Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Schlaganfall vorbeugen mit der Sieben-Schritt-Regel

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Ein gesunder Lebensstil trägt dazu bei, das Risiko für Herz- und Gefäßerkrankungen wie Schlaganfall zu reduzieren. So schaffen Sie die Veränderungen.

Ein gesunder Lebensstil hilft dabei, Herz- und Gefäßerkrankungen wie Schlaganfall oder Herzinfarkt vorzubeugen. Dazu zählt beispielsweise eine gesunde Ernährungsweise, ausreichend Bewegung sowie genügend Entspannungsphasen. Wer sein Leben umkrempeln und sich neue, gesunde Gewohnheiten aneignen möchte, sollte dabei allerdings nicht alles auf einmal verändern, sondern Schritt für Schritt vorgehen. Ein Experte empfiehlt deshalb zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine Sieben-Schritt-Regel.

Wie Sie mit der Sieben-Schritt-Regel einem Schlaganfall vorbeugen können

In Deutschland erleiden rund 270.000 Menschen pro Jahr einen Schlaganfall. Mit einem gesunden Lebenswandel kann man sich jedoch davor schützen.

„Ein gesunder Lebensstil bewirkt viel für das Herz-Kreislauf-System, nur sollte man schrittweise vorgehen und sich nicht zu viel auf einmal vornehmen“, sagt der Kardiologe und Reha-Spezialist Professor Bernhard Schwaab vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung gegenüber t-online.de. Dafür empfiehlt der Experte zunächst, mit körperlicher Aktivität anzufangen, da man sich mit Bewegung schnell besser und leistungsfähiger fühlt. Außerdem fällt es dann leichter, auch andere Maßnahmen anzugehen. Jedoch sollte jeder Patient die Reihenfolge selbst festlegen, um folgende Veränderungen im Lebensstil besser zu verinnerlichen:

