Schädlingsbekämpfung

Blattläuse: Wo sie herkommen, welche Pflanzen sie befallen, wie Sie sie loswerden

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  • Franziska Irrgeher
    Franziska Irrgeher
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Plötzlich hängt eine ganze Kolonie an Zimmerpflanzen, Tomaten oder Rosen: Blattläuse können schnell zur Plage in Haus und Garten werden. So werden Sie sie los.

Pflanzen im Garten können von verschiedenen Schädlingen befallen werden. Zu den bekanntesten gehören Blattläuse, die sich auf den Blättern und dem Stamm von Pflanzen als Punkte zeigen. Ob grün oder schwarz – gefährlich sind Blattläuse nicht. Sie ernähren sich jedoch  von der Pflanze und können diese, je nach Stärke des Befalls, stark schädigen. Tauchen die Tierchen erstmal auf, müssen Sie sie daher schnell bekämpfen, ehe die Pflanzen schlimmstenfalls eingehen. Doch zuvor sollten Sie wissen: Welche Pflanzen müssen Sie im Blick behalten? Welche Arten von Läusen gibt es? Welche Methoden verjagen sie?

Blattläuse sind meist nicht schwer zu erkennen – sie sitzen in großer Anzahl unter den Blättern Ihrer Pflanzen oder an deren Stengeln. Saugen sie mit ihrem Rüssel Saft aus den Gewächsen, entziehen sie ihnen Nährstoffe. Dadurch können die Pflanzen verkümmern. Die Blätter kräuseln sich oder es entstehen gelbe Flecken. Die Läuse können zudem Krankheiten auf die Gewächse übertragen. Über die Einstichstelle gelangen schlimmstenfalls Viren in die Pflanze.

Blattläuse tauchen oft in großer Zahl im Garten auf – und ziehen sogar noch Ameisen an.

Läuse zeigen sich als kleine Punkte auf den Blättern oder an der Blattunterseite. Sie befallen teilweise auch den Stamm einer grünen Pflanze. In Deutschland kommen verschiedene Arten von Läusen vor. Zu den bekanntesten gehören:

  • Die Schwarze Bohnenlaus ist, wie der Name schon sagt, dunkel. Diese Art sitzt oft in großer Menge zusammen.
  • Die Grüne Pfirsichblattlaus ist hellgrün und glänzend. Ihr sehr ähnlich sind  die Erbsenblattlaus und die Gierschblattlaus.
  • Der Name verrät es: Die Große Rosenblattlaus mag am liebsten Rosen. Die braunen Insekten sind etwa vier Millimeter groß.
  • Grüne/mehlige Apfelblattlaus: Junge Apfelbäume werden oft von der Apfelblattlaus befallen. Diese können hellgrün aussehen oder matt-schwarz, fast, als wären sie mit Mehl bestdeckt. Der Schaden hält sich aber meist in Grenzen.
  • Auch die Gurkenlaus ist hell- bis dunkelgrün und sitzt in großer Anzahl auf der Pflanze.
  • Grün oder manchmal auch rot ist die Grünfleckige Kartoffellaus. Ihr ähnlich ist die Grünstreifige Kartoffellaus. Diese gehört mit fast vier Millimeter Körperlänge zu den größeren ihrer Art.

Blattläuse mögen außerdem einen großen Teil der heimischen Blumen, Ziergewächse und Nutzpflanzen. Diese sind, je Blattlausart, besonders beliebt:

  • Apfelbaum
  • Aster
  • Basilikum
  • Begonie
  • Bohne
  • Dahlie
  • Engelstrompete
  • Erdbeere
  • Gartenjasmin
  • Gurke
  • Hibiskus
  • Himbeere
  • Holunder
  • Kapuzinerkresse
  • Kirschbaum
  • Kürbis
  • Liebstöckel
  • Mangold
  • Minze
  • Orchidee
  • Palme
  • Petersilie
  • Petunie
  • Pfirsichbaum
  • Ringelblume
  • Rose
  • Rote Johannisbeere
  • Salat
  • Tomate

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Blattläusen können Sie in der Regel nur schwer vorbeugen. Die Eier liegen oft bereits schon versteckt auf der neu erworbenen Pflanze oder in der Blumenerde. Die Tiere können auch aus anderen Gärten herbei fliegen. Einmal geschlüpft, produziert jede der ausschließlich weiblichen Läuse täglich Klone ihrer selbst. So kommt innerhalb kürzester Zeit eine riesige Menge an Schädlingen zustande. Gegen Ende des Sommers oder unter Gefahr entsteht beflügelter und männlicher Nachwuchs: So kann die Kolonie sich einen sicheren, neuen Wohnort suchen – und damit weitere Pflanzen befallen.

