Kunden bleiben nicht auf Kosten sitzen

Betrüger nutzen Sicherheitslücke aus: Zahlreiche Commerzbank-Konten leergeräumt

  • schließen

Kriminelle haben es erneut auf die Commerzbank abgesehen. Nachdem Betrüger zuvor Kunden-Konten leergeräumt hatten, gibt es nun Probleme mit Geldautomaten.

Update vom 29. November, 21.45 Uhr: Bei der Commerzbank gab es erneut eine Panne. „Am Wochenende kam es aufgrund eines technischen Fehlers eines Dienstleisters teilweise zu Fehlbuchungen bei Bargeldabhebungen durch Kunden von Fremdbanken an unseren Geldautomaten“, sagte eine Sprecherin der Privatbank am Mittwoch (29. November).

Kunden der Commerzbank seien zwar nicht betroffen. Dennoch wurden laut Business Insider bei Kunden anderer Banken, die an Commerzbank-Geldautomaten Bargeld abgeholt hatten, die Beträge mehrfach von ihrem Konto abgebucht. Das Geld soll nun wieder zurückgebucht werden. „Wir entschuldigen uns für die entstandenen Unannehmlichkeiten“, so die Sprecherin. Erst vergangene Woche hatten Betrüger durch eine Sicherheitslücke die Bankkonten von Commerzbank-Kunden geplündert.

Bei der Commerzbank gab es erneut eine Sicherheitspanne. (Archivbild)

Erstmeldung vom 26. November: München – Betrugsversuche sind keine Seltenheit. So verbreitete sich zuletzt erneut eine neue Betrugsmasche auf Whatsapp. Auch über den Online-Bezahldienst Paypal versuchten Betrüger an Geld zu kommen. Nun gerieten Kunden der Commerzbank ins Visier von Kriminellen.

Betrüger erbeuten Millionenbetrag von Commerzbank-Kunden: „Nicht autorisierte Abbuchungen“

„In wenigen Einzelfällen kam es aus technischen Gründen bei einem Dienstleister zu nicht autorisierten Abbuchungen von Kundenkonten“, zitierte das Branchenportal Finanz-Szene eine Sprecherin der Privatbank. Die Konten von mehr als 100 Kunden seien leergeräumt worden.

Betroffene seien inzwischen informiert worden. Zudem betonte die Sprecherin, dass für Kunden kein Schaden entstehen würde. Die Bank würde das Geld wieder zurückbuchen. Insgesamt konnten die Betrüger mit ihrer Masche einen zweistelligen Millionenbetrag einfahren, berichtete das Handelsblatt unter Berufung auf Finanzkreise.

Kriminelle nutzen Sicherheitslücke von Kunden mit Maestro-Girocard aus

Wie genau sich die Kriminellen Zugang zu diversen Konten verschafft hatten, ist noch unklar. Bekannt ist lediglich, dass dabei Girocards mit der Maestro-Funktion, die allmählich abgeschafft werden, verwendet wurden. Mit der Funktion des US-Zahlungskonzerns Mastercard können Zahlungen im Ausland abgewickelt werden.

Die Maestro-Girocards werden vom Bank-Verlag betreut. Dieser sprach laut Handelsblatt ebenfalls von einer „Sicherheitslücke“, die von Kriminellen ausgenutzt worden sei. Inzwischen habe der Bank-Verlag diese aber wieder geschlossen. Wer für den Schaden aufkommt, bleibt abzuwarten. Auf der Webseite weist die Commerzbank derzeit auf „routinemäßige“ Wartungsarbeiten in den Rechenzentren hin. Deshalb könne es zu Beeinträchtigungen im Online- und Mobile-Banking kommen.

Verbraucherzentrale warnt ebenfalls vor Betrugsmasche für Commerzbank-Kunden

Auch die Verbraucherzentrale warnte vor wenigen Tagen vor einer Betrugsmasche, die sich an die Kundschaft der Privatbank richtete. Im Namen der Commerzbank wurden Phishing-Mails verschickt. Darin wurden Kunden aufgefordert, die Sicherheit des Kontos zu erhöhen und auf einen Button in der Mail zu klicken. Die Verbraucherzentrale betonte jedoch, dem Link besser nicht zu folgen, sondern die Mail unbeantwortet in den Spam-Ordner zu verschieben.

Kunden der Sparkasse sind ebenfalls nicht sicher vor Betrügern. Insbesondere eine gewisse Altersklasse rückt ins Visier Krimineller. (kas)

Rubriklistenbild: © Maja Hitij/dpa

Kommentare