KBA-Zahlen für den Oktober

Neuzulassungen von Elektroautos erholen sich: Überraschungen in den Top 5 

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Nach dem Rückgang im September erholen sich die Neuzulassungen der Elektroautos im Oktober wieder. Am beliebtesten war der Škoda Enyaq. MG sorgte für eine Überraschung.

Bis 2030 möchte die Bundesregierung, dass 15 Millionen Elektroautos auf den deutschen Straßen fahren. Dieses Ziel ist jedoch noch weit entfernt, auch weil die Neuzulassungen im September deutlich eingebrochen waren. Damit hatten viele Experten nach dem Aus für die Förderung von Firmenwagen gerechnet. Im Oktober legten die Stromer aber bereits wieder zu.

37.334 Neuzulassungen für Autos mit Stecker verzeichnete das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) im abgelaufenen Monat. Ein Plus von 4,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und immerhin 5.620 Fahrzeuge mehr als im September. Der Marktanteil der Stromer lag im Oktober bei 17,1 Prozent.

Elektroauto-Neuzulassungen im Oktober: Chinesen knacken die Top 5

Guckt man sich die Zulassungszahlen der Elektroautos genauer an, so fallen einige Überraschungen auf: Etwa das Comeback der Vans. Diese spielten zuletzt kaum noch eine Rolle. Im Oktober schafften es aber gleich vier Modelle in die Top 50.

Im Oktober verkaufte sich kein Elektroauto besser als der Škoda Enyaq.

Und auch die Stromer aus China gewinnen in Deutschland zunehmend an Popularität und Marktanteilen. Die Liste der Hersteller, die ihre Autos hierzulande anbieten, wird immer länger. Mit dem MG 4 hat es nun erstmals ein Elektroauto eines chinesischen Autobauers in die Top 5 geschafft. Sollte sich diese Entwicklung so fortsetzen, wäre das eine Zäsur auf dem bisher von europäischen und amerikanischen Herstellern geprägten deutschen Markt.