  1. Mehr Bewegung und körperliche Aktivität: Regelmäßige Bewegung beugt nicht nur Herz- und Gefäßkrankheiten vor, sondern auch Diabetes und Krebserkrankungen (z. B. Darmkrebs, Brustkrebs). Außerdem schützt regelmäßige körperliche Aktivität vor einer Gefäßverkalkung und wirkt sich positiv auf die Zellerneuerung, die Anregung der Hirnaktivität und auf Stoffwechselprozesse in der Leber und anderen Organen aus. Empfehlenswert ist ein jeweils 30-minütiges Ausdauertraining bei einer mäßigen Belastung (z. B. Joggen, Radfahren, Schwimmen) an fünf Tagen pro Woche. Allerdings sollten Herzpatienten ihre Belastbarkeit mit ihrem Arzt absprechen. Zudem kann mehr Bewegung auch ganz einfach in den Alltag integriert werden, indem man beispielsweise die Treppe anstatt des Aufzuges benutzt.
  2. Mit dem Rauchen aufhören: Nikotin ist Gift für die Gefäße. Rauchen stellt somit ein Risikofaktor für Erkrankungen wie Schlaganfall, Herzinfarkt oder Arterienverkalkung dar. Wenn Sie Herz- und Gefäßerkrankungen vorbeugen möchten, sollten Sie deshalb mit dem Rauchen aufhören. Bei Personen, die bereits einen Herzinfarkt erlitten haben, wird das Wiederholungsrisiko für einen weiteren Infarkt um mehr als 50 Prozent reduziert, wenn sie mit dem Rauchen aufhören.
  3. Gesünder essen und Zucker vermeiden: Mediterrane Kost ist laut Herzspezialisten ideal, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen. Sie beinhaltet viel Gemüse und Obst, Hülsenfrüchte, Salat, Fisch und nur wenig Fleisch sowie Oliven- und Rapsöl. Um einem Schlaganfall vorzubeugen, sollten Sie beim Öl bestimmte Qualitätskriterien beachten. Wer täglich ausreichend Gemüse und Ballaststoffe konsumiert, verhindert dadurch Übergewicht. Dies hat wiederum positive Auswirkungen auf den Bluthochdruck. Gleichzeitig hilft der Verzicht auf Zucker oder ein reduzierter Konsum gegen Diabetes, Bluthochdruck und Übergewicht.
  4. Auf das Körpergewicht achten: Die traditionelle Mittelmeerküche unterstützt außerdem auch beim Abnehmen und verhilft beim Erreichen eines gesunden Normalgewichts. Um dieses halten zu können, hilft zudem ein eingeschränkter Alkoholkonsum, da das Genussmittel viele Kalorien hat und über die Gewichtszunahme zu Bluthochdruck führen kann. „Jedes Kilo und jeder Zentimeter weniger wirken sich günstig auf den Bluthochdruck und den Zucker aus“, sagt Schwaab.
  5. Auf den Blutdruck achten: Erhöhte Blutdruckwerte können lange Zeit unbemerkt bleiben, da man sie nicht spürt. Unbehandelt steigt bei Bluthochdruck jedoch das Risiko für Schlaganfall oder Herzinfarkt. Eine weitere Folge kann die Schädigung der Nieren sein. Daher sollte man regelmäßig den Blutdruck messen lassen.
  6. Den Cholesterinspiegel im Auge behalten: Auch hohe Cholesterinwerte erhöhen das Risiko für Schlaganfall oder Herzinfarkt. So können hohe LDL-Cholesterinspiegel zu Gefäßveränderungen in Hirnarterien, in Beinarterien und in Arterien des Herzens (Arteriosklerose) führen. Um einem Infarkt vorzubeugen, sollten Sie daher Ihren Cholesterinspiegel beim jährlichen Gesundheitscheck ab 35 Jahren vom Hausarzt überprüfen lassen.
  7. Auf ausreichend Entspannung im Alltag achten: Wer dem alltäglichen Stress keine Zeit zum Entspannen entgegensetzt, kann damit auf Dauer seiner Gesundheit schaden. Wenn der Körper Stresshormone ausschüttet, steigt der Blutzucker an und die Insulinausschüttung nimmt zu. Infolgedessen schlägt das Herz schneller und der Blutdruck steigt. Kommt der Organismus auf Dauer nicht zur Ruhe, hat dies negative Auswirkungen auf die Gesundheit wie etwa Entzündungsreaktionen, Diabetes, Schlaganfall, Arteriosklerose, Herzrhythmusstörungen oder Herzinfarkt. Daher sollte man sich immer wieder Ruhepausen im Alltag gönnen. Dabei können auch Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation, progressive Muskelentspannung oder Atemgymnastik helfen.

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Schlaganfall durch Ernährung vermeiden: Zehn Lebensmittel schützen vor gefährlichem Gefäßverschluss

