Natürliche Rettungsstrategien für gesunde Pflanzen

Mit natürlichen Mitteln werden Sie lästige Blattläuse blitzschnell los und retten Ihre Pflanzen

Eine Blattlauskolonie muss nicht den Tod der befallenen Pflanze bedeuten. Denn wenn Sie die richtigen Ratschläge befolgen, sind die Schädlinge schon bald Geschichte.

Schwarze Blattläuse sind für die meisten Hobbygärtner ein echtes Ärgernis. Oftmals scheint es fast schon zu spät, wenn man den Befall der kleinen Krabbeltiere auf dem Küchenbasilikum oder am Rosenstrauch im Garten entdeckt. Doch obwohl Blattläuse einen recht schlechten Ruf haben, sind sie eigentlich ziemlich beeindruckende Wesen. Wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge leben die Miniinsekten, die meist nur um die zwei Millimeter groß werden, bereits seit über 200 Millionen Jahren auf unserem Planeten.

Die Ernährung der Blattläuse besteht aus Pflanzensaft, den sie mit ihren Saugrüsseln aus den Leitungsbahnen der Wirtspflanzen entnehmen. Die darin enthaltenen Kohlenhydrate benötigen die kleinen Kriecher nicht und scheiden sie deshalb als zuckerhaltigen Honigtau wieder aus. Der Honigtau bietet wiederum Ameisen eine perfekte Nahrungsgrundlage. Nicht selten leben Blattläuse und Ameisen deshalb in harmonischer Symbiose und teilweise geleiten erstere ihre „Haustiere“ sogar zu frischem Grün, um den Bestand zu gewährleisten.

Für Pflanzenbesitzer gelten schwarze Blattläuse jedoch eher als Schädlinge, da sie den Gewächsen die Nährstoffe entziehen. Wer die lästigen Tierchen loswerden will, sollte jedoch nicht gleich umweltschädliches Gift anwenden, da dieses häufig noch andere wichtige Insekten tötet. Stattdessen lohnt es sich, auf natürliche Mittel zurückzugreifen, um den Blattlausbefall in den Griff zu bekommen.

Wie kann man schwarze Blattläuse ganz ohne Chemie loswerden?

Zwei Marienkäfer vertilgen eine Blattlauskolonie.

Wer schwarze Läuse an seinen Pflanzen entdeckt, aber gerade kein passendes Gegenmittel zur Hand hat, kann die lästigen Biester zunächst auch erst einmal per Hand entfernen. Diese Methode eignet sich selbstverständlich nur, wenn der Befall noch nicht sehr weit ausgebreitet und die Pflanze noch nicht zu sehr geschädigt ist. Die Läuse einzeln von den Blättern und Trieben abzunehmen, ist jedoch ein langwieriger Prozess. Einfacher ist es, sich ein paar Streifen Klebeband um die Finger zu wickeln und die kleinen Insekten so vom Grün zu holen.

Bei Gewächsen, die eh regelmäßig zurückgeschnitten werden müssen, ist es ratsam besonders befallene Teile abzuknipsen. Entsorgen Sie diese Pflanzenstücke aber keinesfalls auf dem Kompost, sondern stattdessen im Hausmüll, um einen erneuten Blattlausbefall zu vermeiden. Da schwarze Blattläuse sich ziemlich schnell vermehren, ist es in vielen Fällen allerdings schon zu spät für eine manuelle Entfernung der Schädlinge. Glücklicherweise gibt es jedoch einige wirksame Hausmittel, die Ihnen eine natürliche Bekämpfung der Blattläuse ermöglichen.

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Pflanzenjauchen und -sude helfen gegen Blattlausbefall

Um schwarze Blattläuse auf Pflanzen loszuwerden, benötigt es in keinem Fall eine umweltschädliche Chemiekeule. Obwohl sich im Einzelhandel einige – zweifelsfrei hochwirksame – Insektengifte finden lassen, kann man bei Blattlausbefall ganz beruhigt auf natürliche Hausmittel zurückgreifen. Als besonders erfolgversprechend hat sich seit jeher die Anwendung einer sogenannten Pflanzenjauche erwiesen, die sich ganz einfach zu Hause herstellen lässt. Gegen Blattläuse eignen sich besonders Rhabarberblätter, Brennnesseln, Knoblauch, Farn, Efeu und Ackerschachtelhalm als Grundlage.

