Neue FSME-Risikogebiete

Zecken sind schon jetzt sehr aktiv - RKI weist neue Risikogebiete aus

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Wegen des milden Wetters sind Zecken schon jetzt aktiv – nicht nur in Süddeutschland. Die neuen Risikogebiete des RKI liegen immer nördlicher.

Hamm - Die letzten Monate waren für Zecken wegen des milden Wetters besonders prächtig. Die kleinen, aber potenziell gefährlichen Tiere können schwerwiegende Krankheiten übertragen. Durch die wärmeren Temperaturen sind die Blutsauger schon jetzt aktiv — obwohl es noch früh im Jahr ist.

Zecken schon jetzt sehr aktiv - RKI weist neue Gebiete aus

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) sind Zecken inzwischen ganzjährig aktiv: Sobald es wärmer als acht Grad wird, fühlen sich die Tiere wohl und erwachen aus ihrem Winterschlaf. Wer im Wald, auf Wiesen oder im Park unterwegs ist, sollte sich also vor Zeckenbissen in Acht nehmen.

Die Spinnentiere können inzwischen in ganz Deutschland vorkommen. Erst am Donnerstag, 29. Februar 2024, teilte das RKI mit dem Stadtkreis Frankfurt (Oder) und dem Landkreis Altenburger in Thüringen zwei neue FSME-Risikogebiete mit. Die Zahl dieser Gebiete hierzulande steigt damit auf 180. Grundlage sind gemeldete Infektionszahlen von 2002 bis 2023.

Der milde Winter hat dafür gesorgt, dass Zecken bereits jetzt wieder aktiv sind.

„Borreliose kommt bundesweit vor“ - Solingen ist seit 2021 Risikogebiet

„Zecken gibt es bundesweit, auch die durch Zecken übertragene Borreliose kommt in ganz Deutschland vor. FSME-Viren kommen in erster Linie in Süddeutschland in den Zecken vor“, sagt eine RKI-Sprecherin. Ein Infektionsrisiko besteht vor allem in Bayern und Baden-Württemberg, aber auch seit 2021 ist Solingen (NRW) als FSME-Risikogebiet auf der Karte des RKI ausgewiesen.

Nach Angaben des RKI sind bisher für das Jahr 2024 insgesamt sechs Fälle gemeldet worden (Stand: 28. Februar 2024). Dies geht aus einer Statistik des RKI hervor. In den vergangenen Jahren gab es im Vergleich ähnlich viele gemeldete Fälle — im Schnitt etwa fünf Zeckenbisse pro Jahr in den ersten zwei Monaten. Trotzdem würden Infektionen jedes Jahr rund ein Tag früher auftreten, sagte eine RKI-Sprecherin auf Nachfrage von wa.de.

JahrGemeldete FSME-Fälle beim RKI
2023473
2022565
2021424
2020718
2019443

Welche Krankheiten können Zecken übertragen?

Zecken können zum einen Borreliose übertragen, eine Bakterieninfektion, die Wanderröte hervorrufen kann. Fieber, Lymphknotenschwellungen, Muskel- und Gelenkschmerzen sind im weiteren Verlauf der Erkrankung zusätzlich möglich. Die meisten Borreliose-Infektionen verlaufen ohne Symptome. Eine Infektion muss - anders als etwa bei Scharlach - nicht gemeldet werden.

Zecken können auch Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME, übertragen: FSME ist eine grippeähnliche Erkrankung mit Fieber und kann im schlimmsten Fall zu einer Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten führen. Übertragen wird die Krankheit durch einen Zeckenstich. Behandelt kann die Krankheit nicht werden, jedoch ist es möglich sich gegen FSME zu impfen. Nach Angaben der ständigen Impfkommission (Stiko) tritt ein vollständiger Impfschutz nach drei Impfungen ein.

Wie kann ich mich vor Zecken schützen?

Besonders das Tragen von langer Kleidung und festem Schuhwerk bei einem Aufenthalt im hohen Gras, Gebüsch oder Unterholz wird empfohlen. Auch das gründliche Absuchen des Körpers nach einem Waldbesuch kann helfen, Zecken zu entdecken. Bei einem Biss durch die Zecke ist es wichtig, das Tier mitsamt Kopf aus der Haut zu ziehen. Die Übertragung von Krankheiten erfolgt nach RKI-Angaben schon nach kurzer Zeit, sodass das rechtzeitige Entfernen von Zecken das Infektionsrisiko vermindere.

Auch die Kriebelmücke könnte sich in Zukunft stärker in NRW und Deutschland ausbreiten. Das kann auch für Menschen gefährlich werden. Deshalb warnen Forscher jetzt.

Rubriklistenbild: © Bernd Weißbrod/dpa

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