Soja, Nüsse, Vollkornprodukte

Ernährung bei Schilddrüsenunterfunktion: Milch und Soja verstärken die Symptome

  • schließen

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion können bestimmte Lebensmittel die Symptome verstärken. Dazu zählen auch Soja, Nüsse und Vollkornprodukte.

In der Schilddrüse werden Hormone gebildet, die maßgeblich an wichtigen Körperfunktionen wie Stoffwechsel, Wachstum und Verdauung beteiligt sind. Wer unter einer Schilddrüsenunterfunktion leidet, sollte daher auf eine gesunde Ernährung achten und bestimmte Lebensmittel meiden. So stehen manche Nahrungsmittel im Verdacht, die typischen Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion auszulösen oder zu verstärken. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung kann sich dagegen positiv auf die Fehlfunktion auswirken.

Schilddrüsenunterfunktion: 10 Lebensmittel, die Sie vermeiden sollten

Da die Schilddrüse eine wichtige Rolle bei der Hormonproduktion spielt, beeinflusst eine Fehlfunktion des schmetterlingsförmigen Organs den gesamten Körper. Spurenelemente wie Selen, aber auch Kalzium und Eisen sowie Vitamine wie Vitamin A und Vitamin D sind an der Regulierung der Schilddrüse beteiligt. Diese Nährstoffe sollten daher bewusst über die Ernährung aufgenommen werden. Damit die Schilddrüse ausreichend Hormone liefern kann, benötigt sie jedoch vor allem ausreichend Jod. So kann sich bei einem Jodmangel die Schilddrüse vergrößern und eine Schilddrüsenunterfunktion auftreten.

Kohlsorten wie Grünkohl enthalten bestimmte Inhaltsstoffe, welche die Jodaufnahme verhindern können (Symbolbild).

Der Körper nimmt Jod über die Nahrung auf. Der Tagesbedarf beträgt dabei laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) bei Jugendlichen und Erwachsenen rund 200 Mikrogramm. Obwohl diese Menge mit der richtigen Ernährung problemlos eingehalten werden kann, erreichen viele Menschen die empfohlene Tagesration an Jod nicht. Grund dafür ist, dass Trinkwasser, Boden und die darauf angebauten Nahrungsmittel hierzulande sehr jodarm sind. Um den täglichen Jodbedarf zu decken, muss daher auf eine jodreiche Ernährung besonders geachtet werden. Zudem sollten Menschen, die bereits unter einer Schilddrüsenunterfunktion leiden, Lebensmittel, die dem Körper Jod entziehen, unbedingt vermeiden.

Nichts verpassen: Alles rund ums Thema Gesundheit finden Sie in unserem regelmäßigen Newsletter von 24vita.de.

Schilddrüsenunterfunktion: Jodmangel vorbeugen

Während Lebensmittel mit hohem Jodanteil vermehrt gegessen werden sollten, sollten Betroffene bestimmte Inhaltsstoffe nur in Maßen zu sich nehmen. Dazu zählen Nahrungsmittel, welche sogenannte Goitrogene enthalten. Diese können auf Dauer die Jodaufnahme stören und eine Schilddrüsenunterfunktion begünstigen. Goitrogene Stoffe sind vor allem in pflanzlichen Lebensmitteln wie Soja und Sojaprodukten, aber auch in Kohlsorten wie Blumenkohl, Rosenkohl und Grünkohl zu finden.

Auch ballaststoffreiche Nahrungsmittel wie Vollkornbrot oder Müsli sowie Nahrungsmittel mit viel Kalzium wie Milch, Nüsse und Kaffee können bei einer Schilddrüsenunterfunktion problematisch sein. Denn Inhaltsstoffe in diesen Lebensmitteln erschweren die Wirksamkeit mancher Schilddrüsenmedikamente.

Diese Lebensmittel sollten Sie meiden:

  1. Kohlgemüse wie Kohlrabi, Brokkoli, Blumenkohl, Grünkohl und Rosenkohl
  2. Müsli
  3. Vollkornprodukte
  4. Nüsse
  5. Soja und Sojaprodukte
  6. Hirse
  7. Kaffee
  8. Samen und Kerne
  9. Milch
  10. Hülsenfrüchte

Schilddrüsenunterfunktion: Elf Lebensmittel können bei Hashimoto helfen

Rote Paprika
Hashimoto-Patienten sollten vor allem auf entzündungshemmende Lebensmittel setzen. Paprika zählt zu den Gemüse- und Obstsorten, die Vitamin C (Ascorbinsäure) enthält. Auch Brokkoli, Rosenkohl, Grünkohl, Fenchel, Sanddorn, Hagebutte, Kiwi, schwarze Johannisbeeren und Zitrusfrüchte eignen sich gut. © Francis Joseph Dean/Dean Picture/Imago
Olivenöl wird aus einer Karaffe getropft.
Pflanzenöle wie Olivenöl, aber vor allem auch Weizenkeimöl und rotes Palmöl liefern Vitamin E und sind deshalb bei Hashimoto empfehlenswert. Es handelt sich zudem um Antioxidantien, die recht hitzebeständig sind.  © zidi/Panthermedia/IMAGO
Äpfel
Bei Hashimoto sind Gemüse- und Obstsorten in den Farben rot, blau oder violett besonders empfehlenswert. Dazu zählen Äpfel, Beeren, Granatäpfel, Kirschen und Pflaumen. Sie enthalten Polyphenole. Diese Antioxidantien kommen besonders in den Blättern von Pflanzen vor. Auch Oliven und Olivenöl, Soja, Getränke wie Grüntee, Kaffee, (dunkler) Kakao, Rotwein und viele Gewürze wie Oregano, Zimt enthalten sie. © Francis Joseph Dean/Dean Picture/IMAGO
Eine Kiste mit roten Tomaten
Neben Papaya, Grapefruit, Karotten, Feldsalat, Grünkohl und Wassermelonen liefern auch Tomaten Carotinoide wie Lycopin und Beta-Carotin. Sie zählen ebenfalls zu den Antioxidantien. Reife Tomaten enthalten viel Lycopin, Dosentomaten und Tomatenmark sogar noch wesentlich mehr. © Maksim Konstantinov/IMAGO
Ananas liegt auf Untergrund
Ananas enthält Bromelain, das nicht nur entzündungs-, sondern auch gerinnungshemmend ist.  © YAY Images/IMAGO
Löffel mit Kurkuma.
Kurkuma (Gelbwurz) und Currypulver liefern Curcumin. Es hilft nicht nur bei Hashimoto, sondern insbesondere auch bei Arthrose, da es schmerzlindernd ist. Es soll zudem auch Krebs hemmen.  © Hans-Joachim Schneider/IMAGO
Chillischoten
Chili- und Paprikaschoten enthalten Capsaicin. Dabei handelt es sich um ein in verschiedenen Paprikasorten natürlich vorkommendes Alkaloid, das schmerzlindernd und durchblutungsfördernd wirkt. © Georg Schierling/IMAGO
Eine Hand hält einen Bund Hagebutten.
Hagebutte, die ganze Frucht als Pulver – nicht im Hagebuttentee, liefert Galaktolipide. Sie haben eine entzündungshemmende Wirkung. Allerdings sind sie fettlöslich und zerfallen bei Erhitzen über 40 Grad. Als Marmelade haben die Hagebutten deshalb weniger heilende Eigenschaften. © F. Hecker/Imago
Frau füllt eine Tüte mit Walnüssen.
Walnüsse enthalten neben Leinsamen, Leinöl, Chia-Öl, Walnussöl, Rapsöl sowie verschiedenen Fischarten (z.B. Lachs, Hering, Makrele, Sardelle) Omega-3-Fettsäuren. Diese wirken entzündungshemmend und sind deshalb gerade für Hashimoto-Patienten essenziell. Zudem können sie bei bei regelmäßiger Einnahme nachweislich das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen reduzieren.  © David Munoz/IMAGO
Ein Bauer zeigt auf einem Markt einem Kunden Knoblauch in seiner Hand.
Knoblauch und Zwiebeln enthalten Sulfide und wirken antibaktierell und gefäßschützend. © Liang Sen/IMAGO
Mandeln
Mandeln wirken ebenfalls entzündungshemmend und liefern neben anderen Lebensmitteln Mineralstoffe und Spurenelemente wie Magnesium, Zink, Eisen, Selen. Diese erhalten Sie auch über dunkles Kakaopulver, Sojaprodukte, Hülsenfrüchte, Sesam, Vollkorngetreide, Kürbiskerne, Spinat, Beerenobst, Geflügel, Lachs, Leber und dunkelgrünes Blattgemüse. © IMAGO/Alex Salcedo

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © YAY Images / Imago

Kommentare