VonJuliane Gutmannschließen
Rund die Hälfte der Deutschen gibt an, übergewichtig zu sein. Eine Zahl, die Mediziner in Alarmbereitschaft versetzt. Mit simplen Gewohnheiten gelingt gesundes Abnehmen.
46,6 Prozent der Frauen und 60,5 Prozent der Männer sind in Deutschland übergewichtig oder adipös. Wie das Robert Koch-Insitut (RKI) informiert, kann man das aus Umfragen von 2019 und 2020 ableiten. Fast ein Fünftel der Deutschen (19 Prozent) hätte starkes Übergewicht und einen Body-Mass-Index (BMI) von über 30, wie das RKI weiter berichtet. Die Deutsche Adipositas Gesellschaft geht von höheren Zahlen aus. Rund zwei Drittel (67 Prozent) der Männer und die Hälfte (53 Prozent) der Frauen sei übergewichtig, heißt es auf deren Website. Ein Viertel der Erwachsenen sei dabei adipös mit einem BMI von über 30. Die Gesundheitsdaten der Deutschen zeigen außerdem: Je älter die Bürger, desto eher traf ein krankhaft hohes Körpergewicht zu. Die Corona-Pandemie hat den Trend hin zum Übergewicht noch gefördert.
Bewegungsmangel während der Corona-Lockdowns, häufiges Essen von Fertiggerichten oder genetische Veranlagung: Es gibt eine Reihe von Gründen, die die ungesunde Entwicklung hin zum Übergewicht fördern. In vielen Fällen ist sie aber auf den modernen Lebensstil inklusive häufigem Sitzen, Stress und Bewegungsmangel zurückzuführen.
Immer mehr Menschen mit Übergewicht in Deutschland – mögliche Ursachen im Überblick
- Genetische Veranlagung: „Zu etwa 60 Prozent sind die Erbanlagen dafür verantwortlich, dass jemand Übergewicht entwickelt“, wird Professor Johannes Hebebrand von der Universität Marburg vom Bundesministerium für Bildung und Forschung zitiert.
- Krankheiten: Schilddrüsenunterfunktion, Übergewicht durch Bakterien im Darm, Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCO-Syndrom), Cushing-Syndrom, Depressionen oder Lipödem – es gibt eine Reihe von Krankheiten, die Übergewicht fördern.
- Medikamente: Auch eine Reihe von Medikamenten bringen als Nebenwirkung die Gewichtszunahme.
- Ungesunder Lebensstil: In diesen Bereich fallen ungesunde Ernährung inklusive stark verarbeiteter Nahrungsmittel mit viel Zucker, Bewegungsmangel, häufiges Sitzen, Stress, Schlafmangel – alles Faktoren, die Übergewicht bis Fettleibigkeit fördern.
Auch immer mehr junge Menschen zu dick: Smartphone spielt wichtige Rolle
Aktuelle Zahlen der Kaufmännischen Krankenkasse KKH zeigen, dass die Diagnose „Fettleibigkeit“ immer häufiger gestellt wird. Vor allem bei jungen Männern steigen die Zahlen extrem, heißt es vonseiten der KKH. Dass immer mehr Menschen in Deutschland ihre Gesundheit durch Übergewicht gefährden, liegt auch an der intensiven Nutzung von Smartphone, PC und anderen digitalen Medien, so die KKH.
Der daraus resultierende Bewegungsmangel fördert Volkskrankheiten wie Übergewicht, Herzkrankheiten und Diabetes. Um diesen vorzubeugen, können bereits einfache Routinen Wirkung zeigen. Morgens das Smartphone nicht zur Hand nehmen und stattdessen zehn Minuten Dehn- und Kraftübungen zu machen, lässt langfristig hartnäckige Kilos schwinden. Sie sitzen wie viele mit dem Smartphone in Händen morgens in der vollen U-Bahn zur Arbeit? Auch diese Zeit lässt sich gesünder und schöner gestalten, wenn Sie eine Station vorher aussteigen und den Rest des Weges spazieren.
Jeder hat andere Tagesroutinen. Es lohnt sich zu überdenken, welche „Screentime“ am Smartphone nur unnötig Zeit frisst, unzufrieden macht und deshalb durch andere Gewohnheiten ersetzt werden kann – die im besten Fall beim Abnehmen unterstützen.
Sie helfen beim Abnehmen: Zehn Lebensmittel, die dem Darm guttun




Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion leider nicht beantwortet werden.
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