Wer einen Kindersitz kaufen möchte, hat die Qual der Wahl. Ein ADAC-Test prüfte nun 29 Produkte. Die Experten fanden auch gravierende Mängel.
München – Die Straßenverkehrsordnung (StVO) schreibt genaue Regeln vor, wenn Kinder im Auto sitzen. Dazu gehört die Kindersitzpflicht für junge Passagiere, die unter zwölf Jahre alt und kleiner als 1,50 Meter groß sind. Alle Kinder mit mehr als 150 Zentimeter Körperlänge müssen nicht mehr im Kindersitz fahren. Der ADAC wollte es jetzt genauer wissen und hat im Herbst 2023 29 Kindersitze intensiv geprüft.
Kindersitze vom ADAC getestet: Zwei Modelle bereiten besonders viel Sorgen – der Rest überzeugt
Bei der überwiegenden Mehrheit der Kindersitze hatten die ADAC-Tester nichts zu beanstanden. Zwei Modelle hatten allerdings gravierende Mängel – die bezogen sich jedoch nicht auf die Sicherheit im Straßenverkehr.
Der ADAC überprüfte die Kindersitze im Test auf ihre Sicherheit, Bedienung, Ergonomie und den Schadstoffgehalt der Produkte. Dabei wurde zwischen drei Baugruppen unterschieden: Den Babyschalen, Sitzen für Kleinkinder sowie Sitzerhöhungen für bereits größere Kinder. Bei immerhin 27 der 29 geprüften Kindersitze sehen die ADAC-Experten keinen Grund, warum man diese nicht bedenkenlos kaufen sollte. Alle lagen mit der Testnote „Gut“ oder „Befriedigend“ in einem empfehlenswerten Bereich.
Zwei Kindersitze gaben derweil Anlass zur Sorge. Allerdings nicht, weil sie bei der Verkehrssicherheit zu wünschen übrig ließen, sondern wegen ihrer Schadstoffbelastung. Der ADAC benotete den „Maxi-Cosi Pebble 360 Pro“ und den „Maxi-Cosi Pebble 360 Pro + FamilyFix 360 Pro“ je mit „Mangelhaft“ (4,69). Dass es sich hierbei um Babyschalen für die jüngsten Autoinsassen (bis zu 1 1/2 Jahren) handelt, macht die Sache um so bedenklicher. Diese wurden kürzlich auch von der Stiftung Warentest geprüft.
Alle Testsieger des ADAC-Kindersitze-Tests im Überblick
Bei 27 Produkte gelang es den Herstellern laut ADAC, die gesetzlichen Vorschriften zu übertreffen. In manchen Fällen der Kindersitze mit den Noten „Gut“ oder „Befriedigend“ war dies sogar sehr deutlich gegeben.
Testsieger bei Babyschalen für Kinder bis 1 1/2 Jahren, maximal 87 Zentimeter Größe):
Produktname
Alter/Größe
Testnote/Preis
Besafe iZi Go Modular X2 i-Size + iZi Modular i-Size Base
bis zu 1 Jahr/bis zu 75 cm
1,7/400 Euro
Cybex Cloud T + Base T
bis zu 1 1/2 Jahren/bis zu 87 cm
1,7/500 Euro
Testsieger bei Sitzen für Kleinkinder (Kinder von 1 bis 4 Jahren, maximal 105 Zentimeter Größe):
Produktname
Alter/Größe
Testnote/Preis
Joie i-Spin 360 E
1 bis 4 Jahre/61 bis 105 cm
2,0/270 Euro
Testsieger bei Sitzerhöhungen (Kinder ab 4 Jahren, 100 bis 150 Zentimeter Größe):
Produktname
Alter/Größe
Testnote/Preis
Cybex Solution T i-Fix
ab 4 Jahren/100 bis 150 cm
2,0/220 Euro
Mehr Sicherheit im Auto dank Isofix-Kindersitzen – doch nicht alle Fahrzeuge haben die Verankerung an jeder Stelle
Autofahrer können ihrem Nachwuchs durch Kindersitze mit einer Isofix-Befestigung einen besonders hohen Schutz gewährleisten, wie der ADAC angibt. Allerdings konnte nur ein Teil der 29 getesteten Kindersitze damit aufwarten. Grundsätzlich sollten Autofahrer sich vergewissern, ob ihr Fahrzeug die nötige Isofix-Verankerung verbaut hat, rät der ADAC. Und wenn ja, an welchen Stellen im Auto.
Rätselhafte Verkehrszeichen: Zehn Schilder, deren Bedeutung nicht jedem klar ist
Laut ADAC haben mittlerweile „die meisten Fahrzeuge auf der Rückbank auf zwei Sitzplätzen mit Isofix-Verankerungen“. Doch an anderer Stelle wie etwa „auf dem Beifahrersitz, der dritten Sitzreihe von Vans, in Wohnmobilen oder in Oldtimern“ müsse man beim Befestigen der Kindersitze oft noch auf einen Fahrzeuggurtzurückgreifen, hieß es weiter.