VonSophie Klußschließen
In der dunklen Jahreszeit haben Einbrecher Hochsaison. Das Schild am Gartenzaun, das auf den Hund hinweist, schützt nur bedingt. Doch wie sieht es mit den Vierbeinern selbst aus?
„Warnung vor dem Hund“ oder „Hier wache ich!“ Diese oder ähnliche Schilder findet man häufig an Gartenzäunen oder Haustüren. Hunde seien demnach ein effektiver Schutz vor Einbruch und Diebstahl. So nehmen es die meisten Menschen zumindest an. Doch inwieweit entspricht diese Annahme der Realität? Erfahren Sie hier, welche Hunderassen am besten vor Einbrechern schützen können und was Sie bei einer vierbeinigen Alarmanlage beachten sollten.
Hunde als wirksamer Einbruchsschutz
Ihr treuer Hund ist nicht nur ein liebenswerter Begleiter, sondern kann auch als effektiver Einbruchsschutz dienen. Die Frage ist jedoch: Wie gut schützen Hunde wirklich vor Einbrechern?
Hunde sind von Natur aus wachsame Tiere und haben einen ausgeprägten Instinkt, ihr Territorium und ihre Familie zu schützen. Ihr Gebell allein kann potenzielle Einbrecher abschrecken oder darauf hinweisen, dass in Ihrem Zuhause nicht leicht einzudringen ist.
In einem exklusiven Interview mit RTL verrät der Ex-Straftäter Hermann Wenning, der selbst in rund 150 Häuser eingebrochen ist, dass Hunde tatsächlich eine abschreckende Wirkung auf Diebe haben können – vorausgesetzt, der Eindringling hat eine schnelle und leichte Beute im Sinn. Es gebe aber auch Einbrecher, die vor Hunden nicht unbedingt Angst haben, so Wenning. Für ihn selbst seien Überwachungskameras oder Alarmanlagen ein größeres Ausschlusskriterium als beispielsweise ein Hund. Über diebische Hunde lesen Sie hier.
Eine Studie belegt zudem, dass mehrere Hunde in verschiedenen Haushalten die gesamte Nachbarschaft sicherer machen können. Selbst dann, wenn Sie keinen eigenen Vierbeiner haben. Schon ein Warnschild am Gartenzaun könne ausreichen, um Diebe auf Abstand zu halten.
Welche Hunderassen sind als Wachhunde geeignet?
Doch nicht alle Hunderassen sind gleichermaßen für die Einbruchsprävention geeignet. Große und schützende Rassen wie der Deutsche Schäferhund, der Rottweiler oder der Dobermann gelten jedoch als besonders wirksam. Ihre Größe, Stärke und Wachsamkeit machen sie zu ernstzunehmenden Wächtern.
FAQs – häufig gestellte Fragen
1. Welche Hunderassen sind besonders effektiv als Wachhunde?
Große und intelligente Rassen wie Deutsche Schäferhunde, Rottweiler und Dobermänner gelten als besonders effektiv.
2. Schützt jeder Hund automatisch vor Einbrechern?
Nein, nicht alle Hunde haben den natürlichen Instinkt oder die Größe, um als effektiver Einbruchsschutz zu dienen.
3. Kann das Bellen meines Hundes Einbrecher wirklich abschrecken?
Ja, das laute Bellen eines Hundes kann Einbrecher abschrecken und auf ihre Anwesenheit aufmerksam machen.
4. Welche Eigenschaften sollte ein Wachhund haben?
Eine respekteinflößendes Äußeres, ein ausgeprägter Beschützerinstinkt, eine eher hohe Reizschwelle sowie ein mutiges und aufmerksames Wesen sind wichtige Eigenschaften eines Wachhundes.
Noch mehr spannende Tier-Themen finden Sie im kostenlosen Partner-Newsletter von Landtiere.de, den Sie gleich hier abonnieren können.
Hunderassen, die nicht für die Einbruchsprävention geeignet sind
Kleine und freundliche Hunderassen, wie der Cavalier King Charles Spaniel oder der Labrador Retriever, neigen dazu, Fremden gegenüber freundlich zu sein – manchmal zu freundlich. Während sie hervorragende Familienhunde sind, sind sie allerdings weniger für die Rolle des Wachhundes geeignet.
Die geeignete Hunderasse kann also ein wertvoller Bestandteil Ihres Sicherheitssystems sein. Wenn Sie sicherstellen, dass Ihr Hund gut trainiert ist, können Sie von seinem natürlichen Instinkt profitieren und Ihr Zuhause sicherer machen. Hundeschulen bieten bei Bedarf spezielle Kurse für Hunde an, die Schutz- oder Wachfunktionen übernehmen sollen.
| Hunderassen, die Einbrecher abschrecken können: | Hunderassen, die nicht für die Einbrecherabwehr geeignet sind: |
|---|---|
| Deutscher Schäferhund: Groß, intelligent und schützend. Ein ausgezeichneter Wächter und Arbeitshund. | Cavalier King Charles Spaniel: Freundlich und sozial. Diese Rasse neigt dazu, Fremden gegenüber freundlich zu sein. |
| Rottweiler: Kraftvoll, mutig und loyal. Rottweiler sind natürliche Beschützer ihres Territoriums. | Labrador Retriever: Sanftmütig und freundlich. Labradors sind liebevolle Familienhunde, jedoch nicht als Wachhunde geeignet. |
| Dobermann: Schlau und entschlossen. Der Dobermann ist eine hervorragende Wahl für die Sicherheit. | Golden Retriever: Freundlich und gutmütig. Golden Retriever suchen oft die Nähe von Menschen, anstatt sie abzuschrecken. |
| Bullmastiff: Ruhig, aber kraftvoll. Ein Bullmastiff ist ein starker Wächter, der sein Territorium verteidigt. | Beagle: Neugierig und verspielt. Beagles sind eher aufmerksam als wachsam. |
| Boxer: Energisch und wachsam. Boxer sind bekannt für ihre Schutzinstinkte. | Malteser: Gehört zu den kleinsten Hunderassen der Welt. Malteser sind aufgrund ihrer sanftmütigen Art nicht als Wachhunde geeignet. |
Zehn Hunderassen mit dem stärksten Biss




Der ehemalige Straftäter Hermann Wenning empfiehlt außerdem ein kostenloses Beratungsgespräch mit der örtlichen Polizei, um sich umfassend vor einem Einbruch zu schützen. Optimal ist eine Kombination aus verschiedenen Sicherheitsfunktionen: Überwachungskameras (oder Attrappen), ein sicheres Schloss an der Haustüre und ein gut überlegtes Versteck für den Ersatzschlüssel können dazu beitragen, unerwünschte Besucher vom Haus fernzuhalten.
Rubriklistenbild: © blickwinkel/Imago

