Bellendes Sicherheitssystem

Sanftes Schoßhündchen oder kräftiger Kläffer – wie gut schützen Hunde wirklich vor Einbrechern?

  • schließen

In der dunklen Jahreszeit haben Einbrecher Hochsaison. Das Schild am Gartenzaun, das auf den Hund hinweist, schützt nur bedingt. Doch wie sieht es mit den Vierbeinern selbst aus?

„Warnung vor dem Hund“ oder „Hier wache ich!“ Diese oder ähnliche Schilder findet man häufig an Gartenzäunen oder Haustüren. Hunde seien demnach ein effektiver Schutz vor Einbruch und Diebstahl. So nehmen es die meisten Menschen zumindest an. Doch inwieweit entspricht diese Annahme der Realität? Erfahren Sie hier, welche Hunderassen am besten vor Einbrechern schützen können und was Sie bei einer vierbeinigen Alarmanlage beachten sollten.

Hunde als wirksamer Einbruchsschutz

Ihr treuer Hund ist nicht nur ein liebenswerter Begleiter, sondern kann auch als effektiver Einbruchsschutz dienen. Die Frage ist jedoch: Wie gut schützen Hunde wirklich vor Einbrechern?

Eine geeignete Hunderasse kann durchaus Schutz vor unerwünschten Eindringlingen im Haus bieten. (Symbolbild)

Hunde sind von Natur aus wachsame Tiere und haben einen ausgeprägten Instinkt, ihr Territorium und ihre Familie zu schützen. Ihr Gebell allein kann potenzielle Einbrecher abschrecken oder darauf hinweisen, dass in Ihrem Zuhause nicht leicht einzudringen ist.

In einem exklusiven Interview mit RTL verrät der Ex-Straftäter Hermann Wenning, der selbst in rund 150 Häuser eingebrochen ist, dass Hunde tatsächlich eine abschreckende Wirkung auf Diebe haben können – vorausgesetzt, der Eindringling hat eine schnelle und leichte Beute im Sinn. Es gebe aber auch Einbrecher, die vor Hunden nicht unbedingt Angst haben, so Wenning. Für ihn selbst seien Überwachungskameras oder Alarmanlagen ein größeres Ausschlusskriterium als beispielsweise ein Hund. Über diebische Hunde lesen Sie hier.

Eine Studie belegt zudem, dass mehrere Hunde in verschiedenen Haushalten die gesamte Nachbarschaft sicherer machen können. Selbst dann, wenn Sie keinen eigenen Vierbeiner haben. Schon ein Warnschild am Gartenzaun könne ausreichen, um Diebe auf Abstand zu halten.

Welche Hunderassen sind als Wachhunde geeignet?

Doch nicht alle Hunderassen sind gleichermaßen für die Einbruchsprävention geeignet. Große und schützende Rassen wie der Deutsche Schäferhund, der Rottweiler oder der Dobermann gelten jedoch als besonders wirksam. Ihre Größe, Stärke und Wachsamkeit machen sie zu ernstzunehmenden Wächtern.

FAQs – häufig gestellte Fragen

1. Welche Hunderassen sind besonders effektiv als Wachhunde?
Große und intelligente Rassen wie Deutsche Schäferhunde, Rottweiler und Dobermänner gelten als besonders effektiv.

2. Schützt jeder Hund automatisch vor Einbrechern?
Nein, nicht alle Hunde haben den natürlichen Instinkt oder die Größe, um als effektiver Einbruchsschutz zu dienen.

3. Kann das Bellen meines Hundes Einbrecher wirklich abschrecken?
Ja, das laute Bellen eines Hundes kann Einbrecher abschrecken und auf ihre Anwesenheit aufmerksam machen.

4. Welche Eigenschaften sollte ein Wachhund haben?
Eine respekteinflößendes Äußeres, ein ausgeprägter Beschützerinstinkt, eine eher hohe Reizschwelle sowie ein mutiges und aufmerksames Wesen sind wichtige Eigenschaften eines Wachhundes.

Noch mehr spannende Tier-Themen finden Sie im kostenlosen Partner-Newsletter von Landtiere.de, den Sie gleich hier abonnieren können.

Hunderassen, die nicht für die Einbruchsprävention geeignet sind

Kleine und freundliche Hunderassen, wie der Cavalier King Charles Spaniel oder der Labrador Retriever, neigen dazu, Fremden gegenüber freundlich zu sein – manchmal zu freundlich. Während sie hervorragende Familienhunde sind, sind sie allerdings weniger für die Rolle des Wachhundes geeignet.

Die geeignete Hunderasse kann also ein wertvoller Bestandteil Ihres Sicherheitssystems sein. Wenn Sie sicherstellen, dass Ihr Hund gut trainiert ist, können Sie von seinem natürlichen Instinkt profitieren und Ihr Zuhause sicherer machen. Hundeschulen bieten bei Bedarf spezielle Kurse für Hunde an, die Schutz- oder Wachfunktionen übernehmen sollen.

Hunderassen, die Einbrecher abschrecken können:Hunderassen, die nicht für die Einbrecherabwehr geeignet sind:
Deutscher Schäferhund: Groß, intelligent und schützend. Ein ausgezeichneter Wächter und Arbeitshund.Cavalier King Charles Spaniel: Freundlich und sozial. Diese Rasse neigt dazu, Fremden gegenüber freundlich zu sein.
Rottweiler: Kraftvoll, mutig und loyal. Rottweiler sind natürliche Beschützer ihres Territoriums.Labrador Retriever: Sanftmütig und freundlich. Labradors sind liebevolle Familienhunde, jedoch nicht als Wachhunde geeignet.
Dobermann: Schlau und entschlossen. Der Dobermann ist eine hervorragende Wahl für die Sicherheit.Golden Retriever: Freundlich und gutmütig. Golden Retriever suchen oft die Nähe von Menschen, anstatt sie abzuschrecken.
Bullmastiff: Ruhig, aber kraftvoll. Ein Bullmastiff ist ein starker Wächter, der sein Territorium verteidigt.Beagle: Neugierig und verspielt. Beagles sind eher aufmerksam als wachsam.
Boxer: Energisch und wachsam. Boxer sind bekannt für ihre Schutzinstinkte.Malteser: Gehört zu den kleinsten Hunderassen der Welt. Malteser sind aufgrund ihrer sanftmütigen Art nicht als Wachhunde geeignet.

Zehn Hunderassen mit dem stärksten Biss

Malinois werden auch als belgische Schäferhunde bezeichnet. Durch ihre hohe Aufmerksamkeit eignen sie sich als Wachhunde und werden auch als Diensthunde bei Polizei und Militär eingesetzt. Weil sie viel Energie besitzen, müssen sie entsprechend ausgelastet werden. (Symbolbild)
Platz 10: Der Malinois oder auch belgische Schäferhund hat eine Beißkraft von 200 PSI. Die Rasse ist sehr aufmerksam und eignet sich deswegen auch als Wachhund. (Symbolbild) © agefotostock/Imago
Wegen ihres üppigen Fells, werden Chow-Chows auch als „Löwenhunde“ bezeichnet. Sie sind zwar sehr ausgeglichene Tiere, aber auch etwas eigensinnig. In der Regel werden sie bis zu 56 Zentimeter groß. (Symbolbild)
Platz 9: Die flauschigen und ausgeglichenen Chow-Chows können mit bis zu 220 PSI zubeißen. Die Rasse kommt aus China und wird dort auch „Löwenhund“ genannt. (Symbolbild) © blickwinkel/Imago
Weil Holländische Schäferhunde so athletisch und lernwillig sind, werden sie häufig als Diensthunde bei Polizei, Militär und Zoll eingesetzt. Ihre Vorfahren sind die gleichen, wie die der Mallinois, den belgischen Schäferhunden. (Symbolbild)
Platz 8: Holländische Schäferhunde beißen mit 225 PSI zu. Sie sind sehr lernwillig und sportlich. Mit den Mallinois sind sie verwandt. (Symbolbild) © imagebroker/Imago
Mit einer Beißkraft von 235 PSI sind American Pit Bull Terrier früher oft in Hundekämpfen zum Einsatz gekommen. Die Rasse ist dadurch als äußerst aggressiv in Verruf geraten. Bei guter Erziehung aber, sind auch sie sehr freundliche Hunde. (Symbolbild)
Platz 7: American Pit Bull Terrier haben eine Beißkraft von 235 PSI. Durch Hundekämpfe sind sie in Verruf geraten. Doch bei guter Erziehung sind sie sehr menschenfreundlich. Deswegen werden sie heute auch, trotz ihres Stigmas, als Assistenz- und Therapiehunde eingesetzt. (Symbolbild) © Panthermedia/Imago
Deutsche Schäferhunde wurden zwar zum Hüten gezüchtet, haben aber auch einen starken Jagdtrieb. Zubeißen können sie mit 240 PSI. Ihr Gebiss ist in erster Linie auf das Fangen, Festhalten, Zerreißen und das Zerkleinern der Beute spezialisiert. (Symbolbild)
Platz 6: Deutsche Schäferhunde wurden zwar zum Hüten gezüchtet, haben aber auch einen starken Jagdtrieb. Zubeißen können sie mit 240 PSI. (Symbolbild) © agefotostock/Imago
Hunde der Rasse American Bulldog sind loyal und freundlich. Ihre Statue ist klein, aber kräftig. So auch ihr Kiefer, mit dem sie eine Beißkraft von 300 PSI erreichen können. (Symbolbild)
Platz 5: Der American Bulldog ist klein und muskulös. Sein breiter, kräftiger Kiefer kommt auf eine Beißkraft von 300 PSI. (Symbolbild) © Panthermedia/Imago
Rottweiler sind sehr aufmerksam und können auch ein ausgeprägtes Schutzverhalten an den Tag legen. Mit ihrem kräftigen Gebiss erreichen sie Kräfte von bis zu 330 PSI. (Symbolbild)
Platz 4: Rottweiler können mit 330 PSI zubeißen. Sie sind bekannt für ihr freundliches und tapferes Wesen. Doch auch für ihre Körperkraft und ihren starken Kiefer. (Symbolbild) © teamwork/Imago
Der English Mastiff gilt als ruhig und würdevoll, aber auch tapfer und beschützend. Rüden können bis zu 100 Kilogramm schwer werden. Mit einer Beißkraft von 560 PSI ist auch ihr Kiefer besonders kräftig. (Symbolbild)
Platz 3: Den drittstärksten Hundekiefer besitzt der English Mastiff. Mit 560 PSI kann er zupacken. Sein Wesen ist ruhig und beschützend, weswegen er sich auch sehr gut als Wachhund eignet. (Symbolbild) © agefotostock/Imago
Der Dobermann gilt als sensibel und oft wird ihm ein aggressiver Charakter nachgesagt. Auch wenn sie nicht so schwer werden, haben sie dennoch eine Beißkraft von bis zu 600 PSI. (Symbolbild)
Platz 2: Auch wenn der Dobermann gerade mal bis zu 45 Kilogramm schwer wird, hat er dennoch eine sehr große Beißkraft von 600 PSI. (Symbolbild) © Zoonar/Imago
Der Kangal-Hirtenhund kann mit 740 PSI kräftiger als ein Löwe zubeißen. Der Kangal ist ein Herdenschutzhund und wird zur Überwachung von Nutztieren eingesetzt. (Symbolbild)
Platz 1: Den stärksten Kiefer unter den Hunderassen hat der Kangal-Hirtenhund. Mit ganzen 740 PSI kann er zubeißen und ist damit sogar kräftiger als ein Löwe, der auf 691 PSI kommt. (Symbolbild) © blickwinkel/Imago

Der ehemalige Straftäter Hermann Wenning empfiehlt außerdem ein kostenloses Beratungsgespräch mit der örtlichen Polizei, um sich umfassend vor einem Einbruch zu schützen. Optimal ist eine Kombination aus verschiedenen Sicherheitsfunktionen: Überwachungskameras (oder Attrappen), ein sicheres Schloss an der Haustüre und ein gut überlegtes Versteck für den Ersatzschlüssel können dazu beitragen, unerwünschte Besucher vom Haus fernzuhalten.

Rubriklistenbild: © blickwinkel/Imago

Kommentare