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Überall Nachtschnecken: Selbst Experten sprechen in diesem Jahr von einer regelrechten Plage. Jetzt braucht es die richtigen Hausmittel, um Blumen und Beete schonend zu schützen.
Bis aufs Gerippe vertilgte Pflanzen, Schleimspuren und Löcher an sonst gesund aussehenden Pflanzen – das Schadensbild nach einem Besuch der Nacktschnecke ist immer gleich. Doch dieses Jahr ist es besonders schlimm. Es scheint sich eine Nacktschneckenplage zu entwickeln.
Plage: Warum gibt es dieses Jahr so viele Nacktschnecken?
„Ja, es ist schlimm dieses Jahr“, bestätigt der Biologe Michael Schrödl von der Zoologischen Staatssammlung München (ZSM) gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Grund für diese Nacktschneckenplage seien die Dürrejahre von 2018 bis 2022, in denen die Populationen rückgängig waren. Doch seit 2023 erholen sich die Weichtiere und sind gerade jetzt im nassen Frühjahr und frühen Sommer sehr aktiv.
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Vor allem die spanische Wegschnecke – Fachname Arion vulgaris – scheint sich dieses Jahr auf die Kosten von vielen Hobbygärtnern den Bauch vollzuschlagen. Sie ist eine wahre Superschnecke, kann hervorragend klettern, frisst schneller und mehr und hält sogar direkte Sonne besser aus. Dadurch sind auch Hochbeete und Hängepflanzen vor dem Schädling nicht sicher.
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Was hilft gegen Nacktschnecken? Hausmittel zur Bekämpfung
Wer dem schleimigen Vielfraß an den Kragen will, sollte nicht unbedingt sofort zu chemischen Mitteln in Form von Schneckenkorn greifen. Gerade, wenn sich Kinder und Haustiere regelmäßig im Garten aufhalten.
Folgende natürliche Hausmittel haben sich zu Bekämpfung von Nacktschnecken bewährt:
- Kaffeesatz: Streuen Sie Kaffeesatz im Garten aus und insbesondere ringförmig um die betroffenen Pflanzen. Die Schnecken werden das koffeinhaltige Gemisch meiden, denn es kann sie sogar töten.
- Ein Schutzwall aus Gesteinsmehl: Schnecken mögen sandige Untergründe nicht, da es ihre Schleimschicht austrocknet. Verteilen Sie eine mehrere Zentimeter hohe Schicht aus Gesteinsmehl, um Schnecken im Zaum zu halten.
- Lavendel und andere abschreckende Pflanzen: Schnecken hassen die ätherischen Öle im Lavendel und werden diese und angrenzende Pflanzen in Ruhe lassen.
- Fressfeinde: Laufenten sind zuverlässige Vertilger der Nacktschnecke. Aber nicht für jeden kommt die Haltung infrage, denn die Enten zertrampeln nicht selten empfindliche Pflanzen und fressen selbst ab und an den ein oder anderen Salatkopf, wie Plantura warnt.
Ein beliebtes Hausmittel zu Bekämpfung von Nacktschnecken ist die Bierfalle. Doch davon ist abzuraten, gerade weil es derzeit so viele Nacktschnecken gibt. Der Geruch von Bier kann Schnecken in der gesamten Umgebung anlocken. Aber nur ein Teil davon ertrinkt am Ende auch wirklich in dem Gefäß. Auch Nützlinge können in der Falle landen.
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