Ohne Chemie

Sieben Maßnahmen gegen Nacktschnecken im Hochbeet – schnell und ohne Chemie

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Auch wer ein Hochbeet hat, ist nicht vor Schnecken geschützt. Doch es gibt Mittel und Wege, die Fräßlinge vom Gemüse fernzuhalten und zu bekämpfen.

Manche legen sich extra ein Hochbeet an, um Gemüse, Kräuter und Beeren vor den gefräßigen Schleimern zu schützen. Doch gerade scheint es eine regelrechte Nacktschneckenplage zu geben. Auch wenn generell weniger Tiere den Weg in die Höhe finden, so sind es doch oftmals genug, um die Salaternte zu beenden – denn mit senkrechten Flächen haben Schnecken in der Regel kein Problem. Da ein Hochbeet aber überschaubarer und kontrollierbarer als ein Beet am Boden ist, kann man die Schädlinge dort etwas besser bekämpfen – auch ohne Chemie.

Sieben umweltfreundliche Maßnahmen gegen Schnecken im Hochbeet

Die Große Rote Wegschnecke ist ein besonders gefürchteter Fräßling – auch im Hochbeet.

Auf die Hilfe natürlicher Feinde wie Igeln, Maulwürfen oder Mäusen muss man im Hochbeet verzichten. Mit folgenden Maßnahmen gehen Sie auf natürliche Weise gegen Schnecken im Hochbeet vor:

  1. Absammeln: Auch wenn es etwas banal klingt, das Absammeln ist immer noch eine der effektivsten Maßnahmen, um den Schnecken Herr zu werden. Sie sammeln sich gern unter Steinen und Brettern. Das Absammeln sollte regelmäßig und schnell erfolgen, denn die Tiere sind sehr vermehrungsfreudig.
  2. Kräuterzaun: Pflanzen Sie rundum am Rand des Beetes Kräuter, die Schnecken nicht mögen. Dazu zählen Bohnenkraut, Kamille, Thymian, Salbei und Rosmarin. Die ätherischen Öle dieser Kräuter können auf die Kriecher abschreckend wirken.
  3. Schutzgläser: Solange die Jungpflanzen von Gemüse und Co. noch klein sind, kann man nachts ein großes Einmach- oder Gurkenglas über den Keimling stülpen.
  4. Schneckenblech oder Schneckenkante installieren: Diese mechanischen Barrieren aus Metall kann man selber bauen oder käuflich erwerben. Die Überwindung gelingt zwar manchen Schnecken, macht es ihnen aber deutlich schwerer.
  5. Elektrische Schneckensperre: Sie funktioniert ähnlich wie ein unter Strom stehender Weidezaun. Das Kabel mit Schwachstrom wird rund um das Hochbeet befestigt und schreckt die Tiere ab.
  6. Kaffeesatz: Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) empfiehlt das Ausstreuen des Hausmittels rund um die zu schützenden Pflanzen. Auch eine starke Kaffeetinktur, auf die Pflanzen gesprüht, soll helfen. Nach einem Regenschauer muss man den Schutz auffrischen.
  7. Kompost untersuchen: So nahrhaft Kompost für Pflanzen auch ist, manchmal bringt man damit Schnecken und ihre Eier ins Beet ein. Werfen Sie daher vorab einen gründlichen Blick auf das Substrat.
Ein trauriger Anblick: Von Schnecken abgefressene Pflanzen im Hochbeet

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Zusatz-Schutz vor Schnecken außerhalb des Hochbeets

Wer den Schnecken zusätzlich den Weg ins Beet erschweren möchte, kann rund um das Beet einen Sperrstreifen mit scharfkantigem Kies, Holzhäckseln oder Sägespänen anlegen.

Welche Schnecke ist das? Schädliche und nützliche Schnecken im Garten unterscheiden

Eine Nacktschnecke im Garten frisst ein Salatblatt.
Der kriechende Erzfeind für Hobbygärtner: Die Spanische Wegschnecke ist ein Ureinwohner und keine invasive Art. Sie tritt oft in Massen auf und lässt kein Blatt auf dem anderen. © Zoonar/Imago
Rote Nacktschnecke, Arion rufus, unterwegs auf einem regennassen Waldweg
Die Rote Nacktschnecke (Arion rufus) wird oft mit der Spanischen Wegschnecke verwechselt und wurde inzwischen von dieser ziemlich verdrängt. Sie bevorzugt allerdings abgefallene Pflanzenteile gegenüber Jungpflanzen. © Panthermedia/Imago
Genetzte Ackerschnecke (Deroceras reticulatum)
Auch die Genetzte Ackerschnecke ist ein Hauptverusacher von Fraßschäden an Blumen und Gemüse – sie macht weder vor Blüten noch Wurzeln Halt und vermehrt sich rasant. © blickwinkel/Imago
Frosch sitzt neben Gartenwegschnecke (Arion distinctus).
Die Gartenwegschnecke (Arion distinctus) ist auch nicht jedermanns Liebling. Sie ist nur etwa vier Zentimeter lang, dunkelgrau oder schwarz. Und sie bevorzugt leider Wurzeln und Wurzelgemüse. © agefotostock/Imago
Junge beobachtet Schwarze Wegschnecke
Die braune Form der Schwarzen Wegschnecke (Arion ater) sieht der Spanischen Wegschnecke oft sehr ähnlich. Aber auch wenn sie manchmal tiefschwarz ist – sie verursacht keine nennenswerten Schäden, sondern vertilgt sogar Artgenossen. © Nature Picture Library/Imago
Tigerschnegel (Limax maximus) auf Grashalm
Die meisten Schnegelarten, wie der Tigerschnegel, sind nützlich. Dieser ist sogar einer der wenigen natürlichen Feinde der unbeliebten Spanischen Wegschnecke. © imagebroker/Imago
Schwarze Schnegel (Limax cinereoniger) auf Laubblättern
Der Schwarze Schnegel (Limax cinereoniger) sieht mit seinen bis zu 20 Zentimetern Länge nicht sehr sympathisch aus, aber er leistet im Garten gute Dienste. © Panthermedia/Imago
Weinbergschnecke auf Hand eines Kindes
Weinbergschnecken sind oftmals groß, aber harmlos. Und sie stehen in Deutschland unter Naturschutz. Man kann sich also freuen, sie im Garten zu finden und darf sie weder töten noch essen. © Westend61/Imago
Zwei weißmündige Bänderschnecken (Cepaea hortensis), kriechen auf einem mit Flechten bewachsenen Zweig im Wasser.
Garten-Schnirkel- oder -Bänderschnecken gibt es mit rosa oder gelbem Gehäuse, mal mit Linien oder ohne. Sie dienen Vögeln als lebenswichtige Nahrung. Der Nützling säubert den Garten von Pflanzenabfall und Aas. © blickwinkel/Imago
Garten-Bänderschnecken und zwei Weinbergschnecken
Ein Artentreffen der Guten: Ein paar Weinbergschnecken und Bänderschnecken in ihrer ganzen Farbvielfalt sind noch keine Schneckenplage. © Zoonar/Imago

Kleiner Nachteil all dieser Methoden: Auch der zuverlässig Schnecken fressende Artgenosse, der Tigerschnegel, findet damit nicht den Weg ins Hochbeet.

Rubriklistenbild: © imagebroker/Imago

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