Fünf-Jahres-Auswertung

Welches E-Auto nach fünf Jahren 72 Prozent seines Wertes verliert

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Es ist ganz normal, dass der Wert eines Autos jedes Jahr sinkt. Bei Elektroautos ist dieser Rückgang jedoch besonders hoch, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Beim Autokauf gibt es ganz unterschiedliche Strategien. Für die einen muss es ein Neuwagen sein, den man sich bis ins Detail selbst konfigurieren kann. Andere setzen lieber auf einen jungen Gebrauchten. Denn nach ein, zwei Jahren sind die meisten Autos gerade einmal „eingefahren“ und teils schon deutlich günstiger – und Garantie ist (je nach Alter) meist auch noch drauf. Ein gewisser Wertverlust ist bei Pkw völlig normal, doch manche Modelle stürzen jedoch regelrecht ab. Eine Studie aus den USA zeigt nun, welche Autos extrem an Wert verlieren – und welche dagegen sehr wertstabil sind.

Wer einen Neuwagen kauft, sollte sich auch Gedanken über den möglichen Wertverlust machen. (Symbolbild)

Nach fünf Jahren: Elektroautos mit einem durchschnittlichen Wertverlust von 58,8 Prozent

Die Auto-Plattform iSeeCars.com hat 800.000 fünf Jahre alte Gebrauchtwagen analysiert, die zwischen März 2024 und Februar 2025 verkauft wurden. Dabei zeigte sich: Elektroautos hatten den höchsten Wertverlust. Sie verloren in fünf Jahren im Durchschnitt 58,8 Prozent ihres ursprünglichen Wertes. Die rote Laterne holte sich der Jaguar i-Pace, der in dem Zeitraum 72,2 Prozent seines Wertes einbüßte. Allerdings sind es nicht nur E-Modelle, die extrem an Wert verlieren können, wie ein Blick auf die Top 10 der Fahrzeuge mit dem höchsten Wertverlust über fünf Jahre zeigt:

ModellDurchschnittliche 5-Jahres-AbschreibungDurchschnittliche Differenz vom UVP
1. Jaguar i-Pace (Elektroauto)72,2 Prozent51.953 US-Dollar
2. BMW 7er67,1 Prozent65.249 US-Dollar
3. Tesla Model S (Elektroauto)65,2 Prozent52.165 US-Dollar
4. Infinity QX8065,0 Prozent53.571 US-Dollar
5. Maserati Ghibli64,7 Prozent70.874 US-Dollar
6. BMW 5er64,7 Prozent47.457 US-Dollar
7. Nissan Leaf (Elektroauto)64,1 Prozent18.043 US-Dollar
8. Maserati Levante63,7 Prozent64.991 US-Dollar
9. Tesla Model X (Elektroauto)63,4 Prozent53.846 US-Dollar
10. Cadillac Escalade ESV62,9 Prozent56.997 US-Dollar

Quelle: iSeeCars.com

Extremer Wertverlust vor allem bei höherklassigen Fahrzeugen

Wie die Auswertung zeigt, sind es neben Elektroautos vor allem Premium- und Luxusmodelle, die stark an Wert verlieren. Das hat laut den Machern der Analyse vor allem den Grund, dass Käufer von Fahrzeugen in höheren Klassen bevorzugt Premium-Ausstattungen ordern und hochmotorisierte Varianten bestellen – diese aber nicht im gleichen Maße auf dem Gebrauchtwagenmarkt nachgefragt werden.

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Ebenfalls untersucht wurden die Modelle, die nach fünf Jahren am wenigsten an Wert verlieren. Hier konnte sich der deutsche Autobauer Porsche gleich die ersten beiden Plätze sichern. Die Top 5 der Fahrzeuge mit dem geringsten Wertverlust:

ModellDurchschnittliche 5-Jahres-AbschreibungDurchschnittliche Differenz vom UVP
1. Porsche 91119,5 Prozent24.428 US-Dollar
2. Porsche 718 Cayman21,8 Prozent15.851 US-Dollar
3. Toyota Tacoma26,0 Prozent8.217 US-Dollar
4. Chevrolet Corvette27,2 Prozent18.557 US-Dollar
5. Honda Civic28,0 Prozent6.987 US-Dollar

Quelle: iSeeCars.com

Hybridfahrzeuge haben laut der Untersuchung den geringsten Wertverlust

Die Autoren der Studie empfehlen, sich bei einem Neuwagenkauf unbedingt auch Gedanken über einen potenziellen Wertverlust zu machen. Den geringsten Wertverlust hatten der Untersuchung zufolge Hybridfahrzeuge: Über fünf Jahre verloren sie im Durchschnitt nur 40,7 Prozent an Wert. Hier belegten in der Auswertung ausschließlich japanische Modelle die Top 10. Allein die ersten sechs Plätze sicherte sich Toyota.

