Schädlingsbefall

Ihr Rhododendron hat schwarze Knospen? Weg damit, sonst bleibt die Blüte ganz aus

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Wer seinen Rhododendron im Herbst noch nicht auf schwarz-braune Knospen abgesucht hat, sollte dies im Frühling schnell nachholen. Denn sonst kann sich eine Zikade ausbreiten.

Auf den ersten Blick könnte man den Schädlingsbefall des Rhododendrons für einen Frostschaden halten: Dunkle, trockene Knospen, die sich nicht öffnen wollen. Schaut man genauer, sieht man vielleicht schwarze Härchen, Schimmelsporen, die eine Pilzkrankheit erahnen lassen. Findet man kleine Tierchen, die bei Störung wegspringen, kann man sich sehr sicher sein – die Rhododendron-Zikade hat zugeschlagen.

Rhododendron hat schwarze Knospen: Noch im Frühling entfernen

Dieser Rhododendron hat keinen Frostschaden, sondern eine Pilzkrankheit.

Knospenbräune nennt sich die Pilzkrankheit, die oftmals von der Rhododendron-Zikade übertragen wird. Die auf den Blättern sitzende Zikade überträgt bei der Eiablage einen Pilz (Pycnostysanus azaleae), der die Knospen absterben lässt. Es ist aber auch nicht auszuschließen, dass der Pilz auf anderem Weg, beispielsweise über Luft oder Regen, übertragen wird. Ansonsten sind die fünf bis neun Millimeter großen Zikaden und ihre Larven eher harmlose Schädlinge. Sie saugen, bevorzugt an den Blattunterseiten, Pflanzensaft, was aber nur zu leichten Blattschäden führt.

Der Pilz auf den Knospen lässt sich selbst nicht bekämpfen. Da der Rhododendron ohne seinen prächtigen Blütenreichtum ein eher unscheinbare Gartenpflanze ist, sollte man so oder so schnell eingreifen, um eine Ausbreitung der Knospenbräune und das künftige Ausbleiben der Blüten zu verhindern.

Dabei geht man am besten folgendermaßen vor:

  • Befallene Knospen bis Ende April bzw. sofort entfernen und im Bio-Müll (nicht auf dem Kompost) entsorgen. Dabei sollte man die Knospen bis ins gesunde Holz zurückschneiden, rät die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen.
  • Ab Ende April und im Mai schlüpfen die Zikaden-Larven und lassen sich nur mit einem biologischen Mittel wie Kaliseife oder Insektizid bekämpfen. Untersuchen Sie vor allem die Blattunterseiten auf die gelblich-grünen Larven.
  • Ab Ende Juni findet man auch die grün-gelben Zikaden mit roten Streifen. Sie sind etwas unempfindlicher gegen Insektizide, daher sollte man möglichst früh eingreifen.
  • Da die Larven und die Zikaden selbst in den frühen Morgenstunden durch die Kälte der Nacht nicht sehr bewegungsfreudig sind, sollten Sie diese Zeit bevorzugt nutzen.
  • Gelbtafeln als Begleitmaßnahme bis Anfang Oktober oben in den Strauch hängen, damit die Zikaden darauf festkleben.

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Natron ist besonders effektiv bei Ameisen und Blattläusen. © Panthermedia/Imago

Auch im Laufe des Jahres ist es sinnvoll, den Rhododendron auf verfärbte Knospen zu kontrollieren. Denn ab August legt die Zikade ihre Eier in die Blütenknospen und der Kreislauf beginnt von vorne. Auch Rosen sind übrigens oft von Zikaden befallen.

Rubriklistenbild: © blickwinkel/Imago

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