„Wirklich ein wunderschönes Biest“ – riesige Boerboels faszinieren TikTok-Nutzer
VonSophie Kluß
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Der Boerboel ist eine relativ unbekannte Hunderasse, die in den sozialen Medien fasziniert. Was den Boerboel ausmacht und ob der Vierbeiner seinem massigen Aussehen gerecht wird.
Ynys und Dex sind zwei Boerboels, die gemeinsam mit ihrem Frauchen auf der Insel Anglesey Wales in Großbritannien leben. Ihre TikTok-Videos (@boerboeladventures) interessieren fast 200.000 Menschen und knacken regelmäßig die Millionenmarke. Zu einem Clip, den bisher fast 14 Millionen Menschen angesehen haben, schreibt die Besitzerin der beiden: „Ich liebe es, wie sie (Anm. d. Red.: Hündin Ynys) von einer dieser dämlichen Stimmungen in Sekundenschnelle in den Bewachungsmodus wechseln kann.“
Und tatsächlich ist in dem kurzen Video zu sehen, wie die schwarze Boerboel-Hündin Ynys zunächst noch etwas gelangweilt umherschaut. Doch von einer Sekunde auf die nächste scheint etwas ihre Aufmerksamkeit zu erregen, weshalb sie blitzschnell in den „Bewachungsmodus“, wie ihr Frauchen ihn nennt, wechselt.
Ein TikTok-Nutzer beschreibt Ynys unter einem der Videos aufgrund ihrer auffälligen Optik als „wirklich ein wunderschönes Biest“. Doch welche Eigenschaften hat die seltene Rasse eigentlich und was macht sie so besonders?
Boerboel: Charakter und besondere Eigenschaften der Hunderasse
Der Boerboel (Aussprache: „Burbull“) ist ein großer, massiger Hund mit einem ebenso großen und breiten Kopf. Laut dem Zooplus Magazin wird der muskulöse Boerboel seinem wuchtigen Aussehen durchaus gerecht. Denn der südafrikanische Mastiff hat einen starken Schutztrieb, der aus ihm einen ausgezeichneten und furchtlosen Wachhund macht. Mit dem starken Knochenbau, einem lauten Bellen und seiner selbstsicheren, kräftigen Ausstrahlung macht der Boerboel durchaus Eindruck. Man sagt außerdem, er sei der wendigste unter den Mastiff-Typen.
Trotz seines ausgeprägten Schutzinstinkts liegt dem Boerboel aggressives Verhalten allerdings fern. Er baut eine starke Verbindung zu seinen Besitzern auf und erkennt anhand der Reaktion seines Halters schnell, welche Situationen gefährlich sein könnten. Verhalten sich Herrchen oder Frauchen aber ruhig, so wird sich auch der Boerboel von seiner ruhigen und ausgeglichenen Seite zeigen.
Dank seiner treuen und zuverlässigen Art sowie der engen Bindung zu seinen Menschen ist der Boerboel ein gut kontrollierbarer und trainierbarer Hund – vorausgesetzt, er wird durch einen erfahrenen und sachkundigen Besitzer liebevoll, aber konsequent erzogen. Doch obwohl die Hunderasse als kinderlieb gilt, ist für ihr Wohlergehen von einer Haltung auf engem Raum und in dicht besiedeltem Gebiet abzusehen. Haben Sie ein Haus auf dem Land mit beispielsweise einem großen, umzäunten Garten und wohnen die Nachbarn ein gutes Stück entfernt, freut sich der Boerboel.
Aufgrund seiner Größe, seines Schutzinstinkts und unter Umständen einer nicht artgerechten Haltung kann der Boerboel problematisch werden. Daher ist seine Haltung in einigen europäischen Ländern (darunter Dänemark, Frankreich oder Schweiz) verboten oder nur unter strengen Auflagen als Listenhund gestattet. Doch in der Regel sind die Mastiffs mit einer konsequenten, geduldigen und liebevollen Erziehung ruhige und friedliebende Hundepersönlichkeiten. Mit einer angemessenen geistigen und körperlichen Auslastung wird die seltene Hunderasse zum treuen Begleiter. Laut dem Zooplus Magazin zeichnet den Boerboel eine ganz besondere Eigenschaft aus: Er erkennt sehr schnell und genau, wie sich seine Menschen fühlen und gibt alles dafür, dass es ihnen gut geht.
Rasseporträt: Boerboel
Größe & Gewicht: groß, 75-90 Kilogramm
Widerristhöhe: 55-72 Zentimeter
Fell: glattes, kurzes Fell, mit Fellfarbe von schwarz bis sandfarben in Abstufungen, Fellmuster auch zweifarbig und gestromt, häufig dunkle Maske
Lebenserwartung: etwa 10-12 Jahre
Gesundheit: anfällig für Gelenkerkrankungen, beispielsweise wie Hüft- oder Ellenbogendysplasie