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Warme Strömungen bringen regelmäßig Saharastaub nach Deutschland. Was sind die Ursachen und welche Folgen hat das Wetter-Phänomen?
Kassel – Saharastaub sorgt immer wieder für Aufsehen, wenn er bei bestimmtem Wetter nach Deutschland kommt: Die Wolken färben den Himmel gelb bis bräunlich. So sorgen sie auch in der Abenddämmerung für ein beeindruckendes Farbenspiel. Bei Niederschlägen hat der Saharastaub auch den sogenannten Blutregen zur Folge. Dabei werden die Staubteilchen aus der Atmosphäre gewaschen und lagern sich ab.
| Wetter-Phänomen | Saharastaub |
|---|---|
| Was ist das? | Staubpartikel in der Atmosphäre |
| Zusammensetzung | Aluminosilikate, Eisenoxide, Quarz, Kalzit, Gips |
| Häufigkeit in Deutschland | Bis zu 20 Mal jährlich |
Wetter-Phänomen Saharastaub: Wie entsteht er?
Der Saharastaub kommt aus der Zentralsahara. In der Region befanden sich bis vor etwa 7000 Jahren zahlreiche Seen. Dann änderte sich dort jedoch das Klima, Monsunwinde ließen nach und Niederschläge wurden weniger. Das Land trocknete aus und wurde zur Wüste. Humus und Gesteine entwickelten sich zu feinem Staub.
Starker, oberflächennaher Wind löst die Staubpartikel aus der Oberfläche und trägt sie als Aerosole in größere Höhen. Mehr als die Hälfte der Aerosole in der Troposphäre der Erde bestehen aus Mineralstaub. Der Saharastaub macht wiederum die Hälfte der Mineralteilchen aus. In der Luft können sich die Teilchen Tage und Wochen aufhalten und weite Strecken zurücklegen – sogar bis nach Deutschland.
Ob der Staub aus der Sahara überhaupt aus der Oberfläche herausgelöst wird, hängt laut Deutschem Wetterdienst (DWD) von verschiedenen Faktoren ab:
- Korngrößenverteilung an der Oberfläche
- Rauigkeit der Oberfläche
- Feuchtigkeit der Oberfläche
- Hohe Windgeschwindigkeit
Woraus besteht der Saharastaub?
Die Zusammensetzung des Saharastaubs hängt von der Zusammensetzung des Bodens ab. Somit variieren die genauen Bestandteile zwischen den Herkunftsregionen. Je nach Ursprungsort besteht der Staub laut DWD zu großen Teilen aus Alumosilikaten, dazu gehört etwa Ton, Eisenoxiden und Quarz. Auch Kalzit und Gips sind enthalten. Dadurch besteht der Saharastaub aus einer Reihe von Mineralien.
Saharastaub – Wie die Teilchen nach Deutschland kommen
Durch starke Höhenwinde kann der Saharastaub sehr weite Strecken zurücklegen. So kommt der Saharastaub nach Europa, Süd- und Nordamerika sowie in den Nahen Osten und beeinflusst dort das Wetter. Auch die Wege, die die Mineralien in der Luft zurücklegen, variieren nach Jahreszeit.
Im Frühsommer kommt der Saharastaub direkt aus den Regionen südlich des nordafrikanischen Atlasgebirges nach Mitteleuropa. Im Hochsommer bringt dagegen laut DWD eine südwestliche Strömung den Staub über den Atlantik nach Europa. In seltenen Fällen ziehen die Wolken aus Saharastaub auch von Nordwesten in südöstliche Richtung über Deutschland hinweg. Dabei haben sie einen langen Weg über den Atlantik und das Azorenhoch nach Europa zurückgelegt.
Wie oft der Saharastaub nach Deutschland kommt, hängt also von der Wetterlage ab. Im Frühling und Sommer ist das Phänomen jedoch häufiger zu beobachten. Der DWD berichtet von etwa fünf bis 20 Saharastaub-Ereignissen, die zehn bis 60 Tage andauern können. Nicht immer gelangen die Staubwolken in niedrigere Luftschichten. In der freien Troposphäre kommen sie häufiger vor.
Trübes Licht und Blutregen: Was sind die Folgen des Saharastaubes für das Wetter?
Der Saharastaub beeinflusst das Wetter auf zwei unterschiedliche Arten. Die Partikel beeinflussen laut DWD die Erdatmosphäre durch Streuung und Absorption eintreffender Sonnenstrahlen, wodurch weniger am Boden ankommen. Der konkrete Einfluss ist jedoch unklar. Zudem dienen die Teilchen als Wolkenkondensationskeime.
Der Saharastaub führt daher zur Wolkenbildung. Besonders in hohen Schichten können durch die Teilchen Schleierwolken entstehen. Auch die Niederschlagsmenge kann sich durch die Staubwolken verringern. Im Atlantik hat der Saharastaub außerdem Einfluss auf die Sturm- und Hurrikanbildung.
Blutregen als Folge des Saharastaubs
Wenn der Saharastaub sich mit Wasser mischt und als Regen fällt, entsteht Blutregen. Die gelösten Partikel färben das Wasser gelb, orange oder rot. Gefährlich ist der Blutregen nicht, allerdings hinterlässt er Spuren auf Gegenständen. Bei Autofahrern ist der Regen daher verhasst, weil der Saharastaub beim Entfernen zu Kratzern führen kann.
Aber nicht nur auf das Wetter wirkt sich der Saharastaub aus, sondern auch auf die Pflanzenwelt. Die Mineralienpartikel liefern wichtige Nährstoffe. Als natürlicher Dünger ist der Staub daher für das Amazonasbecken und die Inseln in der Karibik von besonderer Bedeutung.
Gesundheitliche Folgen
In der Regel wirkt sich der Saharastaub selbst nicht negativ auf die Gesundheit von Menschen aus. Auf der strukturierten Oberfläche der Partikel können laut Forschenden jedoch auch Pilze, langlebige und robuste Bakterien und Allergene transportiert werden. Durch den Niederschlag werden diese jedoch verdünnt.
Bei Menschen mit Asthma oder mit einer Pollenallergie können sich die Beschwerden jedoch verschlimmern. Pollen können sich mit dem Saharastaub verbinden und die Allergie somit schlimmer werden. (ms)
Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa
