Vorsicht mit der Schere

Salbei-Rückschnitt im Frühjahr: Vermeiden Sie diese typischen drei Fehler

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Bevor der Echte Salbei (Salvia officinalis) im Frühjahr neu austreibt, ist ein Rückschnitt sinnvoll.
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Ihr Salbei sieht nach dem Winter kahl und verholzt aus? Mit dem richtigen Frühjahrsschnitt verwandeln Sie den Strauch zurück in eine üppige Kräuterpflanze.

Wer seinen Salbei im Garten oder im Kübel gut überwintert hat, hat schon mal viel geschafft. Im Frühjahr steht, ebenso wie im Sommer nach der Blüte, der Rückschnitt vor allem für ältere Sträucher als wichtige Pflegemaßnahme an. Von Ende Februar bis Mitte April, in einer Phase ohne starke Fröste, ist der Zeitpunkt günstig. Dabei sollte man aber ein paar Dinge beachten, damit die Ernte nicht ausbleibt. Folgende Fehler sollte man vermeiden:

Fehler Nr. 1: Jede Salbei-Sorte kurz schneiden

Es gibt rund 900 Salbei-Arten und der richtige Rückschnitt ist von der Sorte abhängig. Verholzende Arten wie den hier beschriebenen sehr häufigen Echten Salbei (Salvia officinalis) oder auch Gartensalbei darf man im Spätwinter oder Frühjahr kräftig zurückschneiden. Dies gilt auch für seine buntlaubigen Unterarten. Manche langlebigen krautigen Ziersalbei-Stauden wie der Steppen-Salbei (Salvia nemorosa) bilden keine verholzten Zweige und werden zweimal im Jahr bis auf ein paar Blätter kräftig gestutzt: sowohl im Frühjahr als auch nach der Blüte. Den nur zweijährigen Muskelkater-Salbei (Salvia sclarea) oder den einjährigen Schopfsalbei (Salvia viridis) beispielsweise muss man nicht zurückschneiden.

Fehler Nr. 2: Echten Salbei gar nicht schneiden

Sie schneiden Ihren Echten Salbei nie zurück? Das ist eher ungünstig. Beim Echten Salbei handelt es sich um ein mehrjähriges Halbgehölz, das wie auch Rosmarin oder Lavendel schnell verholzt. Daher ist der jährliche kräftige Rückschnitt im Frühjahr nötig, damit die Pflanze im Wuchs kompakt bleibt und nicht vergreist. Das heißt, der innere Teil des Strauchs wird kahl und an den Zweigenden bilden sich zunehmend kümmerliche Blätter.

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Eine Frau begutachtet eine Salbeipflanze
Salbei wächst schnell, mag volle Sonne und Rückschnitte. Das verspricht eine gute Ernte. © Mint Images/Imago
Kresse in einer halbierten Eierschale in einem Eierbecher in Huhnform
Kresse lässt sich aus Samen auf kleinstem Raum kinderleicht selbst ziehen. © Manfred Ruckszio/Imago
Zweige und Blüte von Strauchbasilikum (Ocimum basilicum) Magic Blue in der Nahaufnahme
Das einjährige Strauchbasilikum wächst schnell und buschig. Perfekt für Bienen und zu Tomate-Mozzarella. © imagebroker/Imago
Ein älterer Herr riecht an einer großen Bohnenkrautstaude
Das winterharte Bohnenkraut braucht nicht viel Wasser und gedeiht auch auf dem Balkon sehr gut. © imagebroker/Imago
Knospender und blühender Schnittlauch (Allium schoenoprasum)
Schnittlauch sollte man ernten, bevor sich Knospen bilden – aber mit Blüten ist er eine Zierde. © blickwinkel/Imago
Eine tiefgrüne Pflanze Krause Petersilie
Nicht zu trocken, nicht zu nass und genug Licht – damit ist die Petersilie schon zufrieden. © Shotshop/Imago
Eine Frau pflanzt Minze in einen Topf mit Erde, Ansicht von oben
Wenn man Minze genug gießt, wuchert sie wie verrückt. Der Anbau im Topf ist sinnvoll, um sie zu bremsen. ©  Westend61/Imago
Ein großer blühender Oregano (Origanum vulgare) und ein Thymian im Topf auf einem Balkon
Oregano ist eine winterharte Staude, die einen mageren Boden bevorzugt. Düngen muss man nicht, wässern nur bei großer Hitze. © blickwinkel/Imago
Zahlreiche Zitronenmelisseblätter von oben aufgenommen
Die Zitronenmelisse mag es sonnig, sie darf nur nicht austrocknen. Wenn man sie schneidet, bildet sie neue Triebe. © Shotshop/Imago
Ein Mann pflanzt einen Thymianbusch in einen Tontopf
Damit Thymian gut wächst, sollte er nach dem Kauf in einen größeren Topf, am besten in mit Sand gemischte Blumenerde. © Westend61/Imago

Fehler Nr. 3: Die falsche Technik

Ältere Pflanzen darf man stärker zurückschneiden als junge. Aber nur so weit, dass noch schlafende oder frische Triebknospen zu sehen sind. Knapp darüber, bis kurz vor das alte Holz, setzt man die Schere an, sodass nicht mehr viel von dem Strauch übrig bleibt – bis zu zwei Drittel dürfen Sie theoretisch kappen. Wer zu tief in das Holz schneidet, kann sich um die Ernte bringen, darum sollte man immer auf Austriebe achten. Denn die neuen Triebe wachsen am alten Holz. Wenig belaubte, kranke oder schwach wachsende Zweige können Sie ganz entfernen.

Häufige Fragen zum Salbei-Rückschnitt

Wann ist der beste Zeitpunkt, um Salbei zurückzuschneiden? Der ideale Zeitpunkt für den Rückschnitt von Echtem Salbei liegt zwischen Ende Februar und Mitte April. Wählen Sie eine Phase ohne starke Fröste, damit die frischen Schnittstellen nicht geschädigt werden. Ein zweiter, leichterer Schnitt kann nach der Blüte im Sommer erfolgen, um den kompakten Wuchs zu fördern.

Muss man jeden Salbei schneiden? Nein, nicht jede Salbei-Art benötigt einen Rückschnitt. Einjährige Arten wie der Schopfsalbei oder der nur zweijährige Muskatellersalbei müssen nicht geschnitten werden. Verholzende Arten wie der Echte Salbei und krautige Stauden wie der Steppensalbei profitieren dagegen deutlich von einem regelmäßigen Schnitt.

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