Studie von McKinsey

Skepsis gegenüber dem E-Auto: Warum immer noch so viele einen Wechsel ausschließen

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Noch immer schrecken viele vor dem Kauf eines Elektroautos zurück – besonders in den USA ist die Skepsis einer Umfrage zufolge groß. (Symbolbild)
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Noch immer hadern viele Menschen mit dem Kauf eines E-Autos. Eine Studie zeigt, was Verbraucher vor dem Kauf eines Stromers zurückschrecken lässt.

EU-weit geht es mit den Neuzulassungen bei Elektroautos bergauf: Laut dem europäischen Automobilverband ACEA legten die Verkäufe neuer E-Autos im ersten Quartal 2025 um 23,9 Prozent auf 412.997 Einheiten zu. Damit hatten Elektroautos einen Marktanteil von 15,2 Prozent. Dem Verband zufolge liege dieser Wert aber „weit unter den Erwartungen“. Welche Gründe Autofahrer noch immer davon abhalten, auf ein Elektroauto umzusteigen, zeigt nun die Studie einer Unternehmensberatung.

Reichweiten-Angst sorgt nach wie vor für viel E-Auto-Skepsis

Laut der Mobility Consumer Pulse Survey von McKinsey ist die Reichweite nach wie vor der größte Hemmschuh für potenzielle Kunden. Auf die Frage, was sich ändern müsste, damit sie ein Elektroauto in Betracht ziehen würden, antworteten 43 Prozent der Befragten (die bislang noch kein E-Auto besitzen) aus Europa, den USA und China, dass die Reichweiten der Stromer größer sein müssten. Niedrigere Kaufpreise im Vergleich zu Verbrenner-Modellen würden 35 Prozent von E-Autos überzeugen. Die gleiche Anzahl von Ladestationen wie aktuell von Tankstellen würde 29 Prozent zu einem Umstieg bewegen.

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Weitere Änderungen, die Nicht-E-Auto-Besitzer zum Kauf eines Stromers bewegen könnten, wären laut der Umfrage:

Auf die geringste Akzeptanz stoßen Elektroautos aktuell in den USA. Fast ein Drittel der US-Amerikaner (32 Prozent) gab in der Umfrage an, sich niemals einen Stromer kaufen zu wollen. In Europa erklärten dies 19 Prozent – in China hingegen waren nur drei Prozent dieser Ansicht. 45 Prozent der befragten Chinesen erklärten hingegen, dass ihr nächstes Auto ein E-Auto werde – diese Absicht haben in Europa nur 23 Prozent, in den USA gar nur 12 Prozent.

Anforderungen an E-Autos – große regionale Unterschiede

Die Ansprüche an Elektroautos unterscheiden sich je nach Region. Der McKinsey-Studie zufolge legen beispielsweise die Kunden in Europa und den USA vor allem Wert auf den Preis, danach folgen Sicherheit und Leistung. Chinesische Verbraucher fokussieren sich dagegen stärker auf Fahrleistung, Assistenzsysteme und Top-Technologie. Dieses Ergebnis zeige, dass E-Autos in China relativ gesehen billiger seien als Verbrenner. Für die Hersteller folge daraus, sie künftig weniger globale Versionen ihrer Fahrzeuge entwickeln sollten – stattdessen müssten sie die Präferenzen jeder Region verstehen und die Angebote ihrer Modellpalette entsprechend anpassen.

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E-Auto-Fahrer sind einer bestimmten Marke gegenüber weniger loyal

Auch Alter und Wohnort bringen unterschiedliche Einstellungen hervor: Global gesehen machen sich jüngere Kunden, die in der Stadt leben, weniger Sorgen um die Reichweite und legen vermehrt Wert auf die Fahrzeugtechnologie. Sind die Verbraucher älter und leben auf dem Land, sind ihnen vor allem Reichweite, Gesamtbetriebskosten und der Energieverbrauch besonders wichtig. Eine weitere Erkenntnis der Studie: Während die Käufer von Verbrenner-Fahrzeugen einer Marke eher treu bleiben, zeigen Kunden, die bereits ein E-Auto besitzen, eine geringere Loyalität zum Hersteller.

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