Komm her, Schneck

Schneckenfalle einfach selber bauen – ohne Bier, aber mit Tetra-Pak-Karton

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Um Schnecken im Gemüsebeet zu bekämpfen, wendet man am besten mehrere Methoden an. Eine selbst gebastelte Lebendfalle ist eine besonders effektive Lösung.

Die beste Art, unwillkommene Schnecken im Garten zu bekämpfen, ist nicht eine einzige Methode, sondern ein ganzheitlicher Ansatz nach dem Motto, „viel hilft viel“: Je mehr Praktiken man anwendet, desto größer sind die Erfolgsaussichten, die Anzahl der Schädlinge im Gemüsebeet zu verringern. Beispielsweise durch Absammeln, mit Hausmitteln und Schneckenfallen. Bierfallen sind altbekannt, aber umstritten – unter anderem, weil die Schnecken darin ertrinken. Dies ist keine tierfreundliche Methode, die Schnecken zu töten. Alternativ kann man die Plagegeister fangen, tierfreundlich einschläfern oder anderswo aussetzen. Ganz einfach gelingt dies mit einer selbst gebastelten Falle aus einem Tetra-Pak-Karton.

Anleitung für die Schnecken-Lebendfalle im Tetra Pak

Nacktschnecken lieben Salat. Und genau das kann man sich mit einer Schneckenfalle zunutze machen.

Schnecken mögen es gerne feucht und sind häufig nachtaktiv. Tagsüber bei Hitze, trockenen Böden und Sonnenschein verstecken sich die Tiere im Dunkeln unter Steinen, Blumentöpfen und Brettern. Sogenannte Schneckenbretter sind daher eine einfache Methode, die Schleimer anzulocken: Legt man alte, feuchte Holzbretter im Garten nahe eines Beetes aus, kann man die Tiere vor allem tagsüber und abends vor ihrem Ausschwärmen praktisch darunter absammeln.

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Dabei sollte man zwischen nützlichen und schädlichen Arten unterscheiden. Während die meisten Gehäuseschnecken keine große Gefahr für Salat und Blumen darstellen, fressen Spanische Wegschnecken in Windeseile ganze Gemüsebeete leer. Dies kann man sich zunutze machen, indem man sie direkt vor Ort auf frischer Tat ertappt. Und so gehts:

  1. Nehmen Sie einen leeren Tetra-Pak-Karton und füllen Sie Lockstoffe wie Salat und andere Gemüsereste durch den Deckel hinein.
  2. Den Karton an einen schattigen Ort in die Nähe des Beets stellen – in der Sonne wäre es zu heiß, sodass die Schnecken den Karton meiden würden.
  3. Die Falle regelmäßig auf Schnecken kontrollieren – schon nach einer Stunde könnten die ersten Tiere hineingekrochen sein.

Eine andere Möglichkeit wäre es, den Karton seitlich mit einem Cutter aufzuschneiden und zum Befüllen praktisch aufzuklappen. Dies könnte jedoch auch größere Tiere und nützliche Weinbergschnecken anlocken, die man eigentlich nicht fangen möchte. Andererseits lassen sich die Schnecken so einfacher heraussammeln und die Verpackung neu mit Futter befüllen. Die gefangenen Tiere am besten im Gefrierfach einschläfern.

Welche Schnecke ist das? Schädliche und nützliche Schnecken im Garten unterscheiden

Eine Nacktschnecke im Garten frisst ein Salatblatt.
Der kriechende Erzfeind für Hobbygärtner: Die Spanische Wegschnecke ist ein Ureinwohner und keine invasive Art. Sie tritt oft in Massen auf und lässt kein Blatt auf dem anderen. © Zoonar/Imago
Rote Nacktschnecke, Arion rufus, unterwegs auf einem regennassen Waldweg
Die Rote Nacktschnecke (Arion rufus) wird oft mit der Spanischen Wegschnecke verwechselt und wurde inzwischen von dieser ziemlich verdrängt. Sie bevorzugt allerdings abgefallene Pflanzenteile gegenüber Jungpflanzen. © Panthermedia/Imago
Genetzte Ackerschnecke (Deroceras reticulatum)
Auch die Genetzte Ackerschnecke ist ein Hauptverusacher von Fraßschäden an Blumen und Gemüse – sie macht weder vor Blüten noch Wurzeln Halt und vermehrt sich rasant. © blickwinkel/Imago
Frosch sitzt neben Gartenwegschnecke (Arion distinctus).
Die Gartenwegschnecke (Arion distinctus) ist auch nicht jedermanns Liebling. Sie ist nur etwa vier Zentimeter lang, dunkelgrau oder schwarz. Und sie bevorzugt leider Wurzeln und Wurzelgemüse. © agefotostock/Imago
Junge beobachtet Schwarze Wegschnecke
Die braune Form der Schwarzen Wegschnecke (Arion ater) sieht der Spanischen Wegschnecke oft sehr ähnlich. Aber auch wenn sie manchmal tiefschwarz ist – sie verursacht keine nennenswerten Schäden, sondern vertilgt sogar Artgenossen. © Nature Picture Library/Imago
Tigerschnegel (Limax maximus) auf Grashalm
Die meisten Schnegelarten, wie der Tigerschnegel, sind nützlich. Dieser ist sogar einer der wenigen natürlichen Feinde der unbeliebten Spanischen Wegschnecke. © imagebroker/Imago
Schwarze Schnegel (Limax cinereoniger) auf Laubblättern
Der Schwarze Schnegel (Limax cinereoniger) sieht mit seinen bis zu 20 Zentimetern Länge nicht sehr sympathisch aus, aber er leistet im Garten gute Dienste. © Panthermedia/Imago
Weinbergschnecke auf Hand eines Kindes
Weinbergschnecken sind oftmals groß, aber harmlos. Und sie stehen in Deutschland unter Naturschutz. Man kann sich also freuen, sie im Garten zu finden und darf sie weder töten noch essen. © Westend61/Imago
Zwei weißmündige Bänderschnecken (Cepaea hortensis), kriechen auf einem mit Flechten bewachsenen Zweig im Wasser.
Garten-Schnirkel- oder -Bänderschnecken gibt es mit rosa oder gelbem Gehäuse, mal mit Linien oder ohne. Sie dienen Vögeln als lebenswichtige Nahrung. Der Nützling säubert den Garten von Pflanzenabfall und Aas. © blickwinkel/Imago
Garten-Bänderschnecken und zwei Weinbergschnecken
Ein Artentreffen der Guten: Ein paar Weinbergschnecken und Bänderschnecken in ihrer ganzen Farbvielfalt sind noch keine Schneckenplage. © Zoonar/Imago

Vorsicht: Nicht mehr Schnecken anlocken als nötig

Um nicht alle Schnecken aus der Nachbarschaft in Ihr Gemüsebeet zu locken, sollte der Geruch der feinen Speisen für die Schädlinge nicht allzu gut sein, wie beispielsweise Bier oder Bierhefe. Besser eignen sich Obst- und Gemüseabfälle, Salat oder Haferflocken.

Rubriklistenbild: © Dreamstime/Imago

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