Elektroauto-Markt in China boomt: Zehn Marken, die Sie kennen sollten

Elektrotransporter von Maxus.
Platz 10 – Maxus: Ford, VW und Mercedes aufgepasst. Mit Maxus greifen die chinesischen Hersteller auch bei den Nutzfahrzeugen an. Die Modelle der 2011 gegründete Tochter von SAIC Motors sind unter anderem bei der österreichischen Post und Ikea im Einsatz. Verkauft werden die Transporter über eigene Händler. © GlobalImagens/Imago
Der Aiways U5.
Platz 9 – Aiways: 2017 ging der Hersteller in China an den Start. Schon zwei Jahre später folgte die erste Niederlassung in Europa. Im selben Jahr kam mit dem U5 das erste Auto in China auf den Markt. 2020 folgte Deutschland.  © Aiways
Der Wey Coffee 01
Platz 8 – Wey: Ihr Debüt feierte die Marke 2016 im Rahmen der Guangzhou Auto Show. Ab 2017 wurden die ersten Autos verkauft. In Europa ist Wey seit 2022 vertreten. Mit dem Coffee 01 will die Tochter von Great Wall in Deutschland durchstarten. Mit dem Plug-in-Hybrid Cooffee 02 legen die Chinesen im Herbst nach. Vertrieben werden die Fahrzeuge vom Importeur Emil Frey. © Wey
Lynk & Co 01
Platz 7 – Lynk & Co: Auch hinter diesem Hersteller, der 2016 gegründet wurde, verbirgt sich wieder Geely. Der Plug-in-Hybrid 01 wird dabei vor allem im Abo vertrieben. Das Modell kann aber auch gekauft oder geliehen werden. Entwickelt und entworfen wurde der Lynk & Co in Schweden bei der Konzernschwester Volvo.  © Lynk & Co
Der MG 4 EV.
Platz 6 – MG: Tot gesagte Leben länger. Das gilt auch für die britische Traditionsmarke MG. Allerdings nicht mehr unter der Flagge ihrer Majestät. Nach der Insolvenz erwarb zunächst die Nanjing Automobile Group im Juni 2005 die Markenrechte für 53 Millionen Pfund Sterling (ca. 61 Millionen Euro). Inzwischen gehört der Hersteller zu SAIC Motor. Dort wurde MG mit Roewe in der Abteilung Passenger Vehicle zusammengefasst. Seit Januar 2021 ist MG auch wieder auf dem deutschen Markt vertreten – unter anderem mit dem 4 EV. © MG
Der Xpeng P7.
Platz 5 – Xpeng: Wie viele chinesische Hersteller ist auch Xpeng noch relativ jung. Erst 2014 wurde das Unternehmen gegründet, konnte in den vergangenen Jahren seine Stückzahlen aber immer weiter steigern. In Europa ist Xpeng bisher lediglich in Schweden, Norwegen, Dänemark und den Niederlanden vertreten. Wann der Hersteller nach Deutschland kommt, ist unklar. © Zuma Wire/Imago
Der Zeekr 001.
Platz 4 – Zeekr: Auch wenn der Name so gar nicht chinesisch klingt, stammt der Hersteller dennoch aus dem Reich der Mitte. Der Markenname setzt sich aus Generation Z und dem Begriff Geek zusammen. Hinter dem erst 2021 gegründeten Autobauer steckt Geely. Mit der neuen Tochter möchte man im Premiumsegment Fuß fassen. Zeekr arbeitet zudem mit Waymo an einem vollelektrischen, autonom fahrenden Ride-Hailing-Fahrzeug für die USA. Zusammen mit Mobileeye will man bis 2024 autonomes Fahren in Serie bringen. 2023 soll die Marke in Schweden und den Niederlanden mit den Modellen 001 und X ihren Europa-Start feiern. © Zeekr
Der Ora Funky Cat.
Platz 3 – Ora: Wie Wey gehört auch Ora zu Great Wall Motor. Gegründet wurde die Elektro-Tochter erst im Jahr 2018. Trotz ihrer noch recht jungen Geschichte hat die Marke schon für einen Aufreger gesorgt und eine dreiste Kopie des VW Käfer auf den Markt gebracht. In Europa gibt es das Modell jedoch nicht, dafür aber den Funky Cat. © Ora/GWM
Der NIO ES6 steht auf einer Messe.
Platz 2 – NIO: Der Name des 2014 gergründeten Herstellers ist eine Anspielung auf den Smog über den Großstädten Chinas. Nio,in chinesischen Schriftzeichen „Weilai“, bedeutet übersetzt „Der Himmel wird blau“. Eine Besonderheit der Marke ist die Battery-Swap-Technologie. In fünf Minuten wird der Akku gegen einen neuen ausgetauscht. Sein Europa-Debüt gab Nio 2021 in Norwegen. Seit 2022 sind die Elektroautos auch in Deutschland erhältlich. © VCG/Imago
Der BYD Seal.
Platz 1 – BYD: Unter den chinesischen Autobauern ist Built Your Dreams (BYD) fast schon so was wie der Opa. Seit 1995 gibt es das Unternehmen bereits. Autos spielten am Anfang jedoch noch keine Rolle, stattdessen baute man wiederaufladbare Batterien. Erst 2003 stieg man durch den Kauf der angeschlagenen Xian Qinhuan Automobile in das Automobilgeschäft ein. Inzwischen ist BYD einer größten Automobilproduzenten Chinas und der Welt. In Deutschland sind die Chinesen derzeit mit den Modellen Atto3, Han und Tang vertreten. © VCG/Imago

Elektroauto-Neuzulassungen im Oktober: Skoda Enyaq verkauft sich am besten

Eine Überraschung gab es auch an der Spitze: Dort landete nicht etwa das meistzugelassene Elektroauto des Jahres, das Tesla Model Y, sondern der Škoda Enyaq. 2.579 Neuzulassungen verzeichnete das KBA. Der Elektro-SUV steigerte sich um satte 135 Prozent und verwies den Audi Q4 e-tron (1.867) und den Kleinwagen Fiat 500 (1.760) auf die Plätze. Dahinter folgen der MG 4 (1.722) und das Model Y (1.659).

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Auch wenn man unter den Top 5 vergeblich nach einem Modell von Volkswagen sucht, konnten die Wolfsburger ihren Spitzenplatz in der Jahreswertung festigen. Diesen hatte VW im Juli übernommen. Von Januar bis Oktober wurden laut dem KBA 58.661 elektrische Volkswagen zugelassen. Tesla folgt dahinter mit 54.761 zugelassenen Neuwagen. Das Podest komplettiert Mercedes (30.894 Neuzulassungen).

Rubriklistenbild: © Škoda

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