im Jahr 2020 weltweit etwa 1.900.000 Todesopfer gefordert. Auf der Darstellung oben ist eine menschliche Zelle (grün) zu sehen, die mit Coronaviren (gelb) infiziert ist.  © Niaid/dpa
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat. © dpa
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch.
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch. © dpa
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff.
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff. © dpa
Grippe Virus
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene. © dpa
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus.
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus. © dpa
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16)
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren. © dpa
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung.
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung. © dpa
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen.
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen. © dpa
Auslöser der Tuberkulose sind Bakterien (Mycobacterium tuberculosis)
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt. © dpa
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz.
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

Rheumaschmerzen: Nicht lange warten

Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) fasst es kurz und knapp zusammen: Wer länger mit einem Arztbesuch und einer Therapie wartet, leidet mehr. Die Schmerzen, die Rheuma-Patienten fühlen, sind sehr individuell. Das hat zur Folge, dass eine entsprechende Therapie immer auf die jeweilige Person abgestimmt sein muss und es kein allgemeines Heilrezept gibt.

Bei einer Rheumaerkrankung gibt es mittlerweile verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. So konzentrieren sich Ärztinnen und Ärzte nicht nur auf Schmerzmittel, sondern kombinieren diese auch mit Ergotherapie, Physiotherapie und einer Ernährungsumstellung. Je eher Betroffene sich behandeln lassen, desto wahrscheinlicher ist es, dass sich kein sogenanntes Schmerzgedächtnis entwickeln kann und die Beschwerden nicht chronisch werden.

Der erste Schritt wäre beispielsweise laut Dr. Georg Pongratz von der DGRh, eine Behandlung mit schmerzstillenden Präparaten wie nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR). Auch Paracetamol oder Opioide können zum Einsatz kommen. Um stärkere Nebenwirkungen zu vermeiden, wenden Ärztinnen und Ärzte auch Präparate lokal auf der Haut an. Menschen mit dauerhaft stark schmerzenden Gelenken sollten einen Arztbesuch also nicht auf die lange Bank schieben, sondern sich zügig um eine Therapie kümmern.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Science Photo Library/Imago

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