Fingerspitzengefühl gefragt

Saatgut vorquellen: Wasser ist nicht immer die erste Wahl – unerwartete Alternativen wirken besser

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Samen keimen besser, wenn sie vorher in Wasser quellen durften.
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Im Februar lässt sich bereits das erste Gemüse vorziehen. Dabei hilft es, das Saatgut vorher eine Zeit lang aufquellen zu lassen.

Wer im Winter nicht länger tatenlos in seinem Zimmer sitzen möchte, der kann bereits jetzt mit der Gartenarbeit starten. Denn mit etwas Feingefühl und dem Wissen um die Befindlichkeiten von zarten Samenkörnern können auch in der eher dunklen Jahreszeit schon einige Keimlinge heranwachsen und Freude bereiten. Später wandern die Zöglinge dann ins Beet um. Damit das gelingt, müssen sich Gartenfans aber zuerst ihr Saatgut genau anschauen.

Saatgut vorquellen: Es muss nicht immer Wasser sein

So manches Saatgut ist so schwer zu knacken wie eine Nuss. Natürlich nur im übertragenem Sinne, aber die harten Schalen so einiger Samen können die Anzucht von Gemüse erschweren. Die kleinen Körner enthalten alles, was die Pflanze braucht, um heranzuwachsen. Nur sind sie auch besonders geschützt, damit sie auch wirklich nur in der perfekten Umgebung heranwachsen und ihre Lebenskraft nicht umsonst verbrauchen. Das bedeutet jedoch auch, dass gleichmäßige Feuchtigkeit bei der Anzucht im Winter wichtig ist.

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Eine frisch gepflanzte Rhabarber-Jungpflanze
Rhabarber ist sehr winterhart, die Pflanzen können an milden Tagen im November noch in die Erde. ©  Jochen Tack/Imago
Eine Frau setzt Knoblauchzehen in die Erde
Sogar im November und im Februar ist es möglich, Knoblauchzehen zu setzen.  © Westend61/Imago
Keimendes Weizengras in der Nahaufnahme
Vor allem im Hochbeet keimen Süßgräser wie Gersten- oder Weizengras auch im Winter. © Panthermedia/Imago
Kerbelrüben in der Nahaufnahme
Fast vergessene Gemüseart: Die Kerbelrübe (Chaerophyllum bulbosum) ist ein Frostkeimer und kann noch im Dezember gesät werden. © Leemage/Imago
Junge Spinatblätter wachsen im Beet
Spinat lässt sich wie auch Radieschen schon im Januar ins Frühbeet säen. © Panthermedia/Imago
Eine Meerkohlpflanze im Beet
Die Aussaat des Meerkohls (Crambe maritima) erfolgt im November oder Dezember im Freiland. © alimdi/Imago
Ein Mann erntet mit einer Schere Erbsen-Jungpflanzen (Microgreens)
Microgreens – das junge Gemüse von Brokkoli, Erbsen & Co. ist nach zwei Wochen erntereif. © Mint Images/Imago
Ein Beet mit frisch geernteten Möhren, in dem ein Hund sitzt
Wer man Möhren im Februar direkt ins Beet sät, kann sie ab Mai ernten.  © Mint Images/Imago
Topinamburknollen werden aus nassem Boden geerntet, daneben Gummistiefel
Ernte und Anbau liegen beim Topinambur nah beieinander: Vor dem ersten Frost können die Knollen noch in die Erde. © Westend61/Imago
Ein Korb mit Winterportulak
Der Name ist Programm: Winterportulak gedeiht auch bei Kälte im Beet oder im Gewächshaus. © Westend61/Imago

Es lohnt sich also, die Samenkörner vorquellen zu lassen. So geben Gärtnerinnen und Gärtner ihnen den nötigen Anreiz, um sich zu einem gesunden, starken Keimling zu entwickeln. Dafür legen Sie das Saatgut 24 Stunden bevor Sie es in die Anzuchtschale geben möchten, in eine flache Schale mit lauwarmem Wasser. Am nächsten Tag sind die Körner dann soweit weich, dass sie sich in der Erde schneller entwickeln.

Saatgut vorquellen: Beizen vertreibt Bakterien

Eine weitere gute Tat vollbringen Sie, wenn Sie das Saatgut statt in Wasser beispielsweise in Kamillentee, Baldriansud oder Magermilch legen. Dieser Vorgang nennt sich beizen und soll Pilzsporen und andere Krankheitserreger an den Samen abtöten, bevor sie bei den Keimlingen zur sogenannten Umfallkrankheit führen. Wichtig ist, dass der Sud dabei nicht zu heiß ist, denn das vertragen die Samen nicht gut. Auch bei dieser Methode liegt das Saatgut am besten etwa 24 in der Flüssigkeit.

Eine andere Variante ist der Knoblauchsud. Dafür zerkleinern Sie eine Knoblauchknolle, drücken die Zehen aus und geben das Ganze in einen Liter heißes Wasser. Nach einem Tag dürfen die Samen dann auch in diesem Gemisch ein Bad nehmen.

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