Marienkäfer und besonders ihre Larven sind natürliche Feinde von Blattläusen. Diese im Garten anzusiedeln ist ein sehr guter Weg, um Blattläuse natürlich zu bekämpfen. Ähnlich sieht es mit Florfliegen, Schlupfwespen und Schwebfliegen aus. Die Larven von einigen Nützlingen können Sie im Fachhandel erwerben. Ökologischer ist es, wenn Sie die Tiere aus der Natur anlocken: Entsprechende Insektenkästen beziehungsweise Insektenhotels sind heutzutage in den meisten Baumärkten zu finden. Wespen sind unbeliebt, aber auch sie verspeisen Blattläuse. Außerdem stehen die Schädlinge auf dem Speiseplan von Spinnen und Vögeln. Mit etwas Glück wird der Blattlausbestand also auf natürliche Weise dezimiert, wenn genügend Tiere im Garten leben, bei denen Blattläuse auf dem Speiseplan stehen.

Blattläuse lassen sich mit verschiedenen Hausmitteln bekämpfen. Gerne wird dazu Tabak als Schädlingsbekämpfungsmittel empfohlen – das ist allerdings verboten. Manche Menschen setzen Haarspray gegen Blattläuse ein. Ökologisch ist das nicht. Auch von chemischen Pflanzenschutzmitteln rät das Umweltbundesamt ab. Diese können das Ökosystem schädigen und ins Grundwasser gelangen. Besser sind dagegen Methoden mit umweltverträglichen Stoffen:

  • Sprühen Sie die befallene Pflanze mit Essigwasser ein. Blattläuse können den Geruch nicht leiden. Dafür vermischen Sie normalen Haushaltsessig im Verhältnis 1:10 mit Wasser. Wiederholen Sie diese Behandlung möglichst täglich – es sollten maximal drei Tage Pause zwischen zwei Behandlungen liegen. Seien Sie dabei aber vorsichtig mit jungen Pflanzen. 
  • Auch Schmierseife gilt als gutes Mittel, um Läuse auf Pflanzen zu bekämpfen. Dadurch verlieren die Läuse nämlich den Halt auf den Pflanzen. Wichtig ist auch hier, dass Sie die Pflanze regelmäßig behandeln. Sie lösen dafür etwa 20 Gramm Kaliseife in einem Liter Wasser auf. Lassen Sie die Finger von Spülmittel oder anderen Seifen. Diese enthalten meist Parfum und oft auch Mikroplastik.
  • Auch Neemöl gilt als gutes und umweltfreundliches Pflanzenschutzmittel. Sie erhalten es im Gartencenter. Verrühren Sie dafür einen Teelöffel Öl in einem Liter Wasser und spritzen Sie es sparsam auf die Pflanze. Vorsicht an sonnigen Tagen: Das Öl kann Sonnenstrahlen verstärken und so die Pflanze verbrennen.
  • Kaffeesatz ist eine eher rabiate Methode gegen Blattläuse: Da Koffein ein Nervengift ist, tötet es die Tiere ab. Ähnlich sieht es mit Milch aus: Die darin enthaltene Säure macht Blattläusen den Garaus. Dafür mischen Sie sie 1:2 mit Wasser.
  • Backpulver ist zwar ein natürliches Schädlingsbekämpfungsmittel. Ausgestreut ist es wirksam gegen Blattläuse. Es tötet aber auch andere Insekten und sollte daher vorsichtig eingesetzt werden. Eine Alternative ist ein Natron-Spritzmittel gegen Läuse. Dafür lösen Sie zwei Teelöffel Natron in einem Liter Wasser auf und sprühen Ihr Gewächs damit ein.

Schädlinge im Garten bekämpfen: 10 geeignete Hausmittel

Ein Topf mit ungeschälten Kartoffeln in Wasser
In einer Sprühflasche lehrt Kartoffelwasser und der darin enthaltene Stoff Solanin Blattläuse das Fürchten. © YAY Images/Imago
Viele Knoblauchzehen in einem Holzkörbchen
Knoblauch hilft gegen Wühlmäuse, Läuse – und natürlich gegen Vampire. © Panthermedia/Imago
Eine Frau in einem roten T-Shirt hält ein Glas Milch
Eine Milch-Wasser-Spritzlösung nimmt Blattläusen die Luft zum Atmen. © Panthermedia/Imago
Ein Schälchen mit Zimtpulver und im Hintergrund ein Zimtbündel
Um den Geruch von Zimt machen Trauermücken, Ameisen und ungewünschte Nagetiere einen Bogen. © Panthermedia/Imago
Eine Person streut in einem Garten Kaffeesatz aus einer Plastikwanne
Schnecken ade dank Kaffeesatz. Er schreckt auch Ameisen und sogar Katzen ab. © Panthermedia/Imago
Ein Häuschen und ein Zaun aus Streichhölzern gebastelt auf einem Kunstrasen mit blauem Hintergrund
Abgebrannte Streichhölzer im Blumentopf: Den Schwefel mögen Trauermücken gar nicht. © Panthermedia/Imago
Ein Mann kniet im Garten vor einer Schüssel mit in Wasser eingeweichten Brennnesseln
Ein Sud aus Brennnesseln schlägt Nacktschnecken, Spinnmilben und Blattläuse in die Flucht und stärkt die Pflanzen. © imagebroker/Imago
Eine Ameisenstraße wird von einem Kreidestrich unterbrochen
Ein nahezu magischer Kreidestrich zwingt Ameisen zur Umkehr. © CHROMORANGE/imago
In einem Badezimmer hält eine Frau ein Stück Seife über ein Waschbecken und lässt Wasser darauf laufen
Diesen Klassiker haben schon die Großmütter gegen Spinnmilben und Blattläuse eingesetzt: eine Lauge aus Schmier- oder Kaliseife. © Shotshop/Imago
Ein Holzlöffel mit Natronpulver liegt auf einem Holzuntergrund
Natron ist besonders effektiv bei Ameisen und Blattläusen. © Panthermedia/Imago

