VonJulia Cuprakowaschließen
Die Mütterrente 3 bringt finanzielle Vorteile für Millionen von Müttern. Doch neben dem Geld gibt es überraschende Pluspunkte.
Mit der Einführung der Mütterrente 3 können sich viele Frauen – und auch einige Väter – auf spürbare finanzielle Verbesserungen freuen. Die neue Reform der Rentenversicherung erkennt die Erziehungsleistung von Eltern noch stärker an und sorgt dafür, dass Kindererziehungszeiten bei der Rente deutlich besser berücksichtigt werden.
Doch neben dem zusätzlichen Geld bietet die Mütterrente 3 auch überraschende Vorteile, die bisher kaum bekannt sind – und gerade diese versteckten Pluspunkte machen das Thema besonders spannend.
Mütterrente 3: Überraschende Vorteile jenseits des Geldes
Ab dem 1. Juli 2025 soll die Mütterrente 3 in Kraft treten und rund zehn Millionen Mütter in Deutschland finanziell besser stellen. Frauen, deren Kinder vor 1992 geboren wurden, erhalten künftig für jedes Kind einen halben Entgeltpunkt mehr in der Rente gutgeschrieben.
Nach dem aktuellen Rentenwert entspricht das einem monatlichen Plus von rund 20 Euro brutto pro Kind, wie echo24.de bereits berichtete. Diese Aufwertung gilt nicht nur für zukünftige Rentnerinnen, sondern auch für Frauen, die bereits Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung beziehen. Wie das Ganze finanziert werden soll, ist derzeit noch unklar und wird von der Deutschen Rentenversicherung kritisiert. Doch mit mehr Geld allein ist es bei der Mütterrente 3 nicht getan. Es gibt weitere versteckte Vorteile.
Mehr Kindererziehungszeiten: So erleichtert die Mütterrente 3 den Zugang zu weiteren Rentenarten
Laut dem Online-Portal Gegen-Hartz hat die Mütterrente 3 auch strukturelle Auswirkungen auf die Rentenberechnung, den Versicherungsverlauf und den Zugang zu den verschiedenen Rentenarten. Doch was bedeutet das genau? Wie Gegen-Hartz berichtet, wird der zusätzliche Rentenpunkt für Frauen, die bereits eine Altersrente beziehen, abschlagsfrei angerechnet. Auch dann, wenn die bisherige Rente mit Abschlägen gezahlt wurde. Der Bonus fließt ungekürzt in die Rente ein.
Ein weiterer wesentlicher Vorteil der Mütterrente 3 ist die Ausweitung der anrechenbaren Kindererziehungszeiten. Für jedes Kind werden zusätzlich sechs Kalendermonate als rentenrechtliche Zeit berücksichtigt. Diese Monate zählen zur sogenannten Wartezeit, die für den Bezug bestimmter Rentenarten erforderlich ist. Insbesondere Mütter, denen nur noch wenige Monate zur Erfüllung der Mindestversicherungszeit fehlen, können nun unter anderem die Altersrente für langjährig Versicherte oder die Erwerbsminderungsrente in Anspruch nehmen.
Rentenlücke bei Frauen: Wie die Mütterrente 3 Versicherungslücken schließt
Die Auswirkungen der Mütterrente 3 auf die Erwerbsminderungsrente sind ebenfalls erheblich. Wer Erwerbsminderungsrente beanspruchen will, muss unter anderem eine bestimmte Anzahl von Pflichtbeitragsmonaten nachweisen. Die Reform kann hier entscheidend sein, um diese Voraussetzung zu erfüllen.
Frauen erhalten in Deutschland mehrere hundert Euro weniger Rente als Männer. Das liegt unter anderem an den unterbrochenen Erwerbsbiografien, zum Teil durch Erziehungszeiten oder Teilzeitarbeit. Genau diese Versicherungslücken können durch die Mütterrente 3 geschlossen werden. Durch die zusätzlichen sechs Monate pro Kind sinkt die Zahl der beitragsfreien oder lückenhaften Monate im Versicherungsverlauf.
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