VonJuliane Reyleschließen
Die Riester-Rente wird oft kritisiert. Aber die staatliche Förderung kann sich für bestimmte Arbeitnehmer durchaus lohnen. Was gilt es zu beachten?
Die Riester-Rente ist seit fast 25 Jahren ein fester Bestandteil der privaten Altersvorsorge in Deutschland. Doch angesichts sinkender Zinsen und hoher Kosten fragen sich viele: Für wen lohnt sich die Riester-Rente heute überhaupt noch? Die Antwort ist differenziert – vor allem für bestimmte Personengruppen kann die Riester-Rente nach wie vor finanzielle Vorteile bringen.
Riester-Rente im Fokus – staatliche Förderung macht großen Unterschied
Ein zentraler Vorteil der Riester-Rente sind die staatlichen Zulagen: Jeder Riester-Sparer erhält seit 2018 eine Grundzulage von jährlich 175 Euro, wie die Deutsche Rentenversicherung erklärt. Familien profitieren besonders, denn für jedes Kind, das ab 2008 geboren wurde, gibt es zusätzlich 300 Euro pro Jahr – für ältere Kinder immerhin noch 185 Euro. Für Berufseinsteiger gibt es zudem einen einmaligen Bonus von 200 Euro. Wer wenig eigenes Geld einzahlt, kann so von einer hohen staatlichen Förderung profitieren und seine Altersvorsorge trotz niedriger Marktzinsen aufbauen.
Für wen lohnt sich Riester 2025 wirklich?
- Geringverdiener und Familien mit Kindern: Attraktiv ist die Riester-Rente laut Handelsblatt für Geringverdiener, die von den Zulagen profitieren. Die Kinderzulagen machen hier oft den Großteil der Einzahlungen aus, sodass ein geringer Eigenanteil genügt. Auch Alleinerziehende mit mehreren Kindern zählen dazu.
- Berufsanfänger: Junge Sparer, die früh mit Riester beginnen, können laut Lohnsteuer-kompakt von den langen Ansparzeiten und dem Berufseinsteigerbonus profitieren.
- Personen mit bestehenden Altverträgen: Wer einen alten Riester-Vertrag mit hohem Garantiezins hat (bis zu 3,25 Prozent), kann weiterhin profitieren. Die Versicherer empfehlen sogar alte Verträge zu reaktivieren.
- Bauherren und Immobilienkäufer: Ein Teil der Riester-Beiträge kann für die Immobilienfinanzierung genutzt werden, das nennt sich laut Deutscher Rentenversicherung Wohn-Riester, was die Riester-Rente für Eigenheimbesitzer attraktiv macht.
Wo liegen die Nachteile der Riester-Rente?
Neben den Vorteilen der Riester-Rente gibt es auch kritische Punkte: Die gebundenen Beiträge sind bis zum Rentenbeginn nicht flexibel einsetzbar, die Auszahlungen müssen im Alter versteuert werden, und die Kostenstrukturen mancher Anbieter sind recht hoch. Außerdem führt das anhaltende Niedrigzinsniveau dazu, dass die Renditen oft unter dem Inflationsniveau liegen, warnt der BVR Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken.
Riester-Rente lohnt sich für ausgewählte Gruppen
Ein Blick in die Vor- und Nachteile zeigt: Die Riester-Rente ist 2025 keine Altersvorsorge-Lösung für alle. Sie lohnt sich vor allem für Geringverdiener, Familien mit Kindern, Berufsanfänger sowie Riester-Sparer mit Altverträgen oder Immobilienabsichten. Wer hingegen gut verdient und keine Kinder hat, sollte andere Vorsorgeformen prüfen, da die staatlichen Zulagen dann relativ gering sind. echo24.de hat die Top-Modelle der privaten Altersvorsorge zusammengefasst. Ansonsten gilt es zu wissen: Auch wer nie gearbeitet hat, kann unter bestimmten Bedingungen bis zu 1700 Euro Rente erhalten.
Vor dem Abschluss eines Riester-Vertrags empfiehlt sich grundsätzlich eine professionelle Renten- oder Finanz-Beratung, um die individuellen Vor- und Nachteile abzuwägen und das passende Anlage- und Sparprodukt zu finden. Im April kündigte außerdem Merz an, die Riester-Rente abschaffen zu wollen.
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