Diese Methoden eignen sich besonders für Zimmer- oder Zierpflanzen auf dem Balkon oder im Garten. Auf Ihren Nutzpflanzen möchten Sie diese radikalen Mittel möglicherweise nicht anwenden. Stattdessen können Sie die Tiere mit einem Handbesen abfegen. Auch eine feste Dusche mit der Brause oder dem Gartenschlauch kann die Schädlinge entfernen.

Ein natürliches Pflanzenschutzmittel ist auch eine Jauche oder ein Sud aus verschiedenen Zutaten.

  • Brennnesselsud oder -jauche stärken die Abwehrkräfte der Pflanze und dienen so der Vorbeugung gegen Blattläuse. Sammeln Sie dafür einige Blätter (Handschuhe nicht vergessen!) und weichen Sie diese in Wasser ein. Zieht die Brühe bis zu zwei Tage, dürfen Sie sie direkt auf die Pflanze sprühen. Danach wird sie so stark, dass Sie die Jauche verdünnen sollten.
  • Blattläuse hassen den Geruch von Knoblauch. Hacken Sie daher drei Zehen klein und übergießen Sie diese mit einem Liter kochendem Wasser. Lassen Sie den Sud mehrere Tage ziehen. Nun sollten Sie den Knoblauch einmal aussieben – anschließend können Sie Ihre Pflanzen direkt damit einsprühen.
  • Ackerschachtelhalm-Sud funktioniert ähnlich wie Brennnesselbrühe. Auch er macht die Pflanzen stark gegen Schädlinge.
  • Die ätherischen Öle von Schwarzem Tee sollen Blattläuse abschrecken. Dafür müssen Sie ihn aber regelmäßig nutzen.
  • In Kartoffeln steckt Solanin, das leicht giftig ist. Schütten Sie daher Pellkartoffelwasser nach dem Kochen nicht in den Abfluss. Sprühen Sie stattdessen Ihre Pflanzen damit ein und verjagen Sie unerwünschte Gäste.

Es gibt einige Pflanzen, die Blattläuse gar nicht mögen. Setzen Sie diese als Mischkultur in Ihr Gemüsebeet, schützen Sie Ihren Anbau. Als nützlich erwiesen haben sich stark riechende Gewächse wie:

  • Knoblauch
  • Zwiebeln
  • Lavendel
  • Salbei
  • Rosmarin
  • Minze
  • Tagetes
  • Thymian
  • Ysop

Oft wird auch Kapuzinerkresse gegen Blattläuse empfohlen. Diese wirkt allerdings anders, als Sie denken: Die Pflanze zieht Blattläuse nämlich an – und hält sie dadurch von wichtigeren Pflanzen fern. Sollten Sie allerdings Ihren Balkon mit Kapuzinerkresse schmücken wollen, können Sie mit  einer Traube aus Läusen rechnen.

Was hilft gegen Blattläuse?
Gegen Blattläuse helfen einige Hausmittel wie eine Lösung aus Essig oder Schmierseife. Auch verschiedene Pflanzensude, hergestellt aus Brennnesseln oder Knoblauch, schrecken die Plagegeister ab. Eine einfache, aber effiziente Methode ist es außerdem, die Pflanze mit einem Strahl abzuduschen. Vorsicht allerdings bei Tomaten: Hier sollten die Blätter nicht nass werden, sonst droht Mehltau.
Fressen Ameisen Blattläuse?
Ameisen helfen nicht gegen Blattläuse – im Gegenteil: Blattläuse ziehen Ameisen an. Beide Tiere kommen prima miteinander zurecht. Blattläuse scheiden Honigtau aus – eine Flüssigkeit, die Ameisen lieben. Dafür halten sich Ameisen Blattläuse fast schon wie Haustiere: Sie melken sie und schützen sie sogar vor Fressfeinden.
Woher kommen Blattläuse?
Die Eier von Blattläusen liegen oft in der Blumenerde oder sind auf neuen Pflanzen versteckt. Manchmal kommen auch Exemplare einer bedrohten Population angeflogen – obwohl Blattläuse nur im Notfall mit Flügeln geboren werden. Einmal da, vermehren sich die Tiere ungeschlechtlich, aber dafür zahlreich.
Wie sehen Blattläuse aus?
Es gibt sehr viele unterschiedliche Arten von Blattläusen. Gemeinsam haben sie, dass sie sehr klein sind und dafür meist in großen Gruppen zusammenleben. Typischerweise sind sie grasgrün bis dunkelbraun.

Rubriklistenbild: © Jan-Peter Kasper/dpa

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