Verblüffende Gemeinsamkeit: Auch Hunde schlafen schlecht, wenn sie Sorgen haben
VonSophie Kluß
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Verarbeitet der Mensch im Schlaf Emotionen, kann dies Auswirkungen auf die Qualität seines Schlafes haben. Eine Studie beweist, dass Hunde wohl ganz ähnlich ticken.
Wir Menschen machen uns vor, während und nach dem Schlaf Sorgen. Wir knirschen, haben Albträume, verspannte Muskeln und sind am Morgen gerädert. Dass auch Hunde von ihren Sorgen – vor allem hinsichtlich der Schlafqualität – beeinträchtigt werden, war der Wissenschaft bis vor wenigen Jahren nicht bekannt.
Positive wie auch negative soziale Erfahrungen im Alltag von Hunden haben Auswirkungen auf das Schlafverhalten dieser Hunde. Das zeigt eine ungarische Studie, welche die wissenschaftliche Fachzeitschrift „The Royal Society“ bereits im Jahr 2017 veröffentlicht hat.
Gestresste Hunde schlafen unruhiger als entspannte
Für die Studie wurden Daten von Haushunden ausgewertet, die jeweils drei Stunden schliefen. Vor dem Schlafengehen wurden diese Hunde mit emotional positiven – Streicheln, Ballspielen, liebevolle Berührung der Besitzer – oder negativen – Trennung, bedrohliches Näherkommen, unbewegtes Gesicht – sozialen Interaktionen konfrontiert. Die Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, dass vorangegangene emotionale Stimulationen den Schlaf der Hunde nachweislich beeinflussten.
Die Ergebnisse zeigten deutlich, dass die Hunde, die vor dem Schlaf emotional positive Erfahrungen gemacht hatten, einen beständigeren und tieferen Schlaf hatten, als diejenigen, die zuvor stressauslösenden Reizen ausgesetzt worden waren. Die gestressten Hunde hatten einen gestörten Schlafrhythmus und tendierten eher dazu, aufzuwachen, in der REM-Schlafphase zu verharren und insgesamt schlechter zu schlafen.
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Ein weiteres Ergebnis weckte das Interesse der Forscher: Die Hunde, die vor dem Schlafengehen negative emotionale Erfahrungen gemacht hatten, schliefen im Durchschnitt schneller ein, als die anderen Hunde. Diese Erkenntnis erinnerte die Wissenschaftler an ein typisch menschliches Verhalten: Auch wir wünschen uns nach einem langen und stressigen Tag oft nichts sehnlicher, als einfach ins Bett zu gehen, zu schlafen und den Kopf „auszuschalten“.