VonPatrick Mayerschließen
Der französische Rohmilchkäse-Hersteller Abbaye de Cîteaux startet wegen entdeckter Listerien-Bakterien einen Rückruf in Bayern und Niedersachsen.
Nuits-Saint-Georges – Rückruf in der Lebensmittel-Branche: Ein französischer Produzent von Rohmilchkäse hat eine bestimmte Charge seiner Speise zurückgerufen.
Rückruf von Rohmilchkäse: Charge von Abbaye de Cîteaux wohl verunreinigt
Konkret geht es um den französischen halbfesten Rohmilchkäse Abbaye de Cîteaux, der vom gleichnamigen Kloster Notre-Dame de Cîteaux in der Region Burgund als Fermier-Käse hergestellt und vertrieben wird.
Wie das Online-Portal lebensmittelwarnung.de schreibt, besteht der Verdacht auf Kontamination mit unerwünschten Bakterien Listeria monocytogenes. Demnach könnte die Charge mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 20. August 2024 durch den Krankheitserreger verunreinigt sein.
Listerien-Bakterien in Lebensmitteln: Käsehersteller ruft eine Charge zurück
Laut des Berliner Robert-Koch-Instituts (RKI) ist die Listeriose „prinzipiell eine lebensmittelbedingte Infektionskrankheit“. Listerien-Bakterien werden demnach in „einer Vielzahl tierischer Lebensmittel wie Geflügel, Fleisch, Fleischerzeugnisse (zum Beispiel Wurst), Fisch, Fischerzeugnisse (hauptsächlich Räucherfisch), Milch und Milchprodukten (insbesondere Käse)“ gefunden, heißt es auf der Website der Bundesbehörde.
Als Inkubationszeit, also wann die Krankheit nach einer Infektion ausbricht, werden vom RKI ein bis in der Regel spätestens 14 Tage genannt. Die Listeriose als Krankheit äußere sich insbesondere bei abwehrgeschwächten Personen wie Neugeborene, alte Menschen, Patienten mit chronischen Erkrankungen oder Glukokortikoid-Therapie, Transplantierten und Schwangeren“. Es komme zu grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Muskelschmerzen sowie Erbrechen und Durchfall.
Rohmilch-Käse Abbaye de Cîteau: Rückruf gilt für Bayern und Niedersachsen
Zunächst hieß es, die Charge des französischen Rohmilchkäses sei in Nordrhein-Westfalen und Bayern vertrieben worden. lebensmittelwarnung.de korrigierte inzwischen diese Aussage zweimal – tatsächlich betroffen sind nämlich Niedersachsen (Aktualisierung 23.08.2024) und Schleswig-Holstein (Aktualisierung 28.08.2024). Der Rückruf gibt Bedenken für die Lebensmittelsicherheit. In welchen Supermarktketten der Käse vertrieben wurde, geht aus dem Bericht nicht hervor. Der Abbaye de Cîteau gilt als milde Käsesorte, die aus der Rohmilch von französischen Montbéliard-Kühen gewonnen wird.
Der Weichkäse mit leichter Rotschmiere und leicht würzigem Geschmack wird häufiger im Käse-Fachhandel vertrieben, weniger in klassischen Supermärkten oder etwa durch Discounter. Ein ganzer Laib mit 700 Gramm des Citeaux, so die Kurzform, kostet je nach Anbieter rund 40 Euro. (pm)
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