Tiere anlocken

Warum Sie gegen Schnecken auf keinen Fall eine Bierfalle einsetzen sollten

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Eine Bierfalle gilt als gute Methode, um Schnecken loszuwerden. Meist richtet sie aber mehr Schaden an, als sie nützt. Greifen Sie lieber zu anderen Hausmitteln.

Sowohl Gartenbesitzer, die aus Erfahrung sprechen, als auch Experten bescheinigen der Bierfalle eine Wirksamkeit: Ein Gefäß mit hefehaltigem Bier, das in das Beet gesetzt wird, zieht Schnecken magisch an. Und wie von Zauberhand füllt sich das Töpfchen mit Tieren, die man einfach entsorgen kann. Und genau da liegt das Hauptproblem, denn nicht nur Schnecken aus der Nähe machen sich auf den Weg zu der verlockenden Duftquelle, sondern auch die aus des Nachbars Garten und dahinter. Und alle kommen an Ihren Blumen oder Gemüsepflanzen vorbei, die ein willkommener Zwischensnack sind. Es gibt weitere Gründe, die gegen die Installation einer Bierfalle sprechen, aber zum Glück auch gute Hausmittel-Alternativen.

Auch Wespen, Hornissen und Ratten kann die Bierfalle anlocken

Bier wirkt sehr verlockend auf Schnecken. Eine Bierfalle ist trotzdem keine gute Idee.

Nicht nur Schnecken, auch andere Gartenbewohner finden den Geruch von Bier attraktiv. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein selbst gebasteltes Konstrukt oder um ein ausgefeiltes Fertigprodukt handelt. Vergleichsweise harmlos, aber lästig: Wespen und Hornissen fliegen ebenfalls auf Bier, vor allem zum Sommer hin nimmt die Zahl dieser Tiere zu. Allerdings können auch Bienen, Spinnen und andere Nützlinge in das Bier fallen.

Problematisch wird es, wenn auch Ratten als Allesfresser vorbeikommen und sich dann im Garten zu Hause fühlen. Kommen diese Tiere tagsüber, sind Sie sogar verpflichtet, das Gesundheits- oder Ordnungsamt zu informieren. 

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Welche Schnecke ist das? Schädliche und nützliche Schnecken im Garten unterscheiden

Eine Nacktschnecke im Garten frisst ein Salatblatt.
Der kriechende Erzfeind für Hobbygärtner: Die Spanische Wegschnecke ist ein Ureinwohner und keine invasive Art. Sie tritt oft in Massen auf und lässt kein Blatt auf dem anderen. © Zoonar/Imago
Rote Nacktschnecke, Arion rufus, unterwegs auf einem regennassen Waldweg
Die Rote Nacktschnecke (Arion rufus) wird oft mit der Spanischen Wegschnecke verwechselt und wurde inzwischen von dieser ziemlich verdrängt. Sie bevorzugt allerdings abgefallene Pflanzenteile gegenüber Jungpflanzen. © Panthermedia/Imago
Genetzte Ackerschnecke (Deroceras reticulatum)
Auch die Genetzte Ackerschnecke ist ein Hauptverusacher von Fraßschäden an Blumen und Gemüse – sie macht weder vor Blüten noch Wurzeln Halt und vermehrt sich rasant. © blickwinkel/Imago
Frosch sitzt neben Gartenwegschnecke (Arion distinctus).
Die Gartenwegschnecke (Arion distinctus) ist auch nicht jedermanns Liebling. Sie ist nur etwa vier Zentimeter lang, dunkelgrau oder schwarz. Und sie bevorzugt leider Wurzeln und Wurzelgemüse. © agefotostock/Imago
Junge beobachtet Schwarze Wegschnecke
Die braune Form der Schwarzen Wegschnecke (Arion ater) sieht der Spanischen Wegschnecke oft sehr ähnlich. Aber auch wenn sie manchmal tiefschwarz ist – sie verursacht keine nennenswerten Schäden, sondern vertilgt sogar Artgenossen. © Nature Picture Library/Imago
Tigerschnegel (Limax maximus) auf Grashalm
Die meisten Schnegelarten, wie der Tigerschnegel, sind nützlich. Dieser ist sogar einer der wenigen natürlichen Feinde der unbeliebten Spanischen Wegschnecke. © imagebroker/Imago
Schwarze Schnegel (Limax cinereoniger) auf Laubblättern
Der Schwarze Schnegel (Limax cinereoniger) sieht mit seinen bis zu 20 Zentimetern Länge nicht sehr sympathisch aus, aber er leistet im Garten gute Dienste. © Panthermedia/Imago
Weinbergschnecke auf Hand eines Kindes
Weinbergschnecken sind oftmals groß, aber harmlos. Und sie stehen in Deutschland unter Naturschutz. Man kann sich also freuen, sie im Garten zu finden und darf sie weder töten noch essen. © Westend61/Imago
Zwei weißmündige Bänderschnecken (Cepaea hortensis), kriechen auf einem mit Flechten bewachsenen Zweig im Wasser.
Garten-Schnirkel- oder -Bänderschnecken gibt es mit rosa oder gelbem Gehäuse, mal mit Linien oder ohne. Sie dienen Vögeln als lebenswichtige Nahrung. Der Nützling säubert den Garten von Pflanzenabfall und Aas. © blickwinkel/Imago
Garten-Bänderschnecken und zwei Weinbergschnecken
Ein Artentreffen der Guten: Ein paar Weinbergschnecken und Bänderschnecken in ihrer ganzen Farbvielfalt sind noch keine Schneckenplage. © Zoonar/Imago

Kaffeesatz und andere Hausmittel gegen Schnecken

Wer Schnecken auf umweltfreundliche Weise bekämpfen möchte, kann zu folgenden Hausmitteln und Methoden greifen:

  • Das Anlocken und Absammeln ist sehr effektiv: Legen Sie dafür Bretter, größere Blätter oder umgedrehte Blumentontöpfe am Boden im Garten, unter denen Sie die Tiere dann jeden Tag absammeln können – mindestens einmal morgens.
  • Platzieren Sie abschreckende Pflanzen in und um die Gemüsebeete. Als solche gelten Kamille, Bohnenkraut und Knoblauch. In Form von Tee oder Jauchen kann man auch Farn, Lavendel, Salbei und Wermut als schützende Barriere einsetzen. 
  • Gießen Sie vor allem morgens, damit die nachtaktiven Tiere ab dem Abend auf trockenem Boden schlecht vorankommen.
  • Sägemehl, Steinmehl oder Branntkalk in einem breiten Streifen um die Pflanzen ausstreuen.
  • Kaffeesatz gilt als eines der wenigen wirkungsvollen Hausmittel. Er wird ebenfalls um die zu schützenden Pflanzen gestreut – macht aber den Boden durch Senken des pH-Werts saurer, was nicht jede Pflanze verträgt.

Im Fall der Schneckenbekämpfung im Garten gilt in der Regel „viel hilft viel“: Die hartnäckigen Tiere stellen Hobbygärtner auf eine Härteprobe. Wählen Sie daher nicht nur eine Methode, um sie zu bekämpfen, sondern kombinieren Sie mehrere, um bessere Erfolgsaussichten zu haben.

Rubriklistenbild: © Panthermedia/Imago

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