Vorsichtig anwenden

Trauermücken bekämpfen – mit Natron lieber vorsichtig sein

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Trauermücken sind lästige Eindringlinge im Blumentopf. Natron gilt als eine einfache Lösung, die Tiere loszuwerden. Doch das Hausmittel hat auch Schattenseiten.

Wenn winzige Fliegen um den Blumentopf schwirren, sind es meist keine Fruchtfliegen, sondern Trauermücken. Ihre Eier und Larven werden oft schon beim Einkauf mit der Blumenerde eingeschleppt. Man bekommt sie nur schwer wieder los und die Weibchen können bis zu 200 Eier legen, die gerne auch bei der Nachbarpflanze einziehen. Daher ist schnelles Handeln nötig. Doch bevor man zur Chemiekeule greift, lohnt sich ein Blick in den Küchenschrank – und zwar zum altbewährten Natron. Hier erfahren Sie, wie Sie Trauermücken mit Natron oder Backpulver wirksam bekämpfen können, welche Zimmerpflanzen davon profitieren – und welche nicht.

Natron macht den Boden saurer – das mögen nicht alle Zimmerpflanzen

Mithilfe von Gelbtafeln lassen sich Trauermücken an Zimmerpflanzen schnell erkennen und etwas dezimieren.

Die Larven der Trauermücke fressen zwar auch welke Pflanzenteile, aber ebenso gesunde Wurzeln. Sie sind daher nicht nur Lästlinge, sondern Schädlinge, die die Pflanzen anfällig für Krankheiten und Pilzbefall machen. Besonders wohl fühlen sich die Larven in feuchter Erde. Laut Umweltbundesamt entwickelt sich infolgedessen meist auch Schimmel, der für den Menschen ungesund ist.

Natron, auch als Backsoda bekannt, ist nicht nur ein vielseitiger Helfer im Haushalt, sondern auch eine umweltfreundliche Lösung zur Schädlingsbekämpfung. Es wirkt bei geringem Befall nicht nur gegen Trauermücken, sondern hilft den Pflanzen auch bei Pilzerkrankungen wie Mehltau. Wer kein Natron zur Hand hat, kann auch Backpulver verwenden, das meist Natron und ein Säuerungsmittel enthält. Ist der Befall mit Trauermücken zu stark, hilft nur noch, die Erde sehr sorgfältig restlos auszutauschen und zu entsorgen.

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Die meisten Zimmerpflanzen tolerieren Natron gut. Allerdings sollte man es bei säureliebenden Gewächsen wie Azaleen, Hortensien, der Hanfpalme, Zimmerfarnen oder auch fleischfressenden Pflanzen nicht einsetzen. Hier kann ein ansteigender, beziehungsweise hoher pH-Wert zu Problemen führen, weil der Boden dadurch in den basischen Bereich gerät, erklärt Landundforst.de.

So bekämpfen Sie die Trauermücken mit Natron

  1. Mischen Sie einen Teelöffel Natron mit einem Liter Wasser. Achten Sie darauf, dass sich das Natron gut auflöst.
  2. Gießen Sie die betroffenen Pflanzen mit der Natronlösung. Der Boden muss gleichmäßig feucht sein.
  3. Wiederholen Sie die Behandlung jede Woche, bis die Trauermücken verschwunden sind. Dies hilft, auch die Larven zu bekämpfen.

10 Tierchen in der Wohnung, die wirklich harmlos sind – Silberfischchen bis Tausendfüßer

Eine Bernstein-Waldschabe (Ectobius vittiventris) auf einem Stein
Sieht aus wie eine Kakerlake, ist aber keine: Die harmlose Bernstein-Waldschabe ist im Gegensatz zum Schädling auch tagsüber aktiv. © blickwinkel/Imago
Eine Hauswinkelspinne auf einem aufgeschlagenen Buch
Hauswinkelspinnen sind zwar nützlich, aber in den eigenen vier Wänden kein gern gesehener Gast. © blickwinkel/Imago
Eine Gemeine Florfliege (Chrysoperla carnea) auf einem Blatt
Die Florfliege ist sogar ein Nützling: Nur etwa einen Zentimeter groß, aber eine Meisterin im Blattlausvertilgen. © imagebroker/Imago
Eine Gemeine Wespe (Vespula vulgaris) auf Brombeere
Wespen sollte man sanft nach draußen geleiten – sie sind nur für Allergiker gefährlich © imagebroker/Imago
Ein Silberfischchen (Lepisma saccharina) auf Holz
Das Silberfischchen liebt hohe Luftfeuchtigkeit und huscht bei Licht betrachtet schnell weg. © blickwinkel/Imago
Ein Tausendfüßer auf einem Holzstück in der Nahaufnahme
Solange der Tausendfüßler nicht in Massen auftritt: Den Lästling einfach nach draußen kehren. © Panthermedia/Imago
Eine Grüne Stinkwanze (Palomena prasina), zwischen zwei Fingern
Wenn Stinkwanzen sich bedroht fühlen, geben sie einen fauligen Geruch ab. Darum nicht zerdrücken! © blickwinkel/Imago
Eine Gelbtafel mit Trauermücken
Trauermücken sind schädlich für Zimmerpflanzen, aber nicht für den Menschen. Gelbtafeln helfen am besten. © Panthermedia/Imago
Eine Menge Kellerasseln in Holzritze
Wenn so viele Kellerasseln herumwimmeln, ist dies ein Hinweis auf eine (zu) hohe Luftfeuchtigkeit im Raum. © blickwinkel/Imago
Ein Gemeiner Ohrwurm (Forficula auricularia) auf einem Holzbrett
Ohrenkneifer oder Ohrwürmer sind für den Menschen vollkommen ungefährlich – sie krabbeln nachts auch nicht in die Ohren. © blickwinkel/Imago

Eine andere Möglichkeit ist, das Pulver direkt auf die Erde zu streuen und mit Wasser anzufeuchten. Die Sodalösung sollte jedoch nicht auf die Blätter gesprüht werden, um Blattschäden zu vermeiden – nicht ohne Grund verwendet man Natron auch zur Unkrautvernichtung. Neben der Bekämpfung von Trauermücken hat Natron einen überraschenden Nebeneffekt: Es kann auch unangenehme Gerüche im Pflanzsubstrat neutralisieren und so für ein frischeres Raumklima sorgen. Für Haustiere wie Katzen oder Vögel ist es ungiftig.

Rubriklistenbild: © Pond5 Images/Imago

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