Für die Jauche gießt man etwa zehn Liter Wasser auf ein Kilogramm zerkleinertes Pflanzenmaterial und deckt die Mischung luftdicht ab. Während des ein bis zwei Wochen andauernden Gärungsprozesses rührt man die Jauche regelmäßig um. Die Pflanzenreste filtert man am Ende heraus und verdünnt die Flüssigkeit erneut mit etwas Wasser, bevor man die befallenen Gewächse dann mit dem Mittel gießt und besprüht.

Auch ein Sud aus Tabak oder Pflanzenöl verdünnt mit Wasser kann zum Abtöten von schwarzen Blattläusen verwendet werden. Hier gilt es allerdings zu bedenken, dass Nikotin auch für Pflanzen schädlich sein kann und Öle die Gewächse möglicherweise am Atmen hindern. Vor der Verwendung dieser Hausmittel sollten Sie also abklären, ob Ihre befallene Pflanze für die Methoden geeignet ist.

Schädlinge im Garten bekämpfen: 10 geeignete Hausmittel

Ein Topf mit ungeschälten Kartoffeln in Wasser
In einer Sprühflasche lehrt Kartoffelwasser und der darin enthaltene Stoff Solanin Blattläuse das Fürchten. © YAY Images/Imago
Viele Knoblauchzehen in einem Holzkörbchen
Knoblauch hilft gegen Wühlmäuse, Läuse – und natürlich gegen Vampire. © Panthermedia/Imago
Eine Frau in einem roten T-Shirt hält ein Glas Milch
Eine Milch-Wasser-Spritzlösung nimmt Blattläusen die Luft zum Atmen. © Panthermedia/Imago
Ein Schälchen mit Zimtpulver und im Hintergrund ein Zimtbündel
Um den Geruch von Zimt machen Trauermücken, Ameisen und ungewünschte Nagetiere einen Bogen. © Panthermedia/Imago
Eine Person streut in einem Garten Kaffeesatz aus einer Plastikwanne
Schnecken ade dank Kaffeesatz. Er schreckt auch Ameisen und sogar Katzen ab. © Panthermedia/Imago
Ein Häuschen und ein Zaun aus Streichhölzern gebastelt auf einem Kunstrasen mit blauem Hintergrund
Abgebrannte Streichhölzer im Blumentopf: Den Schwefel mögen Trauermücken gar nicht. © Panthermedia/Imago
Ein Mann kniet im Garten vor einer Schüssel mit in Wasser eingeweichten Brennnesseln
Ein Sud aus Brennnesseln schlägt Nacktschnecken, Spinnmilben und Blattläuse in die Flucht und stärkt die Pflanzen. © imagebroker/Imago
Eine Ameisenstraße wird von einem Kreidestrich unterbrochen
Ein nahezu magischer Kreidestrich zwingt Ameisen zur Umkehr. © CHROMORANGE/imago
In einem Badezimmer hält eine Frau ein Stück Seife über ein Waschbecken und lässt Wasser darauf laufen
Diesen Klassiker haben schon die Großmütter gegen Spinnmilben und Blattläuse eingesetzt: eine Lauge aus Schmier- oder Kaliseife. © Shotshop/Imago
Ein Holzlöffel mit Natronpulver liegt auf einem Holzuntergrund
Natron ist besonders effektiv bei Ameisen und Blattläusen. © Panthermedia/Imago

Lassen Sie doch einfach andere kleine Tierchen für sich arbeiten

Wie oben bereits beschrieben, sind Blattläuse ein natürlicher Bestandteil der Nahrungskette. Während Ameisen ausschließlich die Ausscheidungen ihrer kleinen Helfer als Nahrungsgrundlage nutzen, gibt es aber selbstverständlich auch einige Tiere, für die die Blattläuse selbst ein wichtiger Teil der Ernährung sind. Um eine befallene Pflanze von den lästigen Schädlingen zu befreien, können Sie also auch auf sogenannte Nützlinge zurückgreifen.

Diese Methode eignet sich besonders bei einer unerwünschten Blattlauskolonie im Garten, doch auch Pflanzen im Haus können von bestimmten Nützlingen profitieren. Unter anderem Marienkäfer und Florfliegen sowie deren Larven freuen sich über ein üppiges Blattlaus-Buffet. Auch Ohrwürmer und kleinere Singvogelarten wie Meisen verputzen im Handumdrehen eine gesamte Kolonie schwarzer Blattläuse. Mit Insektenhotels und Nistkästen können Sie diese natürlichen Schädlingsbekämpfer anlocken und Ihre Pflanzen retten. Außerdem sorgen Sie auf diese Weise nicht nur für gesundes Grün in Haus und Garten, sondern unterstützen gleichzeitig auch wichtige Insekten und Vögel bei der täglichen Nahrungssuche.

Rubriklistenbild: © IMAGO

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