Selbst säen oder umpflanzen?

Samen oder Setzlinge: Was ist das Richtige für Ihren Garten?

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Ob das Säen von Samen oder das Pflanzen von Setzlingen in Ihrem Garten vorteilhafter ist, hängt von mehreren Faktoren ab.

Im Frühjahr stehen Hobbygärtner oft vor der Entscheidung, ob sie die Pflanzen für die neue Saison selbst aussäen oder auf Jungpflanzen zurückgreifen sollen. Beide Methoden sind weit verbreitet und bieten jeweils ihre Vor- und Nachteile. Die Wahl zwischen Direktsaat und Vorkultur hängt dabei von verschiedenen Faktoren ab. Unter anderem die Pflanzenart, der verfügbare Platz und die individuellen Gartenbedingungen spielen eine Rolle.

Aussaat: Der natürliche Start

Einer der größten Pluspunkte des Selbstaussäens zeigt sich im Preis, da Samen in der Regel günstiger sind als Jungpflanzen. Zudem haben Sie die Möglichkeit, das Wachstum von Anfang an zu beobachten und mitzuerleben. Für Gärtner, die besondere oder lokale Sorten anbauen möchten, die oft im Handel nicht erhältlich sind, ist die direkte Aussaat außerdem häufig die einzige Möglichkeit.

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Dennoch gilt es zu beachten, ob die gewünschte Pflanze sich überhaupt für das Selbstaussäen eignet. Das ist generell bei schnell wachsenden Arten wie Radieschen, Spinat und Salat der Fall. Ebenso sollten Pflanzen mit empfindlichen Wurzeln, wie Möhren und Pastinaken, direkt gesät werden, um Schäden beim Umpflanzen zu vermeiden. Auch bei bestimmten Kräutern wie beispielsweise Dill oder Petersilie ist eine eigenhändige Saat sinnvoller. Diese keimen und gedeihen nämlich direkt im Beet besser als vorgezogene Topfpflanzen.

Kräuter für Anfänger: Die 10 besten für Balkon und Garten

Eine Frau begutachtet eine Salbeipflanze
Salbei wächst schnell, mag volle Sonne und Rückschnitte. Das verspricht eine gute Ernte. © Mint Images/Imago
Kresse in einer halbierten Eierschale in einem Eierbecher in Huhnform
Kresse lässt sich aus Samen auf kleinstem Raum kinderleicht selbst ziehen. © Manfred Ruckszio/Imago
Zweige und Blüte von Strauchbasilikum (Ocimum basilicum) Magic Blue in der Nahaufnahme
Das einjährige Strauchbasilikum wächst schnell und buschig. Perfekt für Bienen und zu Tomate-Mozzarella. © imagebroker/Imago
Ein älterer Herr riecht an einer großen Bohnenkrautstaude
Das winterharte Bohnenkraut braucht nicht viel Wasser und gedeiht auch auf dem Balkon sehr gut. © imagebroker/Imago
Knospender und blühender Schnittlauch (Allium schoenoprasum)
Schnittlauch sollte man ernten, bevor sich Knospen bilden – aber mit Blüten ist er eine Zierde. © blickwinkel/Imago
Eine tiefgrüne Pflanze Krause Petersilie
Nicht zu trocken, nicht zu nass und genug Licht – damit ist die Petersilie schon zufrieden. © Shotshop/Imago
Eine Frau pflanzt Minze in einen Topf mit Erde, Ansicht von oben
Wenn man Minze genug gießt, wuchert sie wie verrückt. Der Anbau im Topf ist sinnvoll, um sie zu bremsen. ©  Westend61/Imago
Ein großer blühender Oregano (Origanum vulgare) und ein Thymian im Topf auf einem Balkon
Oregano ist eine winterharte Staude, die einen mageren Boden bevorzugt. Düngen muss man nicht, wässern nur bei großer Hitze. © blickwinkel/Imago
Zahlreiche Zitronenmelisseblätter von oben aufgenommen
Die Zitronenmelisse mag es sonnig, sie darf nur nicht austrocknen. Wenn man sie schneidet, bildet sie neue Triebe. © Shotshop/Imago
Ein Mann pflanzt einen Thymianbusch in einen Tontopf
Damit Thymian gut wächst, sollte er nach dem Kauf in einen größeren Topf, am besten in mit Sand gemischte Blumenerde. © Westend61/Imago

Jungpflanzen: Der schnelle Erfolg

Wer auf Jungpflanzen setzt, spart sich vor allem Zeit und gewährt dem Beet einen Entwicklungsvorsprung, was besonders bei Gemüsen mit langer Kulturzeit – wie den meisten Kohlarten – der Fall ist. Bei wärmeliebenden Pflanzen wie beispielsweise Tomaten oder Paprika ist die Vorkultur sogar ein Muss, da sie für ein gutes Wachstum Temperaturen über 20 Grad Celsius benötigen. Bis diese Bedingungen im Garten gegeben sind und es keine frostigen Nächte mehr gibt, müssen die Pflanzen also im Haus gedeihen und dann erst umgepflanzt werden. Durch das Vorziehen ist die Saat außerdem zunächst vor Schädlingen und Vögeln sowie der Gefahr überwuchert zu werden geschützt. Wenn sie schon etwas größer sind und dann in das Beet kommen, können sie sich dort besser behaupten.

Bei einigen Pflanzen bietet sich das Vorziehen und anschließende Umpflanzen an.

Pflanzen selber zu Hause vorziehen

Falls Sie sich also dazu entscheiden, die Pflanzen selbst im Haus vorzuziehen, sollten Sie dafür einen sonnig-warmen, aber vor Zugluft geschützten Platz, idealerweise auf der Fensterbank, finden. Ansonsten können auch UV-Lampen fehlendes Sonnenlicht zumindest ergänzen. Spezielle Anzuchterde sorgt dafür, dass die Saat nicht zu schnell, sondern kräftig wächst. Gepflanzt werden diese in sogenannte Anzuchttöpfe, die man entweder im Fachhandel kaufen kann oder auch ganz leicht selber machen kann.

Rubriklistenbild: © Zoonar/Imago

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