Nüsse bremsen die Arterienverkalkung.
Nüsse bremsen die Arterienverkalkung. Sie enthalten Ballaststoffe, Magnesium, mehrfach ungesättigte Fette, Vitamin E und Antioxidantien – alles Bestandteile, die Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen. Vor allem in Mandeln, Hasel- und Erdnüssen ist reichlich Vitamin E enthalten, das die Aufnahme der schädlichen LDL-Fettpartikel im Blut verhindert und so vor Arteriosklerose schützt. (Symbolbild) © Achim Sass/Imago
Spinat ist reich an Folsäure, das vor Arterienverkalkung schützt.
Spinat ist reich an Folsäure, die vor Arterienverkalkung schützt. Es enthält viel Vitamin D und E, welche die Aufnahme des schlechten LDL-Cholesterin verhindert, wodurch weniger Ablagerungen entstehen und die Arterien nicht verengt werden. (Symbolbild) © Vitalina-Rybakova/Imago
Olivenöl senkt Blutdruck und das schädliche LDL-Cholesterin im Blut, sodass das Risiko für Arteriosklerose reduziert wird.
Laut „Deutscher Herzstifung“ senkt Olivenöl nachweislich das schädliche LDL-Cholesterin im Blut, sodass das Risiko für Ablagerungen in den Gefäßen, der Arteriosklerose, ebenfalls vermindert wird. Die Gefahr, an einer Herzkranzgefäßerkrankung zu erkranken, reduziert sich erwiesenermaßen. (Symbolbild) © Panthermedia/Imago
Zwiebel und Knoblauch wirken als natürliche Gefäßputzer, da ihre enthaltenen Öle Arteriosklerose vorbeugen.
Zwiebel und Knoblauch geben unseren Gerichten nicht nur den nötigen Pfiff, sie wirken auch als natürliche Gefäßputzer, da ihre enthaltenen Öle Arteriosklerose vorbeugen. Vor allem Knoblauch kann das Herz gesund halten: Die Knolle regt die Stickstoffproduktion im Körper an und verbessert dadurch die Dehnbarkeit und Elastizität unserer Arterien. (Symbolbild) © YAY Images/Imago
Omega-3-Fettsäuren in Zucht- und Wildlachs verhindern die Bildung von Blutgerinnseln und verhindern Arterienverkalkung.
Der hohe Gehalt an Omega-3-Fettsäuren in Zucht- und Wildlachs verhindert die Bildung von Blutgerinnseln und wirkt der Plaques-Bildung an den Wänden der Arterien entgegen. (Symbolbild) © foodandmore/Imago
Avocados enthalten einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren, welche die Zellen elastisch halten und verhindern, dass die Arterien verstopfen.
Laut „Medical Tribune“ reduziert der Verzehr von Avocado schädliche Lipoproteine. Avocados enthalten einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren, welche die Zellen elastisch halten und verhindern, dass die Arterien verstopfen. Also ruhig öfters mal Guacamole auf den Speiseplan nehmen, den auch hierzulande beliebten Avocado-Dip der mexikanischen Küche. (Symbolbild) © Artjazz/Imago
Besonders Red Delicious oder Granny Smith-Äpfel enthalten sogenannte Procyanidine, die Blutgerinnseln und Arterienverkalkung vorbeugen.
Besonders Red Delicious oder Granny Smith-Äpfel enthalten sogenannte Procyanidine. Das sind Stoffe, die die Fähigkeit besitzen, Blutgerinnseln vorzubeugen. Darüber hinaus können sie auch die Arterien elastisch halten und stärken. (Symbolbild) © Westend61/Imago
Vor allem rote Grapefruits können erhöhte Blutfettwerte, ein Hauptrisiko für das Entstehen von Arteriosklerose dar, senken.
Grapefruits sind nicht nur reich an Vitamin C, sie helfen auch beim Abnehmen. Zudem haben israelische Forscher herausgefunden, dass vor allem rote Grapefruits stark erhöhte Blutfettwerte positiv beeinflussen können. Erhöhte Blutfettwerte stellen ein Hauptrisiko für das Entstehen von Arteriosklerose dar, so die „Deutsche Apotheker Zeitung“. (Symbolbild) © Lubo Ivanko/Imago
Anthocyane der Heidelbeere sollen die Gefäße elastisch halten und so vor Arterienverkalkung schützen.
Blaubeeren gehen immer, als Dessert oder Snack zwischendurch – vor allen Dingen, weil sie durch ihre sekundären Pflanzenstoffe, die sogenannten Flavonoide, freie Radikale im Körper unschädlich machen. Anthocyane, die Wirkstoffe der Heidelbeere, sollen Entzündungen im Körper entgegenwirken, die Gefäße elastisch halten und so vor Arterienverkalkung schützen. (Symbolbild) © Larissa Veronesi/Imago
Grüner Tee enhält Procyanidine, das die Elastizität der Arterien steigert.
Wie Äpfel enthält auch grüner Tee Procyanidine, das die Elastizität der Arterien steigert und den Sauerstoff sowie die Nährstoffe besser zu den Geweben, Muskeln und Organen transportieren kann. (Symbolbild) © Panthermedia/Imago

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion leider nicht beantwortet werden.

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