Versorgungsausgleich

Rentenanspruch nach Scheidung: So verändert Trennung die Altersvorsorge

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Bei einer Scheidung wird nicht nur das Vermögen aufgeteilt, sondern auch die Rentenansprüche. Dies kann zu unerwarteten Änderungen des Renteneinkommens führen.

Eine Scheidung bringt nicht nur emotionale Belastungen mit sich, sondern kann auch finanzielle Folgen haben – insbesondere für die Altersvorsorge. Viele Betroffene unterschätzen, wie stark sich eine Trennung auf die spätere Rente auswirken kann. Vom Versorgungsausgleich über Rentenansprüche bis hin zur Frage, wer am Ende wie viel erhält: Wer sich frühzeitig informiert, kann unangenehme Überraschungen im Ruhestand vermeiden.

Renten-Schreck bei Scheidung: Wie sich die Aufteilung der Ansprüche auf Altersvorsorge auswirkt

Wenn sich zwei Menschen scheiden lassen, sind eine Reihe von Schritten und Entscheidungen zu treffen. Neben der rechtlichen Auflösung der Ehe müssen Folgesachen wie Unterhalt, Vermögensaufteilung, Sorgerecht für die Kinder und auch der Versorgungsausgleich geregelt werden. Nach einer Scheidung teilen sich die ehemaligen Ehepartner nicht nur das Haus und andere Vermögenswerte, die während der Ehe erworben wurden, sondern auch die Rentenansprüche.

Nach Auffassung der Deutschen Rentenversicherung (DRV) gelten die während der Ehe erworbenen Rentenanwartschaften als gemeinsame Lebensleistung. Sie gehören daher beiden Ehegatten zu gleichen Teilen. Bei einer Scheidung werden daher im Rahmen des Versorgungsausgleichs alle Rentenansprüche beider Ehepartner ausgeglichen. Ziel ist es, dass beide die Ehe mit gleich vielen Versorgungsanwartschaften beenden. Doch was bedeutet das konkret?

Versorgungsausgleich bei Scheidung: Wer verliert, wer gewinnt?

Die Aufteilung der Rentenansprüche im Rahmen des Versorgungsausgleichs bedeutet, dass ein Partner einen Teil seiner Altersversorgung verliert und unter Umständen ein geringeres Renteneinkommen erhält als ursprünglich erwartet. Das Familiengericht legt fest, ob und in welcher Höhe die Rentenansprüche des einen Ex-Partners abgezogen und dem anderen gutgeschrieben werden. Durch den Ausgleich kann sich die Rente also auch erhöhen, so die DRV weiter.

Nach einer Scheidung profitiert derjenige Ehepartner vom Versorgungsausgleich, der während der Ehe weniger Rentenansprüche erworben hat. Laut dem Online-Portal Ihre-Vorsorge sind dies in erster Linie Frauen. Das liegt vor allem daran, dass Frauen wegen der Kindererziehung aus dem Berufsleben ausscheiden. Sie können zwar die sogenannte Mütterrente beantragen, arbeiten aber lange in Teilzeit und erhalten deshalb mehrere hundert Euro weniger Rente.

Rentenansprüche nach Scheidung aufteilen: Ausgleichszahlung als Alternative

Die Aufteilung der Rentenansprüche kann bereits bei der Scheidung erfolgen und nicht erst bei Renteneintritt, wie das Online-Portal Steuertipps schreibt. Das hat einige Vorteile. Wenn die Eheleute schon bei der Scheidung wissen, dass ihre Rentenansprüche sinken, können sie vorsorgen. Wie man sein Einkommen im Alter aufbessern kann, darüber hat echo24.de bereits berichtet. Aber auch als Senior kann man noch einiges tun, um die eigene Rente zu erhöhen.

Eine Scheidung kann erhebliche Auswirkungen auf die spätere Rente haben. (Symbolbild)

Laut DRV gibt es aber auch eine Möglichkeit, die erworbenen Rentenansprüche nicht teilen zu müssen. Anstelle des Versorgungsausgleichs kann auch eine Ausgleichszahlung vereinbart werden, bei der ein Partner dem anderen einen Geldbetrag zum Ausgleich der Versorgungsansprüche zahlt. Die Ausgleichszahlung ist nicht steuerfrei und muss vom Empfänger versteuert werden. Der zahlende Partner kann die Ausgleichszahlung jedoch als Sonderausgabe von der Steuer absetzen.

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