Entzündungshemmende Ernährung

Was hilft gegen chronische Entzündungen: Zink und Vitamin E können Erkrankungen lindern

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Vitamine und Spurenelemente wie Zink sind gut fürs Immunsystem und wirken auch entzündungshemmend – gerade bei Diabetes, Rheuma und Hashimoto.

Unsere Ernährung und bestimmte Nahrungsmittel und deren Inhaltsstoffe können helfen, Entzündungen im Körper zu reduzieren oder ganz zu vermeiden. Laut der Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention (FET) e. V. ist es sinnvoll, bestimmte entzündungshemmende Nahrungsmittel und Speisen zu bevorzugen – besonders relevant für Menschen, die an chronischen Entzündungen wie Rheuma, Arthrose, Diabetes oder Akne leiden. Teil einer entzündungshemmenden Ernährung sind bestimmte Vitamine und Spurenelemente wie Zink.

Entzündungshemmende Lebensmittel helfen bei chronischen Entzündungen

Menschen, die mit Beginn einer Erkältung zusätzlich Zinkpräparate (am besten Reinsubstanzen) zu sich nehmen, sind früher beschwerdefrei als Patienten, die kein Zink zu sich nehmen.

Es ist in vielen Fällen nachweislich belegt, dass bestimmte Lebensmittel entweder Entzündungen im Körper fördern können oder aber antientzündlich wirken. Laut der FET kann eine Umstellung auf eine Ernährung mit entzündungshemmenden Lebensmitteln bei folgenden Symptomen und Krankheitsbildern hilfreich sein:

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Entzündung im Körper vorbeugen: Welche elf Lebensmittel Sie eher vermeiden sollten

Zucker
Ein hoher Zuckerkonsum kann Entzündungsprozesse im Körper fördern. Laut der „Weltgesundheitsorganisation (WHO)“ steigt dadurch das Risiko für Rheuma, Diabetes Typ 2 und nicht zuletzt Adipositas. © matka/Imago
Schokolade
Viele Süßigkeiten enthalten neben Fett auch reichlich Zucker, was bei regelmäßigem Genuss nicht nur zu Übergewicht und Adipositas führt, auch chronische Entzündungen im Körper begünstigen kann. Insbesondere weiße Schokolade verfügt über einen großen Fettanteil, da sie im Gegensatz zu kakaohaltiger, dunkler Schokolade Kakaobutter enthält. © Markus Mainka/Imago
Salzstreuer und Pfefferstreuer
In Deutschland nehmen Menschen im Durchschnitt zehn Gramm Kochsalz (Natriumchlorid) über die Ernährung zu sich. Die „Deutsche Gesellschaft für Ernährung“ empfiehlt, nicht mehr als sechs Gramm Kochsalz zu verzehren, die „Weltgesundheitsorganisation (WHO)“ sogar nur fünf Gramm Salz pro Tag. Ein zu hohes Maß an Kochsalz hat Einfluss auf die Zusammensetzung des Darm-Mikrobioms. Salz reduziert die Zahl der Laktobazillen im Darm deutlich, zugleich steigt die Zahl der sogenannten Th17-Helferzellen im Blut an. Diese Immunzellen stehen im Verdacht, den Blutdruck zu erhöhen sowie Entzündungen und Autoimmunerkrankungen zu fördern. © jirkaejc/Imago
Wurst-Aufschnitt
In verarbeiteten Lebensmitteln wie Wurst-Aufschnitt und Fleisch sind häufig ebenfalls nicht zu vernachlässigende Mengen an Zucker und Salz enthalten, was wiederum einen entzündungsfördernden Effekt im Körper zur Folge haben kann. © ernstboese/Imago
Croissants
Industriell hergestellte Backwaren wie Croissants sind nicht selten reich an Transfetten, die bei regelmäßigem Verzehr Arterienverkalkung mitverursachen und in der Folge Schlaganfall und Herzinfarkt auslösen können. Transfette stehen im Verdacht, Entzündungen im Körper begünstigen zu können. © hojo/Imago
Sonnenblumenöl
Transfette sind ungesättigte Fettsäuren, die entstehen können, sobald ursprünglich flüssiges Pflanzenöl wie Sonnenblumenöl industriell gehärtet wird. Auch Öl, das sehr stark sowie mehrmals erhitzt wird, beispielsweise in der Fritteuse, kann Transfette entwickeln. © Lana_Malamatid/Imago
Pommes frites
Eine kleine Portion Pommes Frites enthält bereits circa 1 Gramm Transfette. Durchschnittlich sollte man täglich nicht mehr als 2,6 Gramm der Transfette zu sich nehmen. Je weniger Transfette jemand über die Ernährung zu sich nimmt, desto geringer ist das Risiko für daraus resultierende Entzündungen im Körper. © foodandmore/Imago
Margarine
Es gibt Margarine-Sorten, die ebenfalls schädliche Transfette enthalten. Diese sind in der Zutatenliste auf der Verpackung als „gehärtete Fette“ oder „teilweise gehärtete Fette“ aufgeführt. © stadtratte/Imago
Kekse
Transfette sind auch in einer Reihe von industriell verarbeiteten Süßigkeiten wie Keksen enthalten. Beim regelmäßigen Verzehr dieser Fette nimmt das schädliche LDL-Cholesterin stark zu, es kommt zu Gefäßablagerungen und das Risiko für Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall steigt. Der in der Regel hohe Zuckeranteil fördert zusätzlich die Entstehung von Entzündungen im Körper. © rotoGraphics/Imago
Käse und Milchprodukte
Neben Eiern und rotem Fleisch enthalten Käse und Milchprodukte zu einem gewissen Anteil die sogenannte Arachidonsäure, welche Entzündungen im Körper fördern soll. Die Arachidonsäure gehört zur Gruppe der Omega-6-Fettsäuren und ist vorwiegend in tierischen Lebensmitteln enthalten. © Zoonar.com/monticello/Imago
Bierflaschen
Alkohol fördert nicht nur Entzündungen in der Leber und Bauchspeicheldrüse. Bei regelmäßigem Alkoholgenuss kann eine konstant höhere Menge an Magensäure zu Entzündungen im Magen-Darm-Bereich sowie der Speiseröhre führen. © Ute Grabowsky/photothek.net/Imago
  • Magen und Darm: Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Divertikulose und Divertikulitis, Reizdarmsyndrom, Enteritis, Gastritis
  • Leber, Galle, Pankreas: Fettleber, Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis), Gallensteine
  • Haut: Neurodermitis, Akne, Schuppenflechte (Psoriasis), chronischer Juckreiz (Pruritus)
  • Knochen und Gelenke: Rheuma, Rheumatische Arthritis
  • Atemwege: Asthma, Chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
  • Schilddrüse: Hashimoto-Thyreoiditis
  • Neuronale Erkrankungen: Multiple Sklerose, Krebserkrankungen
  • Stoffwechselerkrankungen: Arteriosklerose, Diabetes mellitus, Gicht

Ungesunde Fette beispielsweise können eine Ursache für sogenannte „stille“ Entzündungen sein, die chronische Erkrankungen wie Krebs begünstigen. Teil einer entzündungshemmenden Ernährung sollten Vitamine, insbesondere Vitamin C, E und das Pro-Vitamin Beta-Carotin, sowie Spurenelemente wie Zink und Selen sein.

Chronische Entzündungen bekämpfen: Zink einnehmen

Zink ist nachweislich nicht nur gut für unser Immunsystem – das starke Spurenelement wirkt auch entzündungshemmend und fördert die Wundheilung der Haut, was gerade bei Menschen mit Akne helfen kann. Zink ist ein wahres Multitalent, wenn es um positive Effekte in unserem Körper geht. Wie die Apotheken Umschau aufgreift, kann das Spurenelement die Dauer einer Erkältung sogar verkürzen: Menschen, die mit Beginn einer Erkältung zusätzlich Zinkpräparate (am besten Reinsubstanzen) zu sich nehmen, wären zum siebten Tag hin häufiger beschwerdefrei als Patienten, die kein Zink zu sich nehmen.

Hilfe bei chronischen Entzündungen: Vitamin E einnehmen

Neben Zink übernimmt auch Vitamin E wichtige Aufgaben im menschlichen Körper. Es hat antioxidative Wirkung, aktiviert den Zellschutz, kann Entzündungsreaktionen abschwächen und einer Arterienverkalkung (Arteriosklerose) vorbeugen. Laut der Deutschen Apothekerzeitung wirkt die Einnahme von Vitamin E sogar prophylaktisch gegen Entzündungen bei Rheuma-Patienten. In Untersuchungen zeigte sich bereits ein positiver Effekt, nachdem für sechs bis zwölf Wochen täglich 1000 I. E. Vitamin E eingenommen wurde. Eine antioxidative Prophylaxe kann durch erhöhte Vitamin E-Dosen von 50 bis 200 I. E. erreicht werden, anstelle des Grundbedarfs von 15 bis 25 I. E.

Chronischen Entzündungen vorbeugen: Curcumin einnehmen

Curcumin ist der Inhaltsstoff des Gewürzes Kurkuma, auch Gelbwurz genannt. Die Pflanze kann antientzündlich und schmerzstillend bei Verdauungsbeschwerden wirken. Studien deuteten darauf hin, dass das Kurkumaextrakt Curcumin in höherer Dosierung den Verlauf und das Auftreten von Schüben bei Colitis ulcerosa günstig beeinflussen kann, wie die Apotheken Umschau zusammenfasst.

Im Rahmen weiterer wissenschaftlicher Analysen gab es auch Hinweise darauf, dass durch die Einnahme von Curcumin Schmerzen und Gelenksteifigkeit bei Arthrose reduziert werden könnten. Menschen mit einer Kurkuma-Allergie bzw -Überempfindlichkeit sollten mit der erhöhten Einnahme von Curcumin jedoch vorsichtig sein.

Entzündungen im Körper ausbremsen: Zehn Lebensmittel, die helfen

Ein Regal mit Gemüsesorten wie Stielmus, Weißkohl, Blumenkohl, Wirsing und Rotkohl
Gemüse wie Kohl liefert viel Vitamin C und zahlreiche sekundäre Pflanzenstoffe wie beispielsweise Glucosinolate, die antientzündlich wirken. © Gottfried Czepluch/Imago
Mann sammelt Himbeeren.
In allen Beeren finden sich Flavonoide, die ebenfalls zu den sekundären Pflanzenstoffen zählen. Sie bremsen die Bildung von Botenstoffen, die im Körper Entzündungen verstärken. © Mint Images/Imago
Rote Zwiebelringe
Von Porree bis Knoblauch: Alle Zwiebelgewächse enthalten Sulfide, entzündungshemmende Schwefelverbindungen. © Addictive Stock/Imago
Salbei, Thymian, Petersilie und Rosmarin im Glas.
In Kräuter stecken großen Mengen an sekundären Pflanzenstoffen und ätherischen Ölen. So enthält beispielsweise Thymian Thymol und Minze Menthol, die antientzündlich wirken, indem sie in den Botenstoffwechsel des Immunsystems eingreifen.  © Panthermedia/Imago
Kamillentee
Die antientzündliche Wirkung von Wildkräutern wie der Echten Kamille ist in vielen Studien nachgewiesen. Als Tee lindert sie Beschwerden im Mund und im Magen-Darm-Trakt. Dabei hemmt sie Prostaglandine, Botenstoffe, die im Körper Entzündungsprozesse fördern. © Shotshop/Imago
Indische Gewürze in Schälchen
Gewürze, vor allem die der indischen und asiatischen Küche, sind nicht nur reich an sekundären Pflanzenstoffen. Sie regen auch die Durchblutung an. So wird zum Beispiel bei Arthrose die Gelenkschleimhaut gestärkt und der Entzündungsherd verkleinert. © imagebroker/Imago
Teller mit Algen und einer Dorade.
Gutes aus dem Meer: Sowohl Algen als auch Seefisch enthalten Omega-3-Fettsäuren, die Bausteine für Interleukine liefern. Diese Botenstoffe verringern chronische Abwehrreaktionen. © Panthermedia/Imago
Frau öffnet Walnüsse mit Hammer
Jeden Tag eine Handvoll Nüsse: Eine Studie zeigt, dass ihr Verzehr entzündliche Biomarker im Körper verringert. Vor allem Walnüsse. © agefotostock/Imago
Flaschen mit Pflanzenölen wie Leinsamen- oder Olivenöl
Hochwertige pflanzliche Öle aus Oliven, Hanf oder Leinsamen haben beispielsweise bei rheumatischen Erkrankungen einen positiven Effekt gezeigt.  © agefotostock/Imago
Fermentiertes Gemüse
Fermentiertes Gemüse liefert Ballaststoffe und Probiotika. Letztere sind Futter für Bakterien im Dickdarm, die entzündungshemmende Fettsäuren herstellen. © Westend61/Imago

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

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