Eine alte Frage, über die sich Haustierbesitzer wohl nie einig werden. Wenn es aber um die Intelligenz der Tiere geht, gibt es einen Sieger.
Wenn es um Haustiere geht, sind sich die Besitzer einig: Meins ist das Schlauste. Besonders zwischen Hundeliebhabern und Katzenfans besteht scheinbar eine ewige Rivalität und Meinungsverschiedenheit darüber, welches Tier denn nun schlauer oder das bessere Haustier ist. Natürlich kann die Intelligenz von Tier zu Tier unterschiedlich sein, auch innerhalb von Rassen. Und welchen vierbeinigen Gefährten man lieber an seiner Seite hat, bleibt auch jedem selbst überlassen. Rein faktisch gibt es allerdings eine Antwort auf diese Frage: Hunde sind schlauer als Katzen.
Die Ergebnisse der Studie: Gehirne arbeiten besser – darum sind Hunde schlauer als Katzen
Enttäuschend für Katzenfans, aber leider wahr: Hunde sollen schlauer sein als die Stubentiger. Zu dem Ergebnis kam jetzt eine Studie, für die sich Forscher von sechs verschiedenen Universitäten in Brasilien, Südafrika, Dänemark und den USA zusammenschlossen. Das Forscherteam untersuchte in der Studie die Gehirne von Hunden und Katzen und fand heraus, dass Hunde über mehr Neuronen verfügen, die im Gehirn für die Weitergabe von Informationen zuständig sind.
Laut der Studie, die auf Frontiersin.org zu finden ist, haben Katzen etwa 250 Millionen Neuronen im Gehirn, Hunde dagegen um die 500 Millionen. Die Gehirne von Hunden funktionieren demnach doppelt so effektiv wie die von Katzen. Das ermöglicht es ihnen zum Beispiel, Tricks zu lernen.
Zum Vergleich: Das Gehirn eines Menschen verfügt über etwa 16 Milliarden Neuronen, die von Orang-Utans, Gorillas und Schimpansen über sechs bis neun Milliarden.
Ergebnisse mit Vorbehalt: Es wurden nur Gehirne und kein Verhalten untersucht
Diese Ergebnisse indizieren also, dass Hunde schlauer sind als Katzen. Allerdings weist die Studie auch darauf hin, dass diese und vorangegangene Forschungen weder Katzen noch andere Tiere im Vergleich mit Hunden untersucht hätten und man deshalb noch nicht eindeutig von „schlaueren“ Tieren sprechen könne. Dazu müsse man systematische Verhaltensvergleiche ziehen und nicht nur die Gehirne betrachten.
Die Autoren schreiben: „Während unser Befund einer größeren Anzahl kortikaler Neuronen bei Hunden als bei Katzen anekdotische Wahrnehmungen von Hundebesitzern und Tiertrainern sowie unveröffentlichte Berichte bestätigen könnte, dass Hunde leichter zu trainieren und daher ‚intelligenter‘ sind (Greene, 2011), würden Katzenbesitzer wahrscheinlich protestieren, und das zu Recht. Jede Debatte über ihre kognitiven Fähigkeiten wird zu diesem Zeitpunkt weitgehend Ansichtssache sein, bis direkte, systematische Vergleiche der kognitiven Fähigkeiten zwischen diesen und anderen Spezies durchgeführt werden.“
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Darüber hinaus würden sowohl Katzen als auch Hunde den gleichen neuronalen Skalierungsregeln für die Großhirnrinde gehorchen. Daher sei jeder Unterschied in den kognitiven Fähigkeiten zwischen ihnen aufgrund von Unterschieden in der Anzahl der kortikalen Neuronen mit Unterschieden in der resultierenden Gehirngröße verbunden. Das deute darauf hin, dass katzengroße Hunde, wenn sie katzengroße Gehirne haben, möglicherweise nur so viele kortikale Neuronen haben wie Hauskatzen.
Emotionale Intelligenz: Katzen sind emphatische und mitfühlende Tiere
Es gibt außerdem weitere Gründe, warum Katzen als intelligente Tiere gelten. Laut einer Studie von 2013 erkennen Katzen etwa die Stimme ihrer Besitzer und reagieren darauf anders als auf die von Fremden. Zudem verfügen sie über ein sehr gutes Gedächtnis und können zum Beispiel auch nach Monaten und aus vielen Kilometern Entfernung den Weg nach Hause finden.
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Darüber hinaus sind Katzen mitfühlend und spüren es, wenn Herrchen oder Frauchen leiden oder traurig sind. Dann kommen sie schon einmal eher zum Kuscheln, weil sie merken, dass der Mensch jetzt Trost braucht. Das Gleiche gilt, wenn die Katze selbst traurig ist, etwa weil ein Spielgefährte oder ein geliebter Mensch verstorben ist. Dann suchen sich wiederum die Katzen Trost oder sie zeigen ihre Trauer, indem sie sich für eine Weile zurückziehen, viel schlafen, nicht mehr fressen und keine Lust auf Spiele oder aufs Jagen haben.
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