Gärtnern

Selber mischen statt fertig kaufen – so pflanzen Sie Ihre Kräuter in perfekte Erde

So verschieden Kräuter duften und schmecken, sind auch ihre Ansprüche an die Erde. Darum sollten Sie die Erdmischung für jede Pflanze individuell anpassen.

Ein eigenes Kräuterbeet beliefert Ihre Küche das ganze Jahr über mit frischen Aromen. Doch Kräuter unterscheiden sich teilweise stark in ihren Bedürfnissen. Mediterrane Pflanzen wie Salbei oder Thymian sind an ganz andere Böden gewöhnt, als heimischer Bärlauch oder Sauerampfer. Industriell hergestellte Kräutererde ist so angemischt, dass eine möglichst breite Palette an Pflanzen halbwegs gut darin gedeiht. Wenn Ihre Erde die jeweiligen Anforderungen möglichst zielgenau erfüllen soll, mischen Sie diese also am besten selbst an. Dennoch stellt Kräutererde (werblicher Link) eine unkomplizierte und wirksame Alternative dar. 

Auf Basis von Gartenerde oder Blumenerde: Die Mischung macht’s

Welche Substratmischung zu welcher Pflanze passt, ist eine komplexe Frage. Aber keine Angst – es geht auch ohne Botanik-Studium. Im Grunde können Sie sich als Hobbygärtner ruhig auf zwei Hauptfaktoren konzentrieren: den Nährstoffbedarf und den Wasserbedarf. Und als Faustregel gilt, dass nährstoffhungrige Kräuter auch mehr Wasser benötigen.

Basilikum, Thymian und Co. stellen an die Gartenerde unterschiedliche Ansprüche.

Als Basis für Ihre Erdmischung nehmen Sie am besten normale Gartenerde, die Sie mit Kompost und Quarzsand abmischen. Als Standardrezept hat sich folgende Mischung bewährt:

  • 50 bis 60 Prozent Gartenerde
  • 15 bis 25 Prozent Kompost
  • 25 bis 35 Prozent Quarzsand

Dieses Mischverhältnis können Sie nun je nach Pflanze variieren. Erhöhen Sie bei Kräutern mit einem hohen Bedarf den Anteil an Kompost und verringern Sie den Anteil an Quarzsand. Bei Kräutern mit einem niedrigen Bedarf erhöhen Sie den Anteil an Quarzsand und geben entsprechend weniger Kompost hinzu.

Wenn Sie Küchenkräuter im Topf kultivieren möchten, ersetzen Sie die Gartenerde am besten durch Blumenerde. Für einen luftigen Boden können Sie übrigens auch Kokosfaser, Tonscherben oder Perlit in Ihre Erdmischung geben. Vermeiden Sie jedoch auch bei stark zehrenden Pflanzen den Einsatz von Torf – denn der Torfabbau zerstört Moore. Außerdem gibt es heutzutage viele gute Alternativen.

Gartenarbeit im Sommer: Zehn Aufgaben, die Sie jetzt erledigen müssen

Gießen
Gießen ist im Sommer unabdinglich. Bei Kübelpflanzen sollten Sie jedoch Staunässe vermeiden.  © Patrick Daxenbichler/Imago
Waldmeister
Kräuter wie Lavendel, Rosmarin, Waldmeister oder Schnittlauch lassen sich gut trocknen und sind so länger haltbar. © Imago
Regentonne
Im Sommer muss man nicht zu kostbarem Trinkwasser greifen, um die Blumen zu gießen. In Regentonnen gesammeltes Wasser kann genauso gut verwendet werden.  © Astrid08/Imago
Grünfink
Wer der Tierwelt im Sommer helfen möchte, der stellt eine Vogeltränke im Garten auf.  © Karin Jähne/Imago
Himbeerstrauch
Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Johannisbeeren: Im Sommer ist Erntezeit für Beeren sowie Aprikosen und Kirschen.  © Lianem/Imago
Erdbeermarmelade
Wer mit dem Naschen von Erdbeeren, Kirschen oder Himbeeren nicht mehr hinterherkommt, der sollte das Obst zu einer Marmelade verarbeiten. © Imago
Unkraut
Keine schöne Aufgabe, aber: Unkraut muss im Sommer regelmäßig aus dem Gartenbeet und dem Rasen entfernt werden.  © Gamjai/Imago
Hibiskus
Sommersträucher wie der Hibiskus verwandeln den Garten dank üppiger Blütenpracht in eine Oase. Die Pflanze sollte schattig stehen.  © Tara Malhotra/Imago
Heckenschnitt
Auch wenn ein größerer Schnitt der Hecke im Sommer untersagt ist, so sind Schönheitsschnitte sinnvoll.  © Phillip Waterman/Imago
Rasenmäher
Von Juni bis Juli wächst der Rasen am kräftigsten und sollte einmal pro Woche gemäht werden.  © Christoph Hardt/Imago

Stets die passende Kräutererde

Generell lässt sich sagen, dass mediterrane Kräuter besser auf kargen Sandböden gedeihen und heimische Kräuter oft mehr Nährstoffe und Feuchtigkeit brauchen. Am besten mischen Sie aber für jede Pflanzenart eine individuelle Erde an:

  • Petersilie
    Das wohl bekannteste Küchenkraut liebt feuchte, humusreiche Erde.
  • Gartenkresse
    Gartenkresse pflanzen Sie am besten in herkömmliche Gartenerde, die Sie reichlich gießen.
  • Brunnenkresse
    Brunnenkresse gedeiht optimal in feuchtem und humusreichem Erdreich.
  • Basilikum
    Das beliebte Tomatengewürz gedeiht am besten in mäßig feuchter Erde. Am besten lassen Sie den Kompost hier weg und mischen die Gartenerde einfach mit ein wenig Sand ab.
  • Dill
    Dill liebt leicht feuchten, aber lockeren und humusreichen Boden.
  • Schnittlauch
    Für Schnittlauch sollte der Boden schön feucht und sogar ruhig etwas lehmig sein.
  • Borretsch
    Borretsch fühlt sich in feuchter, durchlässiger und humusreicher Erde wohl.
  • Liebstöckel
    Das beliebte Maggikraut bevorzugt leicht kalkhaltige Erde. Sie kann gerne etwas lehmig, aber nicht zu feucht sein.
  • Zitronenmelisse
    Zitronenmelisse mag durchlässiges, aber humusreiches Substrat. Verringern Sie hier ruhig den Erdanteil und fügen dafür mehr Sand und Kompost hinzu.
  • Bohnenkraut
    Bohnenkraut liebt lockere und durchlässige Erde, die am besten etwas trockener ist.
  • Estragon
    Estragon gedeiht auf humusreichem Boden, der eher trocken und durchlässig sein sollte.
  • Oregano
    Oregano wächst am besten in sandigen und humusreichen Böden.
  • Thymian, Rosmarin und Salbei
    Die mediterranen Kräuter-Klassiker bevorzugen ein trockenes Gemisch aus Erde und Sand, ganz ohne Kompost.
  • Koriander
    Koriander fühlt sich in humusreicher Gartenerde wohl.
  • Majoran
    Majoran setzt man am besten in einen sandigen, humusreichen Boden. Nehmen Sie etwas weniger Gartenerde und ersetzen Sie diese durch mehr Sand und Kompost.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Marilyn Barbone

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