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Eine Mercedes E-Klasse
Mercedes E-Klasse (Baureihe 210): Im Mai 1995 wurde die zweite Generation der Mercedes E-Klasse vorgestellt – und die neue, rundliche Designsprache sorgte für Aufsehen. Vor allem an die elliptischen Doppelscheinwerfer musste sich der ein oder andere erst einmal gewöhnen, die Front bekam den Spitznamen „Vieraugengesicht“. © Mercedes-Benz
Ein BMW Z3
BMW Z3: Der Z3 war der erste BMW, der komplett und ausschließlich außerhalb von Deutschland gebaut wurde – er lief ab 1995 im neuen Werk in Spartanburg (USA) vom Band. Seinen ersten Einsatz hatte er im Dienste von James Bond – er debütierte im Blockbuster „GoldenEye“. Ab Sommer 1998 bekam der Roadster auch eine Coupé-Variante zur Seite gestellt. © BMW
Ein Fiat Barchetta
Fiat Barchetta: Der Name bedeutet auf Deutsch so viel wie „kleines Boot“ oder „Bötchen“. Der Zweisitzer schwamm auf der 1990er-Jahre-Roadster-Welle mit, die vor allem durch den Mazda MX-5 ausgelöst worden war. © Fiat/Stellantis
Ein Peugeot 406 Coupe
Peugot 406: Im Herbst 1995 trat der er 406 die Nachfolge des Peugeot 405 an. Das französische Mittelklasse-Fahrzeug gab es als Limousine, Kombi – und, wie hier auf dem Bild zu sehen, als Coupe-Version. © Heritage Images/Imago
Ein Ferrari F50
Ferrari F50: Mit dem F50 feierte Ferrari im Jahr 1995 das 50-jährige Bestehen des Unternehmens. Selbst, wenn man genügend Geld auf dem Konto hatte (damals rund 380.000 Euro Neupreis) war nicht garantiert, dass man den 520 PS starken V12-Mittelmotor-Supersportwagen auch bekam: Ferrari verkaufte den F50 nur an ausgewählte Kunden. Offiziell wurden bis 1997 gerade einmal 349 Exemplare gebaut. © Dreamstime/Imago
Zwei VW Sharan
VW Sharan: Der Sharan entstand in einer Gemeinschaftsentwicklung mit Ford. Als der Van im Sommer 1995 auf den Markt kam, war er zunächst nahezu baugleich mit dem Ford Galaxy. Zielgruppe waren junge Familien. © Volkswagen
Zwei Porsche 911 Turbo
Porsche 911 Turbo (993): Als Topmodell der Porsche-911er-Modellreihe 993 kam 1995 der Turbo auf den Markt. Mit dem dicken, feststehenden Flügel war er auf der Straße auch ziemlich leicht zu erkennen. © Porsche
Ein Alfa Romeo 146
Alfa Romeo 146: Der Alfa Romeo 146 kam 1995 als fünftüriges Schwestermodell des Alfa Romeo 145 auf den Markt. Besonderes Designmerkmal ist die Mischung aus Stufen- und Steilheck. ©  Alfa Romeo/Stellantis
Ein Renault Sport Spider
Renault Sport Spider: Ursprünglich wurde das Fahrzeug für den Rennsport entworfen – von Frühjahr 1995 bis Herbst 1999 wurde er aber auch als Straßenversion gebaut. Der Renault Sport Spider zählt zu den spektakulären Highlights des H-Kennzeichen-Klassiker-Jahrgangs 2025 – nur knapp 1.500 Exemplare wurden gebaut. © Renault
Ein Lancia Y
Lancia Y: Mit seinem extravaganten Design setzte sich der Lancia Y deutlich von der Kleinwagen-Konkurrenz ab. Und dazu nicht nur von außen: Im Innenraum sorgten die mittig auf dem Armaturenbrett angeordneten Instrumente für das „spezielle“ Etwas. © Lancia/Stellantis
Ein Diablo VT Roadster.
Lamborghini Diablo VT Roadster: Der Countach-Nachfolger Diablo kam bereits 1990 auf den Markt. 1993 schob Lamborghini dann mit dem VT (Visco Traction) eine Allradversion des 492 PS starken V12-Geschosses nach. Noch einmal zwei Jahre später folgte dann die Roadster-Variante. © Lamborghini
Ein Volvo V40 und ein Volvo s40
Volvo S40/V40: Mit dem S40 (Limousine) leitete Volvo ab Herbst 1995 eine neue Designsprache ein. Kurz darauf kam die besonders in Deutschland beliebte Kombi-Version V40 auf den Markt. Produziert wurden die „Schweden“ in einem Werk in den Niederlanden. © Volvo
Ein Citroën Xantia
Citroën Xantia Break: Zwei Jahre nach der Xantia-Limousine kam 1995 auch die Kombi-Variante namens Break auf den Markt. 2001 endete die Xantia-Produktion – im Iran jedoch wurde das Fahrzeug in einer einfachen Variante aber noch in Lizenz bis 2010 weiterproduziert. © Citroën/Stellantis
Ein Chrysler Grand Voyager
Chrysler Voyager: Im Frühjahr 1995 kam die dritte Generation des Chrysler Voyager auf den Markt. Den Van gab es in zwei Ausführungen: Der Grand Voyager bot durch seine größeren Abmessungen im Innenraum mehr Platz. © Chrysler Brand Heritage
Ein Fiat Brava
Fiat Brava: Bei diesem Auto kam es auf den letzten Buchstaben an: Der Fiat Brava war ein kompakter Fünftürer, der kürzere Dreitürer ging als Fiat Bravo an den Start. © Fiat/Stellantis

Neben dem im Vergleich zu Verbrennern hohen Kaufpreis von Elektroautos ist auch der hohe Wertverlust einer der Gründe, warum sich Stromer bei uns in Deutschland noch immer schleppend verkaufen – auch wenn die Neuzulassungen jüngst angezogen haben. Das gilt nicht nur für den Privatmarkt. Auch Autovermieter wie beispielsweise Sixt hatten ambitionierte E-Auto-Pläne, fuhren aber den Stromer-Anteil wieder deutlich zurück – vor allem auch aufgrund des riesigen Wertverlustes.

Rubriklistenbild: © Imagebroker